Keine Alternative zur Brückensperre

Bei der anstehenden Brücksanierung der Brücke in der Mittenheimer Straße über die Bahn bleibt es bei einer mehrmonatigen Komplettsperre. Ein alternativer Ansatz der FDP, während der Bauarbeiten einen Einbahnstraßenbetrieb über die Brücke aufrecht zu erhalten, wurde vom Gemeinderat einstimmig abgelehnt.

Der FDP-Ortsvorsitzende und Bürgermeisterkandidat Casimir Katz, selbst Bauingenieur, hat die möglichen Konsequenzen der Sperrung im Detail analysiert. Insbesondere westlich der Brücke werde der Verkehr in Nord-Süd-Richtung über Feierabend- und Sonnenstraße in Stoßzeiten zum Erliegen kommen, warnt er.

Laut der Datenanalysen in der aktuellen Verkehrsentwicklungsplanung der Gemeinde passieren die Brücke täglich rund 9600 Fahrzeuge. Nur rund 19 Prozent davon ist Durchgangsverkehr, der bei einer Sperrung theoretisch den Ort auch großräumig umfahren könnte. Aber 47 Prozent der Fahrten über die Brücke haben Start oder Ziel in Oberschleißheim und 34 Prozent beides.

Bei einer Vollsperrung der Brücke müssten also mindestens 81 Prozent dieser Verkehrsbewegungen auf die Dachauer oder die Schönleutnerstraße ausweichen und damit die Bahn passieren. Andere Querungsmöglichkeiten gibt es am Ort nicht. Die räumlich nächste Querung über die Le-Cres-Brücke in Unterschleißheim wird bizarrerweise parallel zur Oberschleißheimer Brückensperrung auch wegen Bauarbeiten im Münchner Ring dicht sein.

Da es für den Umleitungsverkehr aus der Feierabend- und Sonnenstraße in die Dachauer Straße nicht ausreichend Aufstellplatz in den Abbiegespuren gebe, werde der reguläre Geradeaus-Verkehr komplett blockiert werden, prophezeit Katz. Die Kreuzung der Feierabend-/Sonnenstraße mit der Dachauer Straße passieren – ohne Baustelle – in Nord-Süd-Richtung täglich über 15.000 Fahrzeuge.

Katz hat daher zuvorderst angeregt, während der Brückensperrung das Linksabbiegen von der Feierabendstraße in die Dachauer Straße Richtung Bahnschranke zu untersagen. Der Verkehr könne weiter nach Süden in die Sonnenstraße fließen, dort am Ortsausgang im Kreisverkehr die Richtung wechseln und dann von Süden her kommend nach rechts in die Dachauer Straße abbiegen.

Das will der Gemeinderat nun dem Landratsamt vorschlagen, das für Verkehrsregelungen auf Dachauer, Feierabend- und Sonnenstraße zuständig ist, die als Bundes- und Staatsstraßen überörtlich gelenkt werden.

Katz‘ ergänzender Vorschlag, die Brücke während Teilen der Bauarbeiten einspurig offen zu halten und Einbahnstraßenverkehr zu ermöglichen, wurde jedoch einhellig abgewiesen. Das große Problem der Einbahnstraßenvariante ist es, im Notfall Rettungsfahrzeuge rasch über die Brücke zu bringen.

Bei einer Vollsperre müsste nur der Baustellenbetrieb stoppen, um die Einsatzkräfte durchzulassen, was in die Baustellabläufe eingespeist werden könne; bei Verkehrsfluss aber könnten sich unkalkulierbare Stau- und Unfallszenarien ergeben, die den Einsatz entscheidend verzögern könnten.

Katz hatte differenziert, dass die Brücke während der Bauarbeiten an den Rampen mit jeweils 400 Meter bearbeiteter Strecke gesperrt bleiben müsse. Dies ist laut Baustellenplan 2020 vorgesehen. Er rechnete jedoch vor, dass die nur 120 Meter langen Baustellenteile der Jahre 2021 und 2022 so übersichtlich seien, dass hier Einbahnstraßenverkehr ermöglicht werden könne.

Dem widersprach die Polizei allerdings vehement. Es verblieben immer Unwägbarkeiten, mahnte Manfred Graf, der Dienststellenleiter der Oberschleißheimer Inspektion, und das hieße für ihn, „mit der Sicherheit der Bürger zu spielen“.

Gemeindebauamtsleiterin Christiane Kmoch betonte, der FDP-Plan sei bereits dem Landratsamt vorgelegt worden und dort habe es ebenfalls keinerlei Aussichten auf eine Akzeptanz gegeben.

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