Zurück auf Los

Die Leitpläne für den neuen Marktplatz sind jetzt endgültig im Papierkorb, stattdessen sollen sechs Jahre nach dem Baubeginn des neuen Ortszentrums neue Pläne erstellt und ins Verfahren geschickt werden. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, erwartet Bürgermeister Markus Böck.

Die beiden Investoren haben ihre gemeinsamen Vorstellungen nun dem Gemeinderat präsentiert, der einstimmig entschied, der Planung „grundsätzlich näher treten“ zu wollen. Mit dem Neustart könnte bei günstigstem Verlauf in gut drei Jahren ein Markt im Ortszentrum eröffnen.

Die neuen Pläne sehen nun zwei Wohnblöcke auf jeweils fünf Etagen vor. Im Erdgeschoss ist beim einen Block ein „Penny“-Markt mit etwa 800 Quadratmetern Verkaufsfläche angesiedelt ist, beim anderen Gebäude an der Westseite je nach Zuschnitt zwei oder drei Ladenflächen. Der zum Platz hin orientierte Laden soll ein Café aufnehmen.

Am Stutenanger werden für die beiden Komplexe 39 Parkplätze entstehen, für die Hausbewohner werden zweistöckige Tiefgaragen gebaut. Der Platz, den die beiden Objekte bilden, soll an den Bürgerplatz andocken. Dessen Neugestaltung bis zur Nahtstelle ist schon seit Monaten abgeschlossen.

Zu den neuen Blöcken hin wird der Platz ansteigen. Vor dem Café wird zur Korrektur des Gefälles eine Treppensituation angelegt. Die beiden neuen Gebäude nehmen die zeilenartige Struktur der umgebenden Parksiedlung auf. Der Wohnblock über dem Penny-Markt soll ab dem ersten Obergeschoss von den Dimensionen des Marktes zurückspringen und die Westfassade zum Platz hin dann in geschwungener Form gestaltet werden.

Massive Kritik an den Plänen gab es von den Grünen, denen auf dem Marktplatz zu wenig Bäume vorgesehen waren. „Schon der Bürgerplatz ist so kahl geworden“, klagte Gaby Hohenberger, „das heizt sich so auf, dass es unerträglich ist, dort zu sitzen“.

Planer Markus Türk vom Büro “Narr Rist Türk“ verwies auf die Baumreihen, die systematisch die Plätze und ihre Zuwege säumen. Auch am Bürgerplatz wurde südlich eine doppelte Baumreihe geschaffen, am Marktplatz würden alle Zuwege von Alleen begleitet.

Zwischen den neuen Wohnblöcken seien Bäume wegen der Erreichbarkeit durch die Feuerwehr untersagt, außerdem würde „jeder weitere Baum die Nutzungsmöglichkeit des Platzes einschränken“.

Die Grafik der Gemeinde zeigt die Struktur des „Penny“-Gebäudes, vom Bürgerplatz aus gesehen.

Ein Lesermail

  1. Mal wieder glänzt unsere Gemeinde – wie schaut’s denn mit dem Penny, vormals Rewe am Stutenanger aus? Heute im MM-Landkreisteil: „Acht Bäume weichen – geht’s dann voran? Schleißheimer Bauausschuss genehmigt Fällungen – Wissen nicht, was die planen“.

    In steter Regelmäßigkeit wurde der Eindruck suggeriert, dass bezüglich dieses Bauvorhabens alles in trockenen Tüchern sei. Wir also spätestens 2024 „durch baumgeschmückte Alleen zum (fertiggestellten) Marktplatz“ flanieren können.

    Aktuell steht dort ein Halteverbotsschild vor der früheren Gaststätte, ein Bauzaun soll wegen Abrissarbeiten aufgestellt werden – hurra, der bis Ende 2023 avisierte Neubau wird geschafft!

    In der Präsentation zur Bürgerversammlung 2021 ist zum Stand zu lesen, dass eine Entwurfs-/Ausführungsplanung vorliegt, die Gemeinde einen Städtebaulichen Vertrag mit Rewe/Sedlmayer abschließen möchte – daneben wieder die gleichen hübschen Bildchen wie 2020. Heißt übersetzt: Wenn Rewe nicht mit den Vorgaben der „Universitätsstadt Oberschleißheim“ – sorry, aber davon wurde vor nicht allzu langer Zeit geträumt – zufrieden ist, lassen die unsere Gemeinde am ausgestreckten Arm verhungern.

    Irgendwie bleibt hier der gleiche Eindruck, wie bei anderen Vorhaben, erinnert sei an die Verbreiterung der Veterinärstraße: Der Vorhabensträger plant nach seinen Belangen, Bürgermeister und Gemeinderat tun alles, damit sich endlich was rührt und beugen sich gerne – Baumfällungen inklusive.

    Dafür bekommen wir statt einer „neuen Generation des Handels, einem hypermodernen Green-Building mit nachhaltiger Bauweise, verglasten Wänden, viel Holz und einem begrünten Dach“ (so die ursprünglich vollmundige Ankündigung von Rewe) einen Zweckbau für einen Penny-Markt – aber nur, wenn der Städtebauliche Vertrag dem Rewe-Konzern genehm ist.

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