Neues Hallenbad oder Sanierung?

Ein Hallenbad soll es in Oberschleißheim auf jeden Fall weiter geben. Offen bleibt nur noch, ob die über 40 Jahre alte Anlage an der Professor-Otto-Hupp-Straße saniert wird oder abgerissen und durch einen Neubau an anderer Stelle ersetzt.

FW und CSU äußerten sich im Finanzausschuss des Gemeinderats klar für einen Neubau, die SPD verwahrte sich hingegen gegen die dafür nötigen Millioneninvestitionen und plädierte für eine Sanierung des Bades. Für eine völlige Einstellung des Badbetriebs, 2001 noch Gegenstand eines Bürgerentscheids, sprach sich niemand aus.

Für das marode Bad hatte ein Gutachten den nötigen Sanierungsaufwand auf sieben Millionen Euro beziffert, einen Neubau mit identischer Ausstattung auf rund zwölf Millionen Euro. „In die alte Hülle sollten wir nicht mehr so viel investieren“, sagte Stefan Vohburger (FW) in der Etatdebatte und forderte gleich einen Beschluss zum Neubau, ohne weitere Analysen und Debatten.

Bei einem Abriss könne man zudem den opulenten Garten des Hallenbads inclusive Umgriff mit dem Parkplatz und der benachbarten Sporthalle städtebaulich völlig neu überplanen. Für die CSU votierte Peter Benthues ebenfalls für „ein neues Hallenbad als reines Schul- und Sportbad und möglicherweise an einem anderen Platz“. Er befürchtete hohes Kostenrisiko bei einer Sanierung.

Florian Spirkl (SPD) sah hingegen einen Neubau als nicht finanzierbar. Er sehe das Kostenrisiko bei einem Neubau mit eventuellen Zusatzwünschen jedenfalls höher. Gegen Unwägbarkeiten der Sanierung sei in der Kostenkalkulation des Gutachtens jedoch schon eine Million Euro als Reserve vorgehalten, ein immens hoher Puffer von über 15 Prozent der erwarteten Kosten.

Das Gutachten habe dem Bad auch eine tadellose Bausubstanz bescheinigt, erinnerte Spirkl, „warum soll man das dann abreißen?“ Zudem müsse man das Bad nicht identisch erhalten. So sei das separate Kinderbecken, dessen Neugestaltung alleine zwei Millionen Euro verschlänge, für ihn nicht mehr zeitgemäß und könne entfallen. Der Ansatz der SPD laute daher: „Mit verändertem Konzept günstiger sanieren“.

Als Basisinformation für die Entscheidung will man nun abwarten, welche staatlichen Fördermittel für Sanierung einerseits oder Neubau andererseits abgerufen werden können. Nach Darstellung aus der Gemeindekämmerei gebe es bis dato keine belastbaren Zusagen.

Einstimmig verständigte sich der Ausschuss, heuer 820.000 Euro Planungskosten in den Gemeindeetat aufzunehmen und in der Finanzplanung für 2020 mal 6,5 Millionen Euro vorzusehen. Sollte man sich für einen Neubau entscheiden, kann die Summe 2020 dann konkret aufgestockt werden. Die Zukunft der gerade für 850.000 Euro an das Bad angebauten Volkhochschule wurde übrigens mit keiner Silbe erwähnt.

Lesermail verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.