Von Thomas Neumann
Vielleicht wäre genau dieses Roland-Kaiser-Konzert die Chance, einmal grundsätzlich darüber nachzudenken, wie Oberschleißheim mit Besucherinnen und Besuchern, Kultur und möglichen Einnahmen umgeht.
Schleißheim klagt über knappe Kassen, über eine schwierige Verkehrssituation und darüber, dass vieles nicht möglich sei. Gleichzeitig lassen wir Chancen liegen, die andere Orte selbstverständlich nutzen: zusätzliche Begrüßungsbanner, kleine Verkaufsstände, schön herausgeputzte Cafés, Angebote für Gäste, einfache Orientierung und ein Gefühl von Willkommen.
Keine Angst: Oberschleißheim wird sicher nicht über Nacht Herrenchiemsee oder Neuschwanstein. Dafür lassen wir ja ohnehin kaum Musiker vor dem Schloss zu, keine Souvenirläden entstehen und offenbar sollen Besucherinnen und Besucher am liebsten nur zum Event kommen und danach sofort wieder abreisen.
Aber was wäre, wenn man aus so einem Tag mehr machen würde?
Was wäre, wenn Blumenläden Blumen verkaufen könnten? Wenn kleine Stände mit Frischgetränken in Schlossnähe erlaubt wären? Wenn Klappstühle, Regenschirme, Ponchos oder ein kleines Schleißheim-Merchandising angeboten würden? Wenn Parkplätze mit einer moderaten Gebühr belegt würden – 2 Euro sind vielerorts üblich, sogar auf Flohmärkten in München?
Würden dadurch nicht zusätzliche Einnahmen entstehen – für Betriebe, Vereine, die Gemeinde und am Ende vielleicht sogar für die Wahrnehmung unseres Ortes?
Natürlich muss Verkehr geregelt werden. Natürlich braucht es Sicherheit, Rücksicht auf den Schlosspark und klare Absprachen. Aber alles nur als Problem zu sehen, bringt Oberschleißheim nicht weiter.
Am Ende passiert sonst das Schlimmste: Einer der 7.000 oder 9.000 Gäste merkt sich Schleißheim als schönen Ort und kommt vielleicht noch einmal wieder – sogar ohne Roland Kaiser. Vielleicht folgen irgendwann weitere Konzerte, weitere Kulturveranstaltungen, neue Gäste, mehr Leben und ein bisschen mehr Umsatz im Ort. Für unsere Kassen wäre das bestimmt eine Katastrophe. 😉
Vielleicht wäre es klüger, nicht immer zuerst zu fragen, warum etwas nicht geht, sondern gemeinsam eine Strategie zu entwickeln, wie Schleißheim wieder attraktiver werden kann – für Besucher, für Betriebe und für uns selbst.



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