Haus­halt 2026 des Land­kreises München einstimmig beschlossen

15.12.2025 | Landkreis, Rathaus | 0 Kommentare

Die Spiel­räume sind begrenzt – Kreis­um­lage um knapp zwei Prozent­punkte erhöht

Die Gestal­tungs­spiel­räume des Kreis­tags bei der Finanz­pla­nung für das kommende Haus­halts­jahr waren mehr als begrenzt: Die größten Ausga­be­po­si­tionen entfallen auf gesetz­lich verpflich­tende Aufgaben oder auf Abgaben, die sich an der Umla­ge­kraft des Land­kreises bemessen – eine Größe, auf die der Land­kreis kaum Einfluss hat. Zwar sinkt diese 2026 erneut, mit mehr als 1,3 Milli­arden Euro bleibt sie im Vergleich zu anderen ober­baye­ri­schen Land­kreisen jedoch weiterhin auf Rekord­ni­veau.

Mit großer Sorg­falt klopften die Kreis­gre­mien den Haus­halt in den vergan­genen Wochen nach Einspar­maß­nahmen ab und legten schließ­lich die Kreis­um­lage auf 53,70 Prozent fest. Das Volumen des Verwal­tungs­haus­halts liegt im kommenden Jahr bei rund 994 Millionen Euro.

Der Rück­gang der Umla­ge­kraft ist vor allem auf die sinkenden Gewer­be­steu­er­ein­nahmen in den Kommunen zurück­zu­führen. Mit mehr als 1,3 Milli­arden Euro ist der Land­kreis München dennoch allen anderen ober­baye­ri­schen Land­kreisen weit voraus. Und trotzdem kann er nicht aus dem vollen schöpfen, denn viele Abgaben des Land­kreises sind unmit­telbar an seine Umla­ge­kraft gekop­pelt. Ergo: Wer viel hat, muss auch viel abgeben. Das gilt insbe­son­dere für die Bezirks-umlage, die mit fast 332 Millionen zu Buche schlägt, weitere 16,4 Millionen Euro entfallen auf die Kran­ken­haus­um­lage. Hätte der Frei­staat nicht in letzter Minute noch einge­griffen und die Mittel für den kommu­nalen Finanz­aus­gleich erhöht, wäre die Haus­halts­lage für den Land­kreis München noch weit ernster gewesen. Dank dieser Finanz­spritze musste der Bezirk Ober­bayern seine Umlage nicht um die zunächst kalku­lierten 2,8 Prozent­punkte erhöhen. Auf die jetzt fälligen 332 Millionen hätte der Land­kreis andern­falls zusätz­lich noch gute 22 Millionen Euro drauf­legen müssen. So wichtig wie teuer: die soziale Siche­rung der Bürge­rinnen und Bürger.
Zu den Abgaben an den Bezirk und für die Kran­ken­haus­ver­sor­gung kommen weitere hohe Ausgaben im sozialen Bereich. Allein für die Jugend­hilfe veran­schlagt der Land­kreis fast 97 Millionen Euro. Insge­samt macht der Sozi­al­etat mehr als 61 Prozent der Ausgaben des Verwal­tungs­haus­halts aus. Die Mittel flieflen zum Grofl­teil in gesetz­lich vorge­schrie­bene Leis­tungen, für die der Land­kreis nur teil­weise staat­liche Zuschüsse erhält.


Trotz Aufga­ben­meh­rung nicht mehr Personal
Trotz stetig wach­sender und komplexer werdender Aufgaben wird das Personal im Land­ratsamt 2026 nicht aufge­stockt. Zwar werden sechs neue Stellen ausge­wiesen, sie belasten den Kreis­haus­halt jedoch nicht zusätz­lich: Drei werden im Bereich der Asyl­un­ter­brin­gung durch den Frei­staat refi­nan­ziert, drei weitere sind projekt­ge­bunden für den Neubau des Land­rats­amts in Riem und die IT-Sicher­heit vorge­sehen. Diese werden durch Umver­tei­lungen intern kompen­siert. Dass es dennoch zu einem Anstieg bei den Perso­nal­kosten kommt, ergibt sich im Wesent­li­chen aus den Tarif­stei­ge­rungen, die 2025 beschlossen wurden.

