Ingenieurbüro GRASSL GmbH stellt Vorplanungsvarianten vor
Großer Andrang im Bürgerzentrum: Die vorgestellte Vorplanung für die “Höhenfreimachung” des Bahnübergangs an der B471 stößt im Gemeinderat auf grundsätzlich positive Resonanz. Sorgen bereiten vor allem die Verkehrsführung während der Bauzeit, die Erschließung angrenzender Grundstücke und der Lärmschutz.
Die Gemeinderatssitzung am 27. Oktober fand wegen des großen Besucherandrangs im Saal des Bürgerzentrums statt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger wollten die Vorstellung der Vorplanung zur Beseitigung des Bahnübergangs Oberschleißheim auf der B471 verfolgen. Auch die Deutsche Bahn, das Staatliche Bauamt Freising und das beauftragte Planungsbüro Grassl waren mit Vertretern vor Ort.
Ferdinand Petschik, vom beauftragten vom Ingenieurbüro GRASSL GmbH erläuterte den aktuellen Planungsstand. Im Mittelpunkt steht die Möglichkeit, die Bundesstraße B471 unter der Bahnstrecke hindurchzuführen und damit den bestehenden Bahnübergang zu beseitigen.
Anspruchsvolle Planung mit zahlreichen Randbedingungen
Das Projekt betrifft die vielbefahrene S‑Bahnstrecke der S1 München-Freising/Flughafen und gleichzeitig die Bahnstrecke München–Regensburg, eine bedeutende Verbindung des Schienenverkehrs und Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes. Die Planung muss zahlreiche denkmalpflegerische Belange berücksichtigen. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Schleißheimer Schlosskanal zu.
Eine weitere Herausforderung sind die Eingriffe in private Grundstücke. Teilweise müssen Grundstücke künftig über die Gartenstraße erschlossen werden. Dies stieß bei einigen Anwohnern auf deutliche Kritik. Sie bezweifeln, dass die Gartenstraße geeignet ist, die zusätzlichen Verkehrsströme aufzunehmen.
Positive Signale aus dem Gemeinderat
Grundsätzlich positiv äußerte sich Gemeinderat Stefan Vohburger als Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Gemeinderat von Oberschleißheim. Er zeigte sich erfreut über die nun eröffnete Möglichkeit, die B471 unter der Bahnstrecke hindurchzuführen.
Auch Gemeinderat Peter Benthues erklärte für die CSU, man solle an die positiven Aspekte der vorgestellten Lösung fest glauben. Er stehe dem Projekt positiv gegenüber und hoffe, dass sich die noch offenen Probleme lösen lassen.
Gemeinderat Dr. Casimir Katz (FDP) räumte ein, dass er eine derart einfache Lösung zunächst nicht für möglich gehalten habe: „Wir waren nicht davon ausgegangen, dass so eine einfache Lösung möglich ist.“ Zugleich mahnte er, die noch offenen Fragen nicht aus dem Blick zu verlieren. Dazu zählte er insbesondere den Bahnübergang an der Schönleutnerstraße und die Frage, ob dieser möglicherweise im Zuge des Bauprojekts beseitigt werden könnte.
Dr. Katz verwies zudem auf eine Änderung des Eisenbahnkreuzungsgesetzes aus dem Jahr 2020. Danach werde die Gemeinde an den Kosten für das Vorhaben nicht mehr beteiligt. Für die finanziell angespannte Gemeinde Oberschleißheim wäre dies eine erhebliche Entlastung.

Deutlich skeptischer äußerte sich Gemeinderätin Gaby Hohenberger von den Grünen. Sie befürchtet, dass die betroffenen Anlieger und Grundstückseigentümer mit der geplanten Lösung nicht einverstanden sein könnten und deshalb ihre privaten Grundstücke nicht für das Vorhaben zur Verfügung stellen würden.
Für die SPD wies Erich Elsner auf eine weitere mögliche Schwierigkeit hin: Mittelfristig müsse der Allacher Tunnel aufwendig saniert werden. Es sei deshalb zu befürchten, dass sich die Bauphasen beider Projekte zeitlich überschnitten und dadurch chaotische Verkehrsprobleme in der Region entstünden.
Lärmschutz und Bauzeit noch nicht abschließend geklärt
Gemeinderätin Irene Bogdain (SPD) fragte die Vertreter der Bahn, ob bereits Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen seien. Die Vertreterin der DB InfraGO, Frau Ramusi, konnte hierzu noch keine konkrete Auskunft geben. Wann an dieser Stelle gegebenenfalls ein Lärmsanierungsprogramm durchgeführt werde, sei ihr derzeit nicht bekannt. Sie müsse dies noch klären.
