Gemeinderat prüft Fortführung der freiwilligen Schülerbeförderung — der Ferienausschuss entscheidet
Seit jeher ist die Mitfinanzierung des Schulbusses, der Lustheimer Grundschüler*innen morgens in die Schule fährt und mittags/nachmittags wieder nach Hause bringt, eine freiwillige Leistung der Gemeinde Oberschleißheim. Weil Lustheim, der Wohnort der Schülerinnen und Schüler, weniger als zwei Kilometer von der Sprengelschule entfernt ist, greift die vom Landkreis finanzierte Schulwegfreiheit in diesem Fall nicht. Und so wurde vor sehr vielen Jahren der Lustheimer Schulbus installiert — als freiwillige Leistung der Gemeinde mit einem geringen finanziellen Anteil für die Schülereltern.
Über die Jahre wurde die Mitfinanzierung des Schulbusses im Gemeinderat jeweils mit 5‑Jahres Bindung erneuert — bis zum Gemeinderatsbeschluss am 29.07.2025. Da hob der Gemeinderat nämlich in seiner Sitzung diese Bindung für 5 Jahre auf und ordnete eine alljährliche Überprüfung der Beförderungszahlen an. Zudem wurde der Elternbeitrag pro Kind für das Schuljahr 2025/2026 auf monatlich 30,00 € für das erste Kind und auf 20,00 € für das zweite und jedes weitere Kind derselben Familie erhöht.
Mit der Einführung der Ganztagesbetreuung an bayerischen Schulen und den verschiedenen nachschulischen Betreuungsmodellen für Schüler*innen entstanden deswegen im Schuljahr 2025/2026 mehr Rückfahrten als erwartet. Das hatte zu einer deutlichen Kostensteigerung geführt. Teilweise waren aber auch Leerfahrten zu verzeichnen, da vergessen wurde, die Kinder beim Busunternehmen abzumelden. (Zum Verständnis: Das Busunternehmen rechnet geplante Fahrten, für die ein/e Busfahrer*in vorgehalten werden muss, ab, egal, ob Kinder im Bus sitzen oder nicht.)
Diese Kostensteigerung machte sich bei der vorläufigen Kostenrechnung im laufenden Jahr 2026 in der Kämmerei bemerkbar und so wurde die Schülerbeförderung grundsätzlich auf den Prüfstand gestellt: Die Kosten für den Schulbus beliefen sich von September 2025 bis zum Juni 2026 (10 Monate) auf 29.180,85 €, bei einem von den Eltern finanzierten Anteil von 6.170,00 €. Daraus ergibt sich ein von der Gemeinde zu tragendes Defizit von 23.010,85 €.
Um die Kosten zu überprüfen und bestenfalls zu minimieren, hatte die Verwaltung kurz vor der Juli-Sitzung 2026 bei den Lustheimer Eltern eine Umfrage mit verschiedenen Optionen gestartet. Doch die Rückmeldefrist war zu kurzfristig angesetzt, so dass die Verwaltung eigenständig als Entscheidungsgrundlage für die Gemeinderatssitzung im Juli mit dem Busunternehmen Vorschläge erarbeitet hatte, die sie für beide Seiten gangbar hielt.
Das rief natürlich die Lustheimer Eltern auf den Plan und als Zuschauer in die Gemeinderatssitzung am 29.07.26: Die Kommunikation zwischen dem Rathaus und den betroffenen Familien sei intransparent, lautete der Vorwurf einer Lustheimer Elternsprecherin bei der Bürgerfragestunde vor der Sitzung. Die Elternschaft hätte sich im Vorfeld der Sitzung zu einer Beratung getroffen und den Lustheimer Gemeinderat Stefan Vohburger von den Freien Wählern dazu gebeten.
Dieser fungierte dann als Sprachrohr der Elternschaft in der Juli-Sitzung. Er stellte den Antrag, den Tagesordnungspunkt nicht abzustimmen und eine Entscheidung darüber, ob und wie oft der Schulbus von und nach Lustheim fährt, erst im August, im Ferienausschuss, am 25. August 2026 zu treffen. Weiterhin forderte er, dass die Verwaltung prüfen möge, welche Kosten bei einer Schülerbeförderung in der Früh zur Schule hin und eine Nach-Hause-Beförderung am Nachmittag, zu zwei festen Zeiten, oder auch nur einer festen Abholzeit am Nachmittag anfielen. Zudem sei auch zu prüfen, in welcher Höhe die Kosten auf die Eltern umgelegt werden müssten, um das Defizit deutlich zu reduzieren. Die Ergebnisse sollten dann dem Ferienausschuss vorgelegt werden und das weitere Vorgehen beschlossen werden.
Diesem Antrag schloss sich der Gemeinderat in der Juli-Sitzung an und stimmte unisono zu.
Inzwischen habe sich laut Aussage von Bürgermeister Markus Böck, der Fachbereich Kinderbetreuung der Verwaltung mit den Lustheimer Eltern direkt ins Benehmen gesetzt und die jeweiligen Bedürfnisse genau abgefragt. Die Ergebnisse könne man in der Sitzungsvorbereitung zum Ferienausschuss einsehen.
–> Hier geht’s zur Sitzung des Ferienausschusses am Dienstag, 25. August 2026
Dem Ferienausschuss obliegt nun die Entscheidung, ob die Gemeinde weiterhin den Schulbus subventionieren kann und möchte und wenn ja, dann wie hoch die freiwillige Leistung künftig ausfallen wird. Ein Beschlussvorschlag der Verwaltung liegt zu diesem Tagesordnungspunkt nicht vor.
Wir dürfen gespannt sein und werden berichten.
Ingrid Lindbüchl




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