Böck und Böltl erhöhen Druck
Die Planungen für die Ortsumgehung Oberschleißheim im Zuge der Staatsstraße St 2342 schreiten weiter voran. Die Maßnahme befindet sich derzeit in der Vorplanungsphase, diese soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Aktuell laufen die Abstimmungsgespräche mit den zuständigen Naturschutzbehörden. Ziel ist es, die Vorplanung als Grundlage für die Variantenentscheidung danach abzuschließen. Die Ortsumgehung soll Oberschleißheim vom Durchgangsverkehr entlasten, die Verkehrssicherheiterhöhen und die Leistungsfähigkeit der regionalen Verkehrsinfrastruktur nachhaltig stärken.
Klarer Rückhalt aus dem Rathaus
Der Erste Bürgermeister der Gemeinde Oberschleißheim, Markus Böck (CSU), betont die Bedeutung des Projekts für die Kommune: „Die Ortsumgehung ist für Oberschleißheim ein zentrales Zukunftsprojekt. Unser Ort leidet seit Jahren unter erheblichem Durchgangsverkehr. Eine leistungsfähige Umgehung schafft spürbare Entlastung für die Bürger, erhöht die Verkehrssicherheit und verbessert die Lebensqualität im gesamten Ort. Mit Nachdruck setze ich mich dafür ein, dass die Planungen zügig und sorgfältig vorangebracht werden.“
Klare Position des Freistaats Bayern – Infrastruktur sichertSpitzenforschung und Standortentwicklung
Als Staatsstraße liegt die St 2342 in der Verantwortung des Freistaats Bayern. Darüber hinaus hat der Freistaat ein eigenes, unmittelbares Interesse an der Ortsumgehung: Mit der Ansiedlung und dem weiteren Ausbau derTierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München in Oberschleißheim verfolgt Bayern das strategische Ziel, Wissenschaft undwirtschaftliche Entwicklung am Standort zu verknüpfen. Damit diese Entwicklung gelingt und sich im Umfeld des LMU-Campus auch innovative Betriebe ansiedeln können, ist eine leistungsfähige und zukunftsfähige Verkehrsanbindung erforderlich. Die Ortsumgehung schafft hierfür eine zentrale infrastrukturelle Voraussetzung.
Maximilian Böltl (CSU), direkt gewählter Stimmkreisabgeordneter für München-Land-Nord, ergänzt: „Die Ortsumgehung ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass sich der LMU-Standort in Oberschleißheim und die geplante gewerbliche Entwicklung tatsächlich erfolgreich miteinander verzahnen lassen. Nur mit einer leistungsfähigen Verkehrsanbindung schaffen wir die Rahmenbedingungen, damit sich innovative Unternehmen ansiedeln, Arbeitsplätze entstehen und Wertschöpfung vor Ort bleibt. Die Umgehungsstraße ist damit weit mehr als ein Verkehrsprojekt – sie ist ein zentraler Baustein für die Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft. Gleichzeitig entlasten wir den Ortskern spürbar vom Nord-Süd-Durchgangsverkehr und lösen eines der größten Verkehrsprobleme in Oberschleißheim. Kommune und Freistaat arbeiten hier eng zusammen. Wir ziehen an einem Strang und treiben dieses Projekt mit Nachdruck voran.“
Markus Böck, 1. Bürgermeister




Das Gespenst Umgehungsstraße geht schon seit über 20 Jahren in Oberschleißheim um, und verspricht die Lösung aller Verkehrsprobleme. Ich persönlich bin der Meinung, dass die Umgehungsstraße nicht die erhoffte Entlastung bringt, sondern nur unnötig viel Fläche versiegelt. Ein Autobahnanschluss Riedmoos wäre die sinnvollere Lösung. Doch heute geht es mit nicht um die Frage, ob die Umgehungsstraße sinnvoll ist, sondern um die Realität. Die Entscheidung liegt nicht in Oberschleißheim, sondern bei der Staatsregierung. Und die hat, wie der Münchner Merkur am 4. Februar 2026 berichtete, ihre Pläne für Umgehungsstraßen deutlich zurückgeschraubt. https://www.merkur.de/bayern/csu-kurswechsel-beim-strassenbau-in-bayern-94154744.html.
Die 40-Millionen Euro teure Straße rangiert nur noch ganz hinten auf der Prioritätenliste – ohne konkrete Planung oder Trassenführung.
Trotzdem wird in dem Artikel des Bürgermeisters der Eindruck erweckt, als stünde das Projekt kurz vor der Umsetzung. Doch es gibt keine Anzeichen dafür. Bürgermeister Markus Böck teilt das Schicksal seiner Vorgänger: Er kann den Prozess nicht vorantreiben, weil die Zuständigkeit woanders liegt. Es ist daher nicht fair, den Bürgern falsche Hoffnungen zu machen.
Wir sollten lieber gemeinsam für einen Autobahnanschluss Riedmoos kämpfen, der weniger Fläche versiegelt und mehr Entlastung verspricht.
Helga Keller-Zenth
Gemeinde- und Kreisrätin Bündnis 90/Grüne
… was der Wahlkampf so alles möglich macht, kleine Anmerkung zur Zeichnung: das Kleeblatt, wo die Zufahrt zum Gewerbegebiet idealerweise angebunden werden sollte (!!), ist Teil des 6‑spurigen Autobahnausbaus, der aktuell nicht priosiert ist.
Autobahn und B471 fallen unter Bundeshoheit, da können wir uns noch so „mit Nachdruck dafür einsetzen“, diese Variante kann ich mir beim besten Willen (zeitnah) als nicht besonders realistisch vorstellen.
Dass wir uns alle eine Ortsumgehung wünschen, ist unbestritten und verdient unser aller Unterstützung!
Vorplanung heißt allerdings nur, dass unterschiedliche Varianten entworfen sind. Danach muss z.B. weiter mit Unterschleißheim abgestimmt werden, wo der weitere Verlauf hinter Oberschleißheim passt …
… diesen Beitrag würde ich deshalb gut abspeichern … fürs Ende der beginnenden Legislaturperiode und den nächsten Wahlkampf, wo er unverändert in unserer schleissheimer-zeitung hoffentlich eine nahende Realisierung ankündigt!