Der Quartiersladen "WIR" am Stutenanger 6 war seit 2011 ein sozialer Treffpunkt und Plattform für bürgerschaftliches Engagement. Nun soll dieser "third place" geschlossen werden. Fotos privat

Finanz­aus­schuss schließt das “WIR”

25.02.2026 | Kommunalwahl 2026, Aktuelles, Rathaus | 1 Kommentar

“Third Place” fällt Einspar­maß­nahmen zum Opfer

Lange Jahre war das Quar­tiers­büro der Sozialen Stadt am Stuten­anger 6, in Ober­schleiß­heim, das Vorzei­ge­pro­jekt der Gemeinde in puncto Bürger­be­tei­li­gung und lokalen Gemein­schafts­in­itia­tiven. Mit Been­di­gung des Projektes “Soziale Stadt” musste die Gemeinde das Quar­tiers­büro als Verste­ti­gung der gewach­senen sozialen Struk­turen im Umgriff des städ­te­bau­li­chen Programms weiter­führen und erhalten, da sonst Förder­mittel an den Frei­staat zurück­ge­zahlt werden müssten.

Seit 2020 vom Quar­tiers­büro in den “Quar­tiers­laden” umfunk­tio­niert, wird der soziale Treff­punkt in Verant­wor­tung der Gemeinde Ober­schleiß­heim geführt. Die Koor­di­na­tion der Nutzer­gruppen vor Ort hatte zunächst das Planet’O und später Theresia Maier über­nommen.

Mit Kaffee-Treff, Malen für Kinder, Strick- und Häkel­café, Schach­club, Spie­le­abend, Sprach­cafe, Schleiß­heimer Geschichten, Kunst und Kinder, Treff­punkt für die Projekt­gruppen der Lokalen Agenda 21, Bund Natur­schutz und Klima­neu­tral 2025, entwi­ckelte sich das WIR zum Sammel­punkt für bürger­schaft­li­ches Enga­ge­ment, für Neigungs­gruppen und Hobbys in Gemein­schaft.

Am Montag­abend im Finanz­aus­schuss nun stimmten die Mitglieder des Finanz­aus­schusses bis auf 1 Gegen­stimme dem Vorschlag der Verwal­tung zu: Ab Mitte des Jahres 2026 soll das WIR geschlossen und geräumt werden. Helga Keller-Zenth (Grüne) versuchte als einzige im Ausschuss am WIR fest­zu­halten: “Das Wir ist ein wich­tiger sozialer Treff­punkt, der sich im Laufe der Jahre an dieser Stelle sehr gut etabliert hat, den sollten wir nicht leicht­fertig aufgeben und so teuer ist der Erhalt doch auch nicht”, sagte sie und stieß dabei auf wenig Gegen­liebe bei Bürger­meister Markus Böck. “Auf der einen Seite ringen wir hier bei manchen Posten um 1000,- Euro und nun sollen wir 18.000 € frei­wil­lige Leis­tung weiter geneh­migen. Das passt nicht zusammen”, sagte er.

Ähnlich sahen das auch alle anderen Mitglieder, die zwar durch­wegs bedau­erten, den Standort am Stuten­anger 6 aufgeben zu müssen, dennoch aber die Haus­halts­kon­so­li­die­rung in den Vorder­grund stellten. Stefan Vohburger (Freie Wähler) fragte nach, ob eine Schlie­ßung des WIR-Ladens förder­schäd­lich sei, denn Förder­gelder der Sozialen Stadt seien in die Verste­ti­gung des Quar­tiers­la­dens geflossen. Halte man sich nicht an diese Verste­ti­gung, müsse man gege­be­nen­falls Förder­gelder zurück­zahlen.

Auf die Frage, wo nun die ganzen Gruppen mit ihren Akti­vi­täten hin sollten, antwor­tete der Bürger­meister: “Wir haben noch andere Räum­lich­keiten bei uns in der Gemeinde, wir werden die Gruppen schon unter­bringen. Wo ein Wille da ein Weg!”

Ein Verspre­chen, das der Bürger­meister nun halten muss. Wichtig sei, dass ein Treff­punkt erhalten bleibe, wo genau sei ja nicht schrift­lich fest­ge­legt, sagte er.

Die Abstim­mung endete mit 11:1. In der April-Sitzung des Gemein­de­rates wird der Haus­halt 2026 verab­schiedet werden. Da wird sich zeigen, ob alle Gemein­de­räte die Empfeh­lung des Finanz­aus­schusses so annehmen werden.

Ingrid Lind­büchl

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1 Kommentar

  1. Ich hoffe, Herr Böck hält sein Verspre­chen und es gibt doch andere Raum-Möglich­keiten in Ober­schleiß­heim wo weiter ALLE Akti­vi­täten statt­finden können.

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