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Wie Lust­heimer Grund­schul­kinder in Zukunft in die Schule kommen

22.08.2026 | Rathaus | 0 Kommentare

Gemein­derat prüft Fort­füh­rung der frei­wil­ligen Schü­ler­be­för­de­rungder Feri­en­aus­schuss entscheidet

Seit jeher ist die Mitfi­nan­zie­rung des Schul­busses, der Lust­heimer Grundschüler*innen morgens in die Schule fährt und mittags/nachmittags wieder nach Hause bringt, eine frei­wil­lige Leis­tung der Gemeinde Ober­schleiß­heim. Weil Lust­heim, der Wohnort der Schü­le­rinnen und Schüler, weniger als zwei Kilo­meter von der Spren­gel­schule entfernt ist, greift die vom Land­kreis finan­zierte Schul­weg­frei­heit in diesem Fall nicht. Und so wurde vor sehr vielen Jahren der Lust­heimer Schulbus instal­liert — als frei­wil­lige Leis­tung der Gemeinde mit einem geringen finan­zi­ellen Anteil für die Schü­ler­el­tern.

Über die Jahre wurde die Mitfi­nan­zie­rung des Schul­busses im Gemein­derat jeweils mit 5‑Jahres Bindung erneuert — bis zum Gemein­de­rats­be­schluss am 29.07.2025. Da hob der Gemein­derat nämlich in seiner Sitzung diese Bindung für 5 Jahre auf und ordnete eine alljähr­liche Über­prü­fung der Beför­de­rungs­zahlen an. Zudem wurde der Eltern­bei­trag pro Kind für das Schul­jahr 2025/2026 auf monat­lich 30,00 € für das erste Kind und auf 20,00 € für das zweite und jedes weitere Kind derselben Familie erhöht.

Mit der Einfüh­rung der Ganz­ta­ges­be­treuung an baye­ri­schen Schulen und den verschie­denen nach­schu­li­schen Betreu­ungs­mo­dellen für Schüler*innen entstanden deswegen im Schul­jahr 2025/2026 mehr Rück­fahrten als erwartet. Das hatte zu einer deut­li­chen Kosten­stei­ge­rung geführt. Teil­weise waren aber auch Leer­fahrten zu verzeichnen, da vergessen wurde, die Kinder beim Busun­ter­nehmen abzu­melden. (Zum Verständnis: Das Busun­ter­nehmen rechnet geplante Fahrten, für die ein/e Busfahrer*in vorge­halten werden muss, ab, egal, ob Kinder im Bus sitzen oder nicht.)

Diese Kosten­stei­ge­rung machte sich bei der vorläu­figen Kosten­rech­nung im laufenden Jahr 2026 in der Kämmerei bemerkbar und so wurde die Schü­ler­be­för­de­rung grund­sätz­lich auf den Prüf­stand gestellt: Die Kosten für den Schulbus beliefen sich von September 2025 bis zum Juni 2026 (10 Monate) auf 29.180,85 €, bei einem von den Eltern finan­zierten Anteil von 6.170,00 €. Daraus ergibt sich ein von der Gemeinde zu tragendes Defizit von 23.010,85 €.

Um die Kosten zu über­prüfen und besten­falls zu mini­mieren, hatte die Verwal­tung kurz vor der Juli-Sitzung 2026 bei den Lust­heimer Eltern eine Umfrage mit verschie­denen Optionen gestartet. Doch die Rück­mel­de­frist war zu kurz­fristig ange­setzt, so dass die Verwal­tung eigen­ständig als Entschei­dungs­grund­lage für die Gemein­de­rats­sit­zung im Juli mit dem Busun­ter­nehmen Vorschläge erar­beitet hatte, die sie für beide Seiten gangbar hielt.

Das rief natür­lich die Lust­heimer Eltern auf den Plan und als Zuschauer in die Gemein­de­rats­sit­zung am 29.07.26: Die Kommu­ni­ka­tion zwischen dem Rathaus und den betrof­fenen Fami­lien sei intrans­pa­rent, lautete der Vorwurf einer Lust­heimer Eltern­spre­cherin bei der Bürger­fra­ge­stunde vor der Sitzung. Die Eltern­schaft hätte sich im Vorfeld der Sitzung zu einer Bera­tung getroffen und den Lust­heimer Gemein­derat Stefan Vohburger von den Freien Wählern dazu gebeten.

Dieser fungierte dann als Sprach­rohr der Eltern­schaft in der Juli-Sitzung. Er stellte den Antrag, den Tages­ord­nungs­punkt nicht abzu­stimmen und eine Entschei­dung darüber, ob und wie oft der Schulbus von und nach Lust­heim fährt, erst im August, im Feri­en­aus­schuss, am 25. August 2026 zu treffen. Weiterhin forderte er, dass die Verwal­tung prüfen möge, welche Kosten bei einer Schü­ler­be­för­de­rung in der Früh zur Schule hin und eine Nach-Hause-Beför­de­rung am Nach­mittag, zu zwei festen Zeiten, oder auch nur einer festen Abhol­zeit am Nach­mittag anfielen. Zudem sei auch zu prüfen, in welcher Höhe die Kosten auf die Eltern umge­legt werden müssten, um das Defizit deut­lich zu redu­zieren. Die Ergeb­nisse sollten dann dem Feri­en­aus­schuss vorge­legt werden und das weitere Vorgehen beschlossen werden.

Diesem Antrag schloss sich der Gemein­derat in der Juli-Sitzung an und stimmte unisono zu.

Inzwi­schen habe sich laut Aussage von Bürger­meister Markus Böck, der Fach­be­reich Kinder­be­treuung der Verwal­tung mit den Lust­heimer Eltern direkt ins Benehmen gesetzt und die jewei­ligen Bedürf­nisse genau abge­fragt. Die Ergeb­nisse könne man in der Sitzungs­vor­be­rei­tung zum Feri­en­aus­schuss einsehen.

–> Hier geht’s zur Sitzung des Feri­en­aus­schusses am Dienstag, 25. August 2026

Dem Feri­en­aus­schuss obliegt nun die Entschei­dung, ob die Gemeinde weiterhin den Schulbus subven­tio­nieren kann und möchte und wenn ja, dann wie hoch die frei­wil­lige Leis­tung künftig ausfallen wird. Ein Beschluss­vor­schlag der Verwal­tung liegt zu diesem Tages­ord­nungs­punkt nicht vor.

Wir dürfen gespannt sein und werden berichten.

Ingrid Lind­büchl


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