Markus Böck ist Vorsitzender des Zweckverbandes Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern
Seit Juni 2026 ist der Oberschleißheimer 1. Bürgermeister Markus Böck, Vorsitzender des Zweckverbandes Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern und löst damit den bisherigen Vorsitzenden, Dr. Tobias Windhorst, ab. Dieser wurde bei der Kommunalwahl im Frühjahr 2026 im Landkreis Altötting zum Landrat gewählt und schlug bei der außerturnusmäßigen Wahl des Zweckverbandes seinen bisherigen Stellvertreter (seit 2024), Markus Böck, vor.
Böck wurde von der Mitgliedervertretung sofort und einstimmig gewählt, nicht zuletzt wegen seines beruflichen Hintergrunds als ehemaliger Polizeibeamter und wegen seiner “Affinität zu dem Thema”, wie er selbst sagt.
Der frisch gewählte Vorsitzende freut sich auf sein neues Amt: Mit satzungsmäßigen Befugnissen ausgestattet, die den laufenden Geschäften des Zweckverbandes dienen, vertritt er den Zweckverband nach außen, leitet die Verbandsversammlungen und vollzieht deren Beschlüsse.
Der Zweckverband sei ein “hervorragend geführter Verband, der die ihm übertragene Aufgabe vorbildlich wahrnehme”, sagt Markus Böck. Ein Geschäftsführer und mittlerweile 170 Mitarbeiter*innen seien in der Verwaltung und im Außendienst beschäftigt. Zudem wachse der größte Zweckverband Bayerns stetig an, mit aktuell 277 Mitgliedskommunen, die jeweils verwaltet und abgerechnet werden müssten.
Der Zweckverband KVÜ Südostbayern hat die Aufgabe, für seine Verbandsmitglieder die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten nach § 24 StVG in gleicher Weise wie die Dienststellen der bayerischen Landespolizei durchzuführen. Dies betrifft vor allem den ruhenden und den fließenden Verkehr.
Zur Historie der Oberschleißheimer Mitgliedschaft im Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern.
Mit Beschluss des Gemeinderates, Ende des Jahres 2011, und scharf gestellt ab Beginn 2012, ist Oberschleißheim eine von den aktuell 277 Mitgliedskommunen im Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern.
Hatte man sich seinerzeit erbitterte Debatten über den Beitritt und damit die bezahlte Ahndung von Übertretungen von Verkehrsregeln im ruhenden und fließenden Verkehr außerhalb der örtlichen Polizei geliefert, so wird heute im Gemeinderat kein Wort mehr darüber verloren.
Die damalige Bürgermeisterin Elisabeth Ziegler hatte zusammen mit ihrer SPD-Fraktion und den Grünen den Beitritt in den Zweckverband auf den Weg gebracht. Der damalige PI 48-Dienststellenleiter Heinz Eckmüller (†) reagierte auf diesen Vorstoß angefasst und die CSU-Fraktion lehnte ihn zusammen mit den Freien Wählern kategorisch ab. Der damalige Fraktionssprecher der Freien Wähler, Hans Hirschfeld, unterstellte der Bürgermeisterin sogar, dass sie auf “unredliche Weise” die Bürgerinnen und Bürger abzocken wolle, um so Geld in die Gemeindekasse einzuspielen.
Diesen Zankapfel scheinen alle miteinander, nach inzwischen zwei Bürgermeistern und wechselnden Gemeinderäten, einvernehmlich verspeist zu haben. Und augenscheinlich liegt er niemandem mehr im Magen — auch nicht mehr der PI 48, die als Wächterin über die drei Kommunen Oberschleißheim, Unterschleißheim und Garching ohnehin alle Hände voll zu tun hat.
“Die Verkehrsüberwachung in Kommunen soll nicht vordergründig als ‘rentabel’ bezeichnet werden”, findet Markus Böck. “Im Vordergrund soll immer sein, dass die Sicherheit im Straßenverkehr und die der Bürgerinnen und Bürger in den Mitgliedskommunen gestärkt wird. Daher wird es innerhalb des Verbands auch als sehr positiv gesehen, wenn die Verfahrenszahlen auch mal rückläufig sind, weil dies bedeutet, dass sich die Verkehrsteilnehmer mehr an die Verkehrsregeln halten.”
Als Verbandsvorsitzender weiß er aber, dass grundsätzlich nur sehr wenige Kommunen mit der Beauftragung des Zweckverbandes “draufzahlen”. Normalerweise wird den Kommunen ein kleiner Überschuss überwiesen, so dass sich die Kosten aufheben und bestenfalls auch dem Haushalt “ein bisserl gut tun”.
Im vergangenen Jahr 2025 beispielsweise, waren Einnahmen in Höhe von 57.035,59 € bei einem Planansatz von 53.000 € eingegangen, was einen Überschuss in Höhe von 4.035,59 € in die Gemeindekasse einspielte.
Als Verbandsvorsitzender wurde Markus Böck für die Dauer von 6 Jahren gewählt. Sollte er nach dieser Amtszeit nicht mehr als Bürgermeister antreten, kann er laut Satzung auch nicht mehr als Zweckverbandsvorsitzender kandidieren.
Ingrid Lindbüchl




0 Kommentare