Nach 2 bis 3 Tagen ohne Wasser wird es lebensgefährlich
In ihrer Reihe “Blackout — Vorsorge” hat die Beratungsstelle NVBS (Notfall Vorsorge Beratung Oberschleißheim) nun Teil 3 herausgebracht.
Ihr Vorstand Bernd Steinert schreibt:
Die aktuelle Wetterlage zeigt, wie empfindlich die Wasserversorgung im Sommer und bei Störungen ist.
Die Stadtwerke München (SWM) berichten von sinkenden Grundwasserständen. Die Behörden ordneten für München und Landkreis bereits Einschränkungen beim Wasserverbrauch an. Schleißheim ist dank eigener Wasserversorgung davon noch nicht betroffen.
Was viele nicht wissen: Ohne elektrisch betriebene Pumpen funktioniert die Wasserversorgung nicht. Das Wasser muss aus Brunnen und Quellen geholt und ins Leitungsnetz gepresst werden. Hochhäuser haben oft eigene Pumpen, um die höheren Stockwerke versorgen zu können. Das Wasserwerk von Ober- und Unterschleißheim hat deshalb Notstromaggregate und Kraftstoffvorrat für nominell 72 Stunden. Einen Totalausfall gab es in Schleißheim bereits einmal. Dann kommt nichts mehr aus dem Wasserhahn! Es gab auch schon Abkochanordnungen, weil Keime ins Wassernetz gedrungen sein konnten.
Die medizinische Fachliteratur nennt eine Überlebenszeit von etwa drei Tagen ohne Wasser. Bei hohen Temperaturen kann ein Erwachsener zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag verlieren – ohne es zu merken. Kinder sind deutlich empfindlicher.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) betont, dass Wasser im Notfall schneller knapp wird als jede andere Ressource, insbesondere im Sommer. Es weist ausdrücklich darauf hin, dass Wasser die kritischste Ressource ist. Es empfiehlt jedem Haushalt eine eigenständige Wasservorsorge für mindestens 10 Tage.
Offiziell, von BBK und anderen amtlichen Quellen, werden folgende Mindestmengen angegeben:
2 Liter Trinkwasser pro Person und Tag
0,5 Liter zusätzlich für Kochen und Grundhygiene
Gesamt: 2,5 Liter pro Person und Tag
In der US-amerikanischen Literatur wird als Minimum eine Gallone pro Tag genannt, also 3,8 l.
Das Zielgröße sollten Vorräte für 10 Tage sein. Pro Person sollten also mindestens 25 Liter Wasser im Haushalt sein.
Falls die Wasserversorgung in diesem Augenblick ausfällt: Für wie viele Tage haben Sie Trinkwasser zu Hause? Reicht das zum Zähneputzen etc.?
Bei 0,20 EUR/l für Wasser in 1,5‑l-PET-Flaschen beim Discounter ist das weniger ein Geld — denn ein Platzproblem. Notfalls kann man den Vorrat reduzieren und dafür faltbare Wasserkanister bereithalten. Die brauchen kaum Platz und lassen sich im Notfall füllen, solange noch Wasser verfügbar ist. Aber eben nur, wenn das Wasserwerk noch funktioniert.
Sorgen Sie vor und bleiben Sie gesund.
Noch eine dringende Bitte an alle Gemeinden: Bereiten Sie sich darauf vor, nach Ausfall der Wasserversorgung eine minimale Trinkwasserversorgung der Bevölkerung sicherstellen, z.B. mit Notbrunnen und Tankwagen. Sonst wird es sehr schnell sehr hässlich.
NVBS — Notfall Vorsorge Beratung Oberschleißheim
Bernd Steinert, Vorstand




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