Alter Bahnhof ist an Immobiliengesellschaft verkauft

Der historische Bahnhof ist für die Öffentlichkeit verloren. Die Bahn-Immobilienverwertung hat ihn an eine Immobiliengesellschaft verkauft, der Kaufvertrag ist bereits notariell beglaubigt.
Die Ankündigung der Bahn, das öffentliche Interesse von Gemeinde und dem Verein „Verrückter Alter Bahnhof Oberschleißheim (Vabosh)“ zu berücksichtigen, hat offenbar nur die Zeit bis zum Notartermin überbrückt.
„So viel zu den Zusagen der Bahn“, sagte Bürgermeister Christian Kuchlbauer in einer ersten Reaktion. Er zeigte sich „sehr enttäuscht“. Für „Vabosh“ gab Vorsitzender Andreas Hofmann eine spontane Stellungnahme ab: „Jahrelang haben wir der Bahn die Hand gereicht und die lässt uns am ausgestreckten Arm verhungern. Man muss sich schämen, ein Eisenbahnfreund zu sein. Ich stamme selbst aus einer Eisenbahnerfamