Vorgezogene Vorstandswahlen am Heilig-Dreikönigstag
“Diese Jahreshauptversammlung ist die erste und vermutlich die wichtigste Vereinsversammlung, weil sie den wichtigsten Verein im Ort, die Feuerwehr, trägt”, sagte 1. Bürgermeister Markus Böck im Feuerwehrhaus bei der traditionell am Heilig-Dreikönigstag stattfindenden Hauptversammlung des Vereins der Freiwilligen Feuerwehr Oberschleißheim. Der Gemeinde und auch dem Gemeinderat sei es ein wichtiges Anliegen, die Feuerwehr bestmöglich zu unterstützen und sie im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten so auszustatten, dass damit beste Rahmenbedingungen für ihre so wichtige Arbeit geschaffen würden.
Neuanschaffung TLF 4000 (Tanklöschfahrzeug)
Im Sommer 2024 wurde ein neues Tanklöschfahrzeug durch die Gemeinde bestellt und bezahlt, im Mai 2026 soll es nun an die Feuerwehr Oberschleißheim übergeben werden.
“Dennoch können wir uns nicht zurückzulehnen”, mahnte 1. Feuerwehrkommandant Wolfgang Schnell in seinem Jahresrückblick, denn der Rüstwagen sei inzwischen fast 25 Jahre alt und zusehends reparaturbedürftig und müsse immer häufiger in die Werkstatt.

