Rathaus bleibt, wo es ist

Beim „Workshop“ zur Zukunft des Rathauses hat der Gemeinderat offenbar allen Neu- und Anbauplänen eine Absage erteilt. Stattdessen soll im bestehenden Rathaus der Sitzungssaal geopfert und durch Büroräume ersetzt werden. Gemeinderatssitzungen sollen künftig im Bürgerzentrum stattfinden.

Die Sitzung zur Beratung dieser weitreichenden Zukunftspläne sollte geheim stattfinden. Auf Initiative der SPD wurde sie dann nach einer Mehrheitsentscheidung im Gemeinderat für öffentlich erklärt. Die Gemeinde hat freilich bislang keinerlei Informationen dazu veröffentlicht.

Die SPD hat nun über die Inhalte der Sitzung berichtet, da es für sie „völlig unverständlich“ sei, „warum eine so wichtige Maßnahme der Ortsentwicklung in einer Form behandelt werden sollte, die nur den Eindruck von Geheimhaltung und Mauschelei vermitteln kann“.

Nach ihrer Darstellung habe Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) bei der Sitzung bereits zwei Architektenskizzen für eine Erweiterung des Rathauses einerseits und einen Neubau auf dem Parkplatz des Bürgerzentrums andererseits präsentiert. Beschlusslage sei bis dahin allerdings nur gewesen, ein Raumprogramm für den Flächenbedarf der Gemeindeverwaltung zu erstellen.

Für den Umbau hatte der beauftragte Architekt Martin Reichart, Parteikollege Kuchlbauers im Unterschleißheimer Stadtrat, sechs Millionen Euro als Kosten geschätzt, für den Neubau rund 12 MIllionen Euro. Dies sei „auch nicht näherungsweise finanzierbar“, urteilt die SPD.

Der Gemeinderat habe es daher mehrheitlich abgelehnt, über die Pläne auch nur zu diskutieren. Vielmehr soll im bestehenden Rathaus weiterer Platz geschaffen werden. Dazu wurde ein Statik-Gutachten für den Umbau des Sitzungssaals in Büros in Auftrag gegeben.

Eine erste Planskizze, die von der Rathausverwaltung bereits zwei Tage später in einer regulären Gemeinderatssitzung vorgelegt wurde, bezifferte Kosten für den Umbau in einer Größenordnung von 45.000 Euro; vorausgesetzt, das Statik-Gutachten setzt keine Hürden. „Vordringlich ist es, möglichst schnell eine Verbesserung der Arbeitssituation für unsere Bediensteten im Rathaus zu schaffen“, betont die SPD.

Eine Verlegung der Sitzungen des Gemeinderats und seiner Ausschüsse in die Konferenzräume des Bürgerzentrums oder bei Terminkollisionen in die Mensa der Mittelschule wurde demnach einmütig beschlossen.

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