Studentenwohnheim am Campus ausgeschlossen

Den Bau von Studentenwohnungen an der Sonnenstraße, unmittelbar gegenüber des Campus der Tierärztlichen Fakultät hat das Rathaus ausgeschlossen. Drei Grundstücke am Nordende der Sonnenstraße, zwischen Dachauer- und Schönleutner-Straße, in staatlichem Eigentum sollen bebaut werden. Das Areal ist baurechtlich noch nicht gewidmet.
Der Bauausschuss des Gemeinderats hat nun eine grundsätzliche Bauleitplanung in Auftrag gegeben. Als Vorgabe ausgeschlossen wurde aber Wohnnutzung. Vor Jahren war schon mal debattiert worden, dort eine Flüchtlingsunterkunft zu erstellen, noch bevor das jetzt realisierte Wohnheim an der Bahnhofstraße auf die Tagesordnung kam. Damals hatte sich der Gemeinderat einhellig dagegen ausgesprochen, weil im Karree zwischen Dachauer Straße, Bahn und Sonnenstraße eine Wohnnutzung denkbar ungeeignet sei.
Das Gemeindebauamt berief sich nun auf den seinerzeitigen Beschluss und schloss eine Wohnnutzung weiterhin aus. Die CSU und Gaby Hohenberger (Grüne) stellten das nun aber in Frage. Für Familien, die eine damals geplante Asylbewerberunterkunft genutzt hätten, sei das Wohnumfeld in der Tat ungeeignet, argumentierte Angelika Kühlewein (CSU), aber ein Studentenwohnheim sei eine völlig andere Situation. Die Gefahrensituation durch die vielbefahrene Straße vor der Haustür sei bei Kleinkindern relevant, aber nicht bei Studenten, „wo ich eine gewisse geistige Reife voraussetze“, sagte sie.
SPD, FW, FDP und die andere Rätin der Grünen fanden den Standort für jeden potentiellen Bewohner ungeeignet. „Man muss auch Studenten nicht an den blödest möglichen Ort setzen“, sagte Florian Spirkl (SPD). „Aber ist es viel besser, wenn er dann gar keine Wohnung kriegt oder zwei Stunden fahren muss?“, hielt Gisela Kranz (CSU) dagegen.
Mit 9:4 Stimmen wurde daran festgehalten, Wohnnutzung nicht zuzulassen. Entstehen könnte nun eine Gewerbenutzung auf gut 800 Quadratmetern. Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) sagte, es gebe dafür bereits „potentielle Bewerber, die wir gern am Ort halten würden“, ohne konkret zu werden.

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