Eine zweite Zufahrt für Lustheim?

Den Ausbau des südlichen Kanalwegs zu einer zweiten Zufahrtstraße für Lustheim hat der Gemeinderat vorerst abgelehnt. Bei einem Stimmenpatt und drei in der Sitzung fehlenden Räten scheint das letzte Wort in der Angelegenheit freilich noch nicht gesprochen.

Ein Anwohner hatte angeregt, den Weg südlich des Schlosskanals als Straße zu befestigen, um so eine neue Zufahrt zum Schloss Lustheim und damit auch für den Gemeindeteil zu erschließen. Eine Befestigung für den Kfz-Verkehr und eine Anbindung an die Staatsstraße könnte den Ausflugsverkehr zur Schlossanlage an Lustheim vorbei lenken, so die Intention des Antrags.

Wegen der Zunahme des Naherholungsverkehrs in der Pandemie seien dort chaotische Zustände aufgetreten. In Grünanlagen werde geparkt, unter anderem auch entlang des jetzt unbefestigten Kanalwegs, Müll hinterlassen. Dazu sei die Hochmuttinger Straße, an der gerade auch viel gebaut werde, was den Verkehr behindere, völlig überlastet.

Bürgermeister Markus Böck (CSU) wollte den Ausbau des Weges prüfen lassen, er erwarte dadurch „für Lustheim eine große Entlastung“. SPD, Grüne und FDP lehnten die Option allerdings strikt ab. Einen Fuß- und Radweg durch Erholungsgebiet zur Straße auszubauen, sei „völlig unzeitgemäß“, monierte Helga Keller-Zenth (Grüne), die neue Route würde „eher mehr Verkehr nach Lustheim ziehen“.

Ingrid Lindbüchl (Grüne) wunderte sich, wie „eine Einladung, mit dem Auto zu kommen“, die Parksituation und die Müll-Hinterlassenschaften verbessern solle; das Gegenteil werde bewirkt. Casimir Katz (FDP), Radverkehrsbeauftragter der Gemeinde, nannte es „einen Schritt in die falsche Richtung, den Autoverkehr zu ertüchtigen“.

SPD-Sprecher Florian Spirkl wies darauf hin, dass die zweite Öffnung dann auch eine Durchfahrt durch Lustheim ermögliche, was bei den regelmäßigen Staus um den Lustheimer Kreisel eine beliebte Umfahrung werden könnte.

Hans Hirschfeld (FW) erinnerte, dass man erst unter großen Mühen Lustheim vom Verkehrslärm der Staatsstraße abgeschirmt habe. Mit der neuen Straße im bisher autofreien Süden würde man „wieder eine Seite öffnen“, da müsse man die Kosten für den Lärmschutz gleich mitdenken.

Den Antrag weiterverfolgen wollte die CSU und fünf Räte der FW, dagegen waren SPD, Grüne, FDP und ein FWler, so dass er mit 11:11 Stimmen abgelehnt war.

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