Keine KiTa-Plätze, keine Lösungen

Nach aktuellen Zahlen können im neuen Schuljahr ab September 43 Anmeldungen für eine Kinderkrippe nicht bedient werden und 24 Anmeldungen für den Kindergarten, worauf die Eltern jeweils Rechtsanspruch hätten. Der Gemeinderat hat dazu beschlossen, „weiterhin nach Lösungen zur Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen für Krippenkinder zu suchen“.

Für die fehlenden Kindergartenplätze ist nicht ein Mangel an Räumen das Problem. Hier stehen Gruppenräume in bestehenden Einrichtungen leer, alleine es fehlt an Personal. Alle angefragten Kindergartenplätze könnten räumlich bereitgestellt werden, hieß es aus der Gemeindeverwaltung.

Eröffnet werden soll nun voraussichtlich im Oktober eine neue Großtagespflege in einer ehemaligen Wohnung am Michaelianger, in der Tagesmütter der Nachbarschaftshilfe acht Kinder betreuen.

Zuvor hatte das Gremium hinter verschlossenen Türen den seinerzeitigen Plan storniert, mit Containern am Hallenbad provisorische Betreuungsplätze zu schaffen. Der bereits gefasste Beschluss, die Container nicht zu bestellen, wurde noch mal wiederholt und jetzt öffentlich mit 17:4 Stimmen von CSU, FW, SPD, FDP und zwei Grünen gegen zwei Grüne, ÖDP und eine Stimme der FW gefasst.

Christoph Münster (Grüne) erinnerte, dass Kinderbetreuung als Pflichtaufgabe der Gemeinde Vorrang vor freiwilligen Ausgaben besitze. Daher müssten die Finanzen eben anders gewichtet werden, um das Provisorium zu ermöglichen.

FW und ÖDP forderten konkret, statt der Container das bestehende Gebäude beim Hallenbad als Provisorium zu nutzen. Die ehemals vom HPCA als heilpädagogische Kindertagesstätte gepachteten Räume werden derzeit als Mittagsbetreuung genutzt.

Die könne auch in die umgebaute Grundschule Parksiedlung ziehen, regte Sebastian Riedelbauch (ÖDP) an, und das Haus am Hallenbad als Kindertagesstätte genutzt werden. „Wir müssen jetzt kreativ werden“, forderte er.

In der Beschlusslage des Gemeinderats soll dieses Gebäude allerdings abgerissen werden, um dort das neue Kinderhaus zu errichten. „Da muss man mal umdenken“, forderte FW-Sprecher Stefan Vohburger. Ein nutzbares Gebäude jetzt sei höher zu gewichten als ein Neubau, der vielleicht 2024 den Bedarf von Neubaugebieten aufnehmen könne.

Peter Benthues (CSU) warnte, dass auch für eine Nutzung des Gebäudes am Hallenbad noch keine Kosten ermittelt seien. Hier könne man „schnell wieder auf der gleichen Schiene stehen“ wie bei den Containern, dass es nämlich nicht leistbar sei.

Finanzielle Reserven und Luftschlösser

In der nichtöffentlichen Sitzung zuvor hatten SPD, Grüne und ÖDP offenbar gefordert, die Pläne und Kosten für eine kleinere Container-Lösung zu ermitteln, was wohl abgelehnt wurde. „Damit wurde eine Lösung unmöglich gemacht“, klagte Erich Elsner (SPD).

Casimir Katz (FDP) appellierte, unbedingt an den Neubauplänen festzuhalten und deshalb keine teuren Provisorien anzugehen, „damit wir die finanziellen Reserven behalten“.

Als Übergangslösung müsse man „an verschiedenen Stellen mit verschiedenen Mitteln vorgehen“. Mit derartigen Hoffnung auf andere Lösungen „bauen wir uns nur Luftschlösser“, rügte Münster.

Den Plan, das Haus am Hallenbad als Interimslösung zu nutzen, lehnten SPD, Grüne, FDP und zwei Räte der CSU gegen FW, ÖDP und drei CSUler mit 11:10 Stimmen ab.

Ingrid Lindbüchl (Grüne) mahnte jenseits der Debatte über Räume auch einen Fokus auf das zweite Problem an: „Ich sehe keinen Ansatz, das nötige Personal zu gewinnen.“ Stefan Vohburger forderte zudem bessere Grundlagenermittlung von Elternwünschen und Bedarf, damit besser geplant werden könne.

Worüber wird abgestimmt?

Heftige Auseinandersetzungen und sogar eine Sitzungsunterbrechung gab es um die Modalitäten der Abstimmung. Zweiter Bürgermeister Harald Müller (SPD) als Sitzungsleiter bestand darauf, dass Riedelbauch seinen Antrag auf Interimsnutzung des Hauses am Hallenbad schriftlich vorlegen müsse.

Stattdessen ließ er über den Vorschlag der Gemeindeverwaltung abstimmen. Das sei ein Verstoß gegen die Geschäftsordnung, warfen ihm Riedelbauch und Hans Hirschfeld (FW) vor. Christoph Münster bezweifelte ohnehin die Rechtmäßigkeit der Beschlüsse, da teilweise über gleiche Inhalte mehrfach abgestimmt worden sei.

Ein Lesermail

  1. Solange es für die Kids keine Erzieher gibt, braucht man echt nicht über Räumlichkeiten reden.

    Setzt euch für eine super Bezahlung der Erzieher ein! Sie betreuen das Wertvollste, was wir haben- unsere Kinder! Schafft bezahlbaren Wohnraum für die Erzieher oder kriegt es hin, dass je ein Elternteil bei den Kids bleibt, bis es wenigstens 3 Jahre alt ist.

    Klingt altbacken, ich weiß, aber für ein Kind das beste, was sein kann.

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