Drei Minuten können über Leben und Tod entscheiden
Am 9. September 2025 gingen im Berliner Südosten die Lichter aus. Ein Brandanschlag auf zwei Hochspannungsmasten war der Auslöser. Zehntausende Haushalte und viele Betriebe waren betroffen. Die Reparatur dauerte Tage.
Was wie ein lokales Ereignis klingt, ist ein Warnsignal: Sabotage kann jederzeit und überall zuschlagen – und ein technischer Defekt noch viel schlimmer. Ein großflächiger, langanhaltender Stromausfall – ein echter Blackout.
Es bleibt eine unbequeme Wahrheit: Ein Blackout ist nicht nur ein logistisches Problem – er ist eine medizinische Gefahr. Egal, ob Beatmungsgeräte oder Insulinpumpen, sie alle hängen am Strom. Und wenn der eingebaute Akku erstmal leer ist, überlebt man nur drei Minuten ohne Sauerstoff.
Dieser erste Artikel aus meiner Serie „Blackout-Vorsorge“ zeigt, wie man sich vorbereitet – pragmatisch, realistisch und ohne Panikmache. Denn Vorsorge beginnt mit Verantwortung: Für sich selbst, für Angehörige, für alle, die auf Hilfe angewiesen sind.
Ein technischer Lösungsansatz ist ein inselfähiges Photovoltaik-Balkonkraftwerk mit Powerstation – also eine autarke Stromversorgung direkt vom Balkon. Große Powerbanks (z. B. Bluetti, EcoFlow) mit LiFePO₄-Akkus bieten bis zu 3.000 Wh Kapazität. Die PV-Panels laden den Akku auch bei Netzausfall.
Im absoluten Notfall sind sie sogar mobil aufladbar – etwa bei einem „Leuchtturm“, also einem öffentlichen Ladepunkt oder im Rahmen von Nachbarschaftshilfe.
Sorgen Sie vor und bleiben Sie gesund
Bernd Steinert, Elektro Steinert
PS von der Redaktion: Wer sich über weitere Vorsorgemaßnahmen informieren will, findet sie auch in dem aktuellen Ratgeber Vorsorge für Krisen und Katastrophen vom Bundesamt für Bevölkerungschutz.




Wer dringend auf ein elektrisch betriebenes medizinische Gerät angewiesen ist, sollte den Ausfall des Gerätes oder der Stromversorgung wirklich einmal durchspielen und für einen Plan B sorgen.
Von unserer Gemeinde war zum Thema Katastrophenschutz bislang kaum etwas zu hören. Wüsste man beispielsweise, dass man in erreichbarer Entfernung eine Powerstation aufladen könnte, könnte man für den Ernstfall einen Nachbarn für den Transport der Powerstation gewinnen.
Die Powerstation müsste man dann natürlich auch haben und pflegen: Alle paar Monate muss man sie aufladen und ausprobieren.
Ein Stromgenerator wäre noch aufwändiger, weil man regelmäßig Ölwechsel machen und neues Benzin besorgen muss. Öl und Benzin sind nur begrenzt lagerfähig.
Glück hat, wer mit der Nachbarschaft vernetzt ist. Dann könne man den Generator gemeinsam anschaffen und einen Freiwilligen mit Lagerung und Wartung betrauen.
Oder jemand hat eine Solaranlage, die auch ohne Stromnetz funktioniert und einem die Powerstation aufladen kann — sofern es genug Sonnenschein gab. Derjenige hat vielleicht auch einen Kühlschrank, in dem man im Ernstfall kühlpflichtige Medikamente lagern kann.
All das bedeutet Kommunikationsaufwand, den man während eines längeren Stromausfalls ohne Telefon oder Handy leisten können muss. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.