Bildung und Verkehr – wich­tige Ausgaben für einen attrak­tiven Standort

Rund 67 Millionen Euro wendet der Land­kreis für den öffent­li­chen Perso­nen­nah­ver­kehr auf. Dem stehen Einnahmen von rund 16 Millionen Euro entgegen. Auch wenn es sich hier um eine quasi frei­wil­lige Aufgabe des Land­kreises handelt, waren sich alle Frak­tionen einig: Größere Ein-sparungen in diesem Bereich würden sich ganz wesent­lich auf die Lebens­qua­lität der Bürge­rinnen und Bürger im Land­kreis und auf seine Attrak­ti­vität als Wirt­schafts­standort auswirken.

Erneut gestiegen sind die Kosten für den Unter­halt der weiter­füh­renden Schulen.
Mit rund 58 Millionen Euro ist aber auch dies ein wich­tiger Beitrag in die Zukunft des Land­kreises und seiner Einwoh­ner­schaft.

Radwege und Wohn­raum­schaf­fung

Der Vermö­gens­haus­halt des Land­kreises umfasst im kommenden Jahr ein Volumen von 140 Millionen Euro. Schwer­punkte sind Grund­stücks­käufe, etwa für den Schul­campus in Haar, das geplante Feuer­wehraus­bil­dungs­zen­trum oder den Bau von Wohnungen für Mitar­bei­tende. Auch der Ausbau des Radschnell­we­ge­netzes oder der Bau von Geh- und Radwegen entlang von
Kreis­s­traflen werden aus diesem Topf finan­ziert.
Landrat Chris­toph Göbel dankte allen Mitglie­dern des Kreis­tags für die konstruk­tive und von großer Sach­lich­keit geprägte Diskus­sion zum Haus­halt: „Alle Frak­tionen waren sich der Tatsache bewusst, dass der Land­kreis bei seinen Finanzen nur über begrenzte eigene Gestal­tungs-spiel­räume verfügt. Vor diesem Hinter­grund wurde die Debatte sehr zügig und lösungs­ori­en­tiert geführt.“ Und weiter: „Trotz der großen finan­zi­ellen Verpflich­tungen ist es gelungen, einen soliden und trag­fä­higen Finanz­rahmen aufzu­stellen, so dass wir weiterhin insbe­son­dere unseren groflen Schwer­punkt­themen – soziale Siche­rung, ÖPNV und Schulen – gerecht werden können. Doch es schmerzt, dass wir die Land­kreis­kom­munen noch­mals stärker belasten müssen. Hätte der Frei­staat nicht noch in letzter Minute die Mittel für den kommu­nalen Finanz­aus­gleich erhöht und damit die drama­ti­sche Lage etwas abge­mil­dert, dann hätten Land­kreis und Kommunen noch viel tiefer in die Tasche greifen müssen. Es steht aller­dings zu befürchten, dass dies keine dauer­hafte Lösung ist“, so der Landrat. Auch auf Bundes­ebene bestehe drin­gender Hand­lungs­be­darf: „Es kann nicht sein, dass ständig neue Ansprüche gesetz­lich veran­kert werden, deren Finan­zie­rung dann aber im Wesent­li­chen auf die kommu­nale Ebene abge­wälzt wird.“

Wich­tige Posi­tionen des Kreis­haus­halts 2026 im Über­blick:


Verwal­tungs­haus­halt:
Volumen: 994.488.500 Euro
Kreis­um­lage: 53,70 v. H.

Vermö­gens­haus­halt:
Volumen: 140.310.900 Euro
Kredit­er­mäch­ti­gung: 0 Euro
Haus­halts­an­satz für Kredit­auf­nahmen: 118.867.600 Euro

Allge­meine Rück­lage und Schulden zum 31.12.2026:
Allge­meine Rück­lage: 14.414.264 Euro
Schul­den­stand Land­kreis München1) 169.525.384 Euro
Schul­den­stand Schulzweckverbände2): 352.474.290 Euro


1) bei Aufnahme des gesamten Haus­halts­an­satzes für Kredit­auf­nahmen
2) Schul­den­dienst der Schul­zweck­ver­bände ist vom Land­kreis München zu finan­zieren

Chris­tine Spiegel, Land­ratsamt München

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