“Third Place” fällt Einsparmaßnahmen zum Opfer
Lange Jahre war das Quartiersbüro der Sozialen Stadt am Stutenanger 6, in Oberschleißheim, das Vorzeigeprojekt der Gemeinde in puncto Bürgerbeteiligung und lokalen Gemeinschaftsinitiativen. Mit Beendigung des Projektes “Soziale Stadt” musste die Gemeinde das Quartiersbüro als Verstetigung der gewachsenen sozialen Strukturen im Umgriff des städtebaulichen Programms weiterführen und erhalten, da sonst Fördermittel an den Freistaat zurückgezahlt werden müssten.
Seit 2020 vom Quartiersbüro in den “Quartiersladen” umfunktioniert, wird der soziale Treffpunkt in Verantwortung der Gemeinde Oberschleißheim geführt. Die Koordination der Nutzergruppen vor Ort hatte zunächst das Planet’O und später Theresia Maier übernommen.
Mit Kaffee-Treff, Malen für Kinder, Strick- und Häkelcafé, Schachclub, Spieleabend, Sprachcafe, Schleißheimer Geschichten, Kunst und Kinder, Treffpunkt für die Projektgruppen der Lokalen Agenda 21, Bund Naturschutz und Klimaneutral 2025, entwickelte sich das WIR zum Sammelpunkt für bürgerschaftliches Engagement, für Neigungsgruppen und Hobbys in Gemeinschaft.
Am Montagabend im Finanzausschuss nun stimmten die Mitglieder des Finanzausschusses bis auf 1 Gegenstimme dem Vorschlag der Verwaltung zu: Ab Mitte des Jahres 2026 soll das WIR geschlossen und geräumt werden. Helga Keller-Zenth (Grüne) versuchte als einzige im Ausschuss am WIR festzuhalten: “Das Wir ist ein wichtiger sozialer Treffpunkt, der sich im Laufe der Jahre an dieser Stelle sehr gut etabliert hat, den sollten wir nicht leichtfertig aufgeben und so teuer ist der Erhalt doch auch nicht”, sagte sie und stieß dabei auf wenig Gegenliebe bei Bürgermeister Markus Böck. “Auf der einen Seite ringen wir hier bei manchen Posten um 1000,- Euro und nun sollen wir 18.000 € freiwillige Leistung weiter genehmigen. Das passt nicht zusammen”, sagte er.
Ähnlich sahen das auch alle anderen Mitglieder, die zwar durchwegs bedauerten, den Standort am Stutenanger 6 aufgeben zu müssen, dennoch aber die Haushaltskonsolidierung in den Vordergrund stellten. Stefan Vohburger (Freie Wähler) fragte nach, ob eine Schließung des WIR-Ladens förderschädlich sei, denn Fördergelder der Sozialen Stadt seien in die Verstetigung des Quartiersladens geflossen. Halte man sich nicht an diese Verstetigung, müsse man gegebenenfalls Fördergelder zurückzahlen.
Auf die Frage, wo nun die ganzen Gruppen mit ihren Aktivitäten hin sollten, antwortete der Bürgermeister: “Wir haben noch andere Räumlichkeiten bei uns in der Gemeinde, wir werden die Gruppen schon unterbringen. Wo ein Wille da ein Weg!”
Ein Versprechen, das der Bürgermeister nun halten muss. Wichtig sei, dass ein Treffpunkt erhalten bleibe, wo genau sei ja nicht schriftlich festgelegt, sagte er.
Die Abstimmung endete mit 11:1. In der April-Sitzung des Gemeinderates wird der Haushalt 2026 verabschiedet werden. Da wird sich zeigen, ob alle Gemeinderäte die Empfehlung des Finanzausschusses so annehmen werden.
Ingrid Lindbüchl





Ich hoffe, Herr Böck hält sein Versprechen und es gibt doch andere Raum-Möglichkeiten in Oberschleißheim wo weiter ALLE Aktivitäten stattfinden können.