Jahresrückblick und Einsatzahlen
Erster Kommandant Wolfgang Schnell veranschaulichte im Jahresrückblick die zum Vorjahr etwas rückläufigen Einsatzzahlen von 648 Fällen. Besonders hob er den Einsatz beim Waldbrand in Saalfeld/Thüringen hervor.
Im Bereich Technik wurden 3650 Arbeitsstunden abgeleistet, im Bereich Verwaltung 3120 Stunden, das Team Ausbildung konnte 5889 Arbeitsstunden vorweisen.
Der aktuelle Personalstand betrage 41 Kinder, 19 Jugendliche und 81 aktive Mitglieder. Nachwuchssorgen kenne die FFW Oberschleißheim aktuell nicht, denn die Kinderfeuerwehr habe einen ungebrochenen Zulauf und erfreue sich dank der qualitätsvollen Arbeit des Leitungsteams um Lisa Schnell höchster Beliebtheit. Im vergangenen Jahr wurde die Kinderfeuerwehr Oberschleißheim sogar mit dem Lions-Club-Jugendpreis ausgezeichnet.
Die First-Responder-Einsätze beliefen sich im Jahr 2025 auf 295 Einsätze. 365 Tage im Jahr, 7 Tage die Woche und 24 Stunden am Tag sei diese freiwillige Leistung der Feuerwehr Oberschleißheim mit jeweils zwei speziell ausgebildeten Kameraden besetzt. Daraus ergäben sich eine Jahresstundenzahl von 17.200 Arbeitsstunden. Für diesen motivierten und nicht selbstverständlichen Einsatz sprach der Kommandant großen Dank aus. Zur weiteren Professionalisierung des First-Responder-Systems seien zwei Tablets angeschafft worden, um die Einsatzprotokolle digital zu erfassen.
Sanierungsbedürftiges Feuerwehrhaus und Platznot
Wie auch schon in den Vorjahren wies Wolfgang Schnell auf den unbefriedigenden Zustand des Feuerwehrhauses hin: “Unser Feuerwehrhaus platzt aus allen Nähten, um den Keller zu entlasten, mussten sogar Container angeschafft werden. Dachziegeln lösen sich und der Putz fällt von der Hausfassade”, rügte der Kommandant.
Neuer PI-Chef stellt sich vor
Auch der neue Leiter Oberschleißheimer PI 48, Polizeioberrat Uwe Dörnhöfer, der seit dem 1. Januar im Amt ist, wurde bei der Hauptversammlung vorstellig. Er versprach gute und unkomplizierte Zusammenarbeit mit den Feuerwehrkameraden.
Vorgezogene Vorstandswahlen
Vor genau einem Jahr hatte sich der langjährige 1. Vorstand Johannes Würzberger zurückgezogen und an Tanja Gommel als 1. Vorsitzende und Daniel Schmid als 2. Vorstand übergeben. Nun aber hat sich im Laufe des vergangenen Jahres die Vorstandscrew bis auf den Schriftführer Hubertus Korste und die Kassierin Judith Eckmüller aufgelöst, sodass bei der Hauptversammlung 2026 erneut gewählt werden musste.
Vorgeschlagen wurde der 61-jährige Lösch- und Brandmeister Richard Viehl, der seit 1980 der FFW Oberschleißheim angehört, alle Feuerwehr Lehrgänge absolviert hat und Träger des silbernen THL-Kreuzes ist. Viehl blickt auf jahrzehntelange Erfahrung als Gruppenführer und Jugendwart zurück und hat sogar als Übungsleiter zwei Feuerwehren, Oberschleißheim und Feldkirchen gleichzeitig betreut. In der Ehrenamtsszene ist er ebenfalls bekannt, denn er organisiert zusammen mit seiner Familie die Veranstaltungen und Auftritte der Schleißheimer Schloßpfeiffer. Richard Viehl erhielt von 67 gültigen Stimmen 63 Ja- und vier Nein-Stimmen und wurde damit zum 1. Vorstand gewählt. Er bedankte sich und nahm die Wahl an: “Ich habe es mir lang überlegt, ob ich’s machen möchte. Ich will auf die Leute zugehen und ausgleichend wirken”, sagte der frisch gewählte Vorstand. Vor allem aber wolle er die Kommunikation zwischen dem Vereinsvorstand und den beiden Feuerwehrkommandanten verbessern. Daran hatte es anscheinend in der Vergangenheit gehapert und wohl zu Zerwürfnissen geführt.
Als 2. Vorstand wurde bei 69 gültigen Stimmen mit 61 Ja-Stimmen und 8 Nein-Stimmen der 22-jährige Liam Rödler gewählt. Der gebürtige Kaiserslauterer war bereits bei der Wahl im Vorjahr angetreten und hatte um nur wenige Stimmen in Gegenkandidatur zu Daniel Schmid knapp verloren. Rödler, der schon in Kaiserslautern Feuerwehrmann war, ist vor zwei Jahren nach Oberschleißheim gezogen und absolviert gerade seine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker. “Als Jugendausbilder und THL-Ausbilder bin ich ohnehin bei jeder Veranstaltung mit dabei und fahre auch sehr viele Einsätze mit, und da bietet sich der Vorstandsposten gut an”, erklärt der rührige Veranstaltungstechniker nach der Wahl. Er habe schon einige Feuerwehrfeste mitgestaltet, zuletzt die Halloween-Party im November 2025. Ihm sei die gute Stimmung unter den Kameraden besonders wichtig und dazu gehörten eben auch gelungene Feste.

Per Akklamation wurde Christian Aigner einstimmig zum Kulturwart bestellt und Alexandra Schnell als Revisorin ebenfalls einstimmig im Amt bestätigt.
Ehrungen
Geehrt wurden Lisa Schnell und Kevin Stangl als Oberfeuerwehrfrau /Oberfeuerwehrmann, Katja Bieling und Tobias Walster als Hauptfeuerwehrfrau/Hauptfeuerwehrmann.
Für 10 Feuerwehrdienst erhielten Susanne Gigl und Benjamin Maier ihre Ehrenurkunden, sowie für 20 Jahre Feuerwehrdienst Michaela Rutat.
Andreas Kirmess wurde für 30 Jahre Feuerwehrdienst geehrt und Wolfgang Schnell und Günter Seger für 40 Jahre im Feuerwehrdienst.

Sternsinger segnen das Feuerwehrhaus im neuen Jahr
Mit “Gloria in excelsis deo” und “Wir kommen daher aus dem Morgenland” besangen die Sternsinger der katholischen Pfarrgemeinschaft das neue Jahr und spendeten allen Anwesenden in Vertretung des erkrankten Dekans Ulrich Kampe den Segen.

Ingrid Lindbüchl




0 Kommentare