Ein Plan für den Verkehr

Für den Umgang mit den vielfältigen Problemen und Anforderungen durch den Verkehr hat die Gemeinde als Richtschnur nun einen Verkehrsentwicklungsplan. Ein knapp 250seitiger Bericht bietet eine Verkehrserhebung mit Problemanalyse ebenso wie als Entwicklungsansätze bis 2035 zehn übergeordnete Leitziele und Dutzende von konkreten Maßnahmen zu unterschiedlichsten Aspekten.

Der Verkehrsentwicklungsplan war in mehreren Bürgerworkshops vorbereitet worden. Bürgermeister Markus Böck würdigte die Erarbeitung und die Bürgerbeteiligung dabei als „sehr konstruktiv“. Der Gemeinderat hat das Papier nun einstimmig verabschiedet.

Für die zentralen Verkehrsprobleme mit Autobahnen, Staats- und die Bundesstraße gibt der Verkehrsentwicklungsplan fachliche Expertisen. Wo Oberschleißheim selbst tätig werden kann, stecken zehn Leitziele den Rahmen ab, innerhalb dessen sich konkrete Projekte bewegen sollten.

Ein zentrales Statement dabei bedeutet ein Umsteuern gegenüber dem jahrzehntelangen Dogma von der autogerechten Stadt: Bei der nötigen Aufteilung des knappen öffentlichen Raumes auf die unterschiedlichen Verkehrsangebote sollen künftig „die Alternativen zum Auto Vorrang haben“ sollen.

Für Fußgänger und Radfahrer sollen Hürden und Barrieren beseitigt werden, die sich durch die Optimierung für den Kfz-Verkehr aufgetan haben. Dazu sollen ihre jeweiligen Wegenetzte ausgebaut und komfortabler werden.

„Intensiv fördern“ soll die Gemeinde laut ihren Leitzielen „neue Formen der Mobilität, die ein Teilen statt Besitzen von Verkehrsmitteln zum Ziel haben“. Ein zentrales Ziel ist auch die Vernetzung der unterschiedlichen Mobilitätsangebote. „An Umsteigepunkten bestehen kurze Wartezeiten“, heißt es als Zielsetzung, „verschiedene Verkehrsangebote sind räumlich und zeitlich aufeinander abgestimmt, intermodale Wegeketten sind attraktiv.“

In der weiteren Ortsentwicklung solle der Verkehr unter diesen Prämissen bei allen Maßnahmen immer gleich mitgedacht werden. In der konkreten Siedlungsentwicklung in Neubau- oder Gewerbegebieten werde „eine effiziente und ressourcenschonende Fortbewegung“ zur Planungsgrundlage.

Die konkreten Maßnahmen, die der Plan aus der Problemanalyse einerseits und den Leitzielen andererseits entwickelt, sind mit der Beschlussfassung jetzt freilich noch nicht eingeleitet. Böck betonte, dass sich daraus „keine Maßnahmenliste ableiten“ lasse.

Mit dem Plan könne vielmehr „eine Position der Gemeinde entstehen“, erläuterte Ulrich Glöckl vom Planungsbüro „Schlothauer und Wauer“. Einzelne Initiativen müssten sich daraus in der Folge dann durch Anträge ergeben, die im Einzelfall dann wieder diskutiert und bewertet werden – aber eben anhand des Rasters im Verkehrsentwicklungsplan.

„Wenn wir dadurch zu mehr Sachlichkeit in der Debatte kommen, ist das schon gut“, sagte Casimir Katz (FDP). Der Plan fordert unter anderem auch die Bestellung eines Mobilitätsbeauftragten in der Gemeinde, dessen konkreter Job dann die schrittweise Umsetzung wäre.

(Ein paar Gedanken dazu)

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