V.l.n.r.: Marion Demberger, stellvertretende Geschäftsführerin, Karl Brandmüller, Bürgermeister der Gemeinde Winhöring und stellvertretender Vorsitzender des ZVs, 1. Vorsitzender Markus Böck und Geschäftsführer Simon Wallner. Foto ZV KVÜSOB

Neuer “Verkehrs-Sheriff” in der Stadt

20.08.2026 | Aktuelles, Rathaus | 0 Kommentare

Markus Böck ist Vorsit­zender des Zweck­ver­bandes Kommu­nale Verkehrs­über­wa­chung Südost­bayern

Seit Juni 2026 ist der Ober­schleiß­heimer 1. Bürger­meister Markus Böck, Vorsit­zender des Zweck­ver­bandes Kommu­nale Verkehrs­über­wa­chung Südost­bayern und löst damit den bishe­rigen Vorsit­zenden, Dr. Tobias Wind­horst, ab. Dieser wurde bei der Kommu­nal­wahl im Früh­jahr 2026 im Land­kreis Altöt­ting zum Landrat gewählt und schlug bei der außer­tur­nus­mä­ßigen Wahl des Zweck­ver­bandes seinen bishe­rigen Stell­ver­treter (seit 2024), Markus Böck, vor.

Böck wurde von der Mitglie­der­ver­tre­tung sofort und einstimmig gewählt, nicht zuletzt wegen seines beruf­li­chen Hinter­grunds als ehema­liger Poli­zei­be­amter und wegen seiner “Affi­nität zu dem Thema”, wie er selbst sagt.

Der frisch gewählte Vorsit­zende freut sich auf sein neues Amt: Mit satzungs­mä­ßigen Befug­nissen ausge­stattet, die den laufenden Geschäften des Zweck­ver­bandes dienen, vertritt er den Zweck­ver­band nach außen, leitet die Verbands­ver­samm­lungen und voll­zieht deren Beschlüsse.

Der Zweck­ver­band sei ein “hervor­ra­gend geführter Verband, der die ihm über­tra­gene Aufgabe vorbild­lich wahr­nehme”, sagt Markus Böck. Ein Geschäfts­führer und mitt­ler­weile 170 Mitarbeiter*innen seien in der Verwal­tung und im Außen­dienst beschäf­tigt. Zudem wachse der größte Zweck­ver­band Bayerns stetig an, mit aktuell 277 Mitglieds­kom­munen, die jeweils verwaltet und abge­rechnet werden müssten.

Der Zweck­ver­band KVÜ Südost­bayern hat die Aufgabe, für seine Verbands­mit­glieder die Verfol­gung und Ahndung von Ordnungs­wid­rig­keiten nach § 24 StVG in glei­cher Weise wie die Dienst­stellen der baye­ri­schen Landes­po­lizei durch­zu­führen. Dies betrifft vor allem den ruhenden und den flie­ßenden Verkehr.

Zur Historie der Ober­schleiß­heimer Mitglied­schaft im Zweck­ver­band Kommu­nale Verkehrs­über­wa­chung Südost­bayern.

Mit Beschluss des Gemein­de­rates, Ende des Jahres 2011, und scharf gestellt ab Beginn 2012, ist Ober­schleiß­heim eine von den aktuell 277 Mitglieds­kom­munen im Zweck­ver­band Kommu­nale Verkehrs­über­wa­chung Südost­bayern.

Hatte man sich seiner­zeit erbit­terte Debatten über den Beitritt und damit die bezahlte Ahndung von Über­tre­tungen von Verkehrs­re­geln im ruhenden und flie­ßenden Verkehr außer­halb der örtli­chen Polizei gelie­fert, so wird heute im Gemein­derat kein Wort mehr darüber verloren.

Die dama­lige Bürger­meis­terin Elisa­beth Ziegler hatte zusammen mit ihrer SPD-Frak­tion und den Grünen den Beitritt in den Zweck­ver­band auf den Weg gebracht. Der dama­lige PI 48-Dienst­stel­len­leiter Heinz Eckmüller (†) reagierte auf diesen Vorstoß ange­fasst und die CSU-Frak­tion lehnte ihn zusammen mit den Freien Wählern kate­go­risch ab. Der dama­lige Frak­ti­ons­spre­cher der Freien Wähler, Hans Hirsch­feld, unter­stellte der Bürger­meis­terin sogar, dass sie auf “unred­liche Weise” die Bürge­rinnen und Bürger abzo­cken wolle, um so Geld in die Gemein­de­kasse einzu­spielen.

Diesen Zank­apfel scheinen alle mitein­ander, nach inzwi­schen zwei Bürger­meis­tern und wech­selnden Gemein­de­räten, einver­nehm­lich verspeist zu haben. Und augen­schein­lich liegt er niemandem mehr im Magen — auch nicht mehr der PI 48, die als Wäch­terin über die drei Kommunen Ober­schleiß­heim, Unter­schleiß­heim und Garching ohnehin alle Hände voll zu tun hat.

“Die Verkehrs­über­wa­chung in Kommunen soll nicht vorder­gründig als ‘rentabel’ bezeichnet werden”, findet Markus Böck. “Im Vorder­grund soll immer sein, dass die Sicher­heit im Stra­ßen­ver­kehr und die der Bürge­rinnen und Bürger in den Mitglieds­kom­munen gestärkt wird. Daher wird es inner­halb des Verbands auch als sehr positiv gesehen, wenn die Verfah­rens­zahlen auch mal rück­läufig sind, weil dies bedeutet, dass sich die Verkehrs­teil­nehmer mehr an die Verkehrs­re­geln halten.”

Als Verbands­vor­sit­zender weiß er aber, dass grund­sätz­lich nur sehr wenige Kommunen mit der Beauf­tra­gung des Zweck­ver­bandes “drauf­zahlen”. Norma­ler­weise wird den Kommunen ein kleiner Über­schuss über­wiesen, so dass sich die Kosten aufheben und besten­falls auch dem Haus­halt “ein bisserl gut tun”.

Im vergan­genen Jahr 2025 beispiels­weise, waren Einnahmen in Höhe von 57.035,59 € bei einem Plan­an­satz von 53.000 € einge­gangen, was einen Über­schuss in Höhe von 4.035,59 € in die Gemein­de­kasse einspielte.

Als Verbands­vor­sit­zender wurde Markus Böck für die Dauer von 6 Jahren gewählt. Sollte er nach dieser Amts­zeit nicht mehr als Bürger­meister antreten, kann er laut Satzung auch nicht mehr als Zweck­ver­bands­vor­sit­zender kandi­dieren.

Ingrid Lind­büchl

 

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