Auch die Dauer der Bauarbeiten und die Auswirkungen auf den Bahnverkehr beschäftigten die Anwesenden. Auf die Frage eines Bürgers nach der voraussichtlichen Bauzeit wurde ein Zeitraum von drei Kalenderjahren genannt.
Dr. Peter Lemmen, langjähriges SPD-Mitglied des Gemeinderats, wollte wissen, wie lange die Bahnstrecke für die Bauarbeiten gesperrt werden müsse. Nach derzeitigem Stand sei mit einer Unterbrechung des Bahnverkehrs von voraussichtlich zwei Wochen zu rechnen.
Umleitungen während der Bauzeit als zentrale Herausforderung
Besonders große Sorgen bereitet vielen Bürgern die Verkehrsführung während der voraussichtlich dreijährigen Bauzeit. Bürgermeister Böck machte deutlich, dass die Bauarbeiten nur dann bewältigt werden könnten, wenn der Verkehr weiträumig um Oberschleißheim herumgeleitet werde.
Damit wird die Umleitungsplanung zu einer entscheidenden Voraussetzung für die praktische Umsetzung des Vorhabens. Wie diese im Einzelnen aussehen wird, muss im weiteren Planungsverlauf geklärt werden.
Wie geht es nun weiter?
Für die weitere Planung wird das Staatliche Bauamt Freising federführend sein. Auch die geplante Bewerbung Münchens als Austragungsort Olympischer Spiele könnte für die zeitliche Einordnung des Projekts eine Rolle spielen.
Eine weitere Bürgerfrage galt dem geplanten sogenannten Vollkleeblatt an der A92. Bürgermeister Böck erklärte, das Planfeststellungsverfahren für dieses Vorhaben sei rechtskräftig. Nach den vorgesehenen Ausschreibungen in den Jahren 2027 und 2028 könne mit dem Bau im Jahr 2029 gerechnet werden.
Die vorgestellte Vorplanung eröffnet damit eine Perspektive für die Beseitigung des Bahnübergangs an der B471. Die grundsätzliche Zustimmung im Gemeinderat ist erkennbar. Ob und wie das Projekt umgesetzt werden kann, hängt jedoch wesentlich davon ab, ob die noch offenen Fragen zur Grundstückserschließung, zum Lärmschutz und zur Verkehrsführung während der Bauzeit zufriedenstellend geklärt werden können.
Der Gemeinderat stimmt der weiteren Planung zu
Schließlich stimmte der Gemeinderat dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zu – bei zwei Gegenstimmen aus den Reihen der Grünen. Das Staatliche Bauamt Freising wird darin gebeten, „alle weiteren erforderlichen Maßnahmen zur Umsetzung der […] Planung einzuleiten“.
Harald Müller




Der beste Verkehr ist gar kein Durchfahrtsverkehr …
Ob unser erster Bürgermeister recht behält — er bezweifelt, dass es mehr wird — oder unser nachweislicher Fachexperte Casimir Katz: „es werden mehr diese Route beim Stau auf der Autobahn nutzen“„ ist letztendlich egal! Weniger wird‘s nicht!!!
Und den Hinweis von Dr. Katz nehme ich gerne auf, dass ein schnell fließender Verkehr („…die optimale Geschwindigkeit liegt bei 60 km/h“) qualitativ besser als ein Stau zu bewerten sei! Keine Sorge, das wird nicht passieren: wenn die Kreuzung Sonnenstrasse/ B471 wie vorgesehen mit einer Ampelanlage bleibt, bei der Einmündung Mittenheimer Straße/ B471 eine weitere Ampel notwendig werden wird (sic!) und der Fussgänger- Überweg am Schloss ebenfalls bleibt … wird‘s nicht viel schneller gehen, wie jetzt.
Wie im Publikum gestern richtig bemerkt wurde: nur ein Gesamtpaket mit einem Kleeblatt und einer Umgehungsstraße Feldmoching-Unterschleissheim wird den „Schleichverkehr“ nicht überborden lassen!
Und es wird eng, zeitlich wie räumlich: die Troghöhe von 4,5 m ist niedriger wie der Allacher Tunnel bei Rampen von ca. 60 m!
Falls die Olympischen Spiele 2036 in München stattfinden sollten, muss bis Ende 2035 alles stehen … bei einer Bauzeit von 3 Jahren und einer Planungs- und Genehmigungsphase wird‘s wirklich olympisch, von dem Wettkampf um finanzielle Mittel ganz zu schweigen!
Einig müssten wir uns eigentlich alle sein: gar kein Durchgangsverkehr wär halt die beste Variante …