Ohne Heizung bei einem Blackout im Winter
Der Brandanschlag auf eine Berliner Kabelbrücke hat am Samstagmorgen (03.01.2026) zehntausende Haushalte mitten im Winter ohne Strom und Heizung zurückgelassen. Besonders hart traf es mehrere Alten- und Pflegeheime, die wegen fehlender Notstromversorgung evakuiert werden mussten.
Was wie ein entferntes Großstadtproblem aussieht, zeigt eine unbequeme Wahrheit: Unsere Wärme- und Stromversorgung hängt an wenigen, verwundbaren Punkten. Wenn einer davon ausfällt — sei es durch Sabotage, Unfall oder Wetter — stehen plötzlich ganze Gemeinden im Kalten. So lokal begrenzt lässt sich das noch beherrschen.
Die Frage lautet nicht, ob so etwas auch uns treffen kann, sondern wie gut wir darauf vorbereitet sind. Und genau darum geht in diesem zweiten Artikel meiner Serie „Blackout-Vorsorge“. Und wieder musste ein Vorfall aus meiner alten Heimat mich daran erinnern, endlich diesen Artikel zu schreiben.
Ein großflächiger Stromausfall, auch Blackout genannt, ist eines der Szenarien, das Experten weltweit als potenziell größte Herausforderung der modernen Gesellschaft betrachten. Von der Beleuchtung über die Wasserversorgung bis zur Kommunikation – unser Alltag hängt vom Strom ab. Doch was passiert, wenn er plötzlich nicht mehr verfügbar ist?
Wie überlebt man einen Blackout speziell im Winter, wenn Strom und Heizung ausfallen? In der freien Natur kann man drei Stunden ohne Schutz vor Kälte überleben. In Wohnungen sicher länger. Aber auch da wird es irgendwann ungemütlich. Wer ist schon darauf vorbereitet zehn Tage ohne Strom, Telefon, Leitungswasser, Essen und vor allem Heizung auszukommen?
Wer nicht vorbereitet ist, riskiert Unterkühlung und im Extremfall Lebensgefahr. Besonders gefährdet sind Kinder, Senioren und ohnehin schon Kranke.
Konzentrieren Sie die Wärme in einem kleinen Raum. Wenn Sie ein Zelt ohne Heringe haben, bauen Sie es in der Wohnung auf! Improvisieren Sie: Aus einem großen Tisch, Stühlen, Wäscheleine und Decken lässt sich auch eine Art Zelt basteln. Damit nutzen Sie Ihre menschliche Körperwärme optimal.
Isolieren Sie zusätzlich Fenster mit Handtüchern, Decken und Klebeband. Den Boden unter dem Zelt können Sie mit Teppichen, Matratzen, Kartons zusätzlich isolieren. Kümmern Sie sich um ältere Mitbürger und laden Nachbarn ein. Mit vertrauten Menschen zusammenrücken – Nähe wärmt! Je mehr Menschen in einem kleinen Raum sind, desto wärmer bleibt er. Aber bitte regelmäßig kurz stoßlüften!
Im Vorteil ist, wer eh noch einen Holzofen hat und den Umgang damit geübt ist. Andere Wärmequellen wie Kerzen und Teelicht-Öfen bringen recht wenig, sind aber eine extreme Brandgefahr: Telefon-Notruf funktioniert nicht mehr. Die Feuerwehr ist eh überlastet. Auch unser eigenes Oberschleißheimer Wasserwerk verfügt zwar über Notstrom für rund 72 Stunden – vorausgesetzt, die Aggregate springen zuverlässig an. In der Vergangenheit kam es hier zu Problemen. Und wenn es nach spätestens drei Tagen kein Leitungswasser mehr gibt, kann die Feuerwehr auch kaum noch löschen. Ganze Häuser-Blöcke können ohne genug Löschwasser abbrennen.
In diesem Artikel konzentriere ich mich bewusst auf Maßnahmen, die mit haushaltsüblichen Mitteln umsetzbar sind. Mobile Gasheizungen mit Propanflaschen oder andere technische Lösungen werden hier nicht behandelt – sie erfordern besondere Sicherheitsvorkehrungen und sind nicht für jeden Haushalt geeignet.
Sorgen Sie vor und bleiben Sie auch im Jahr 2026 gesund
Bernd Steinert, 089 37559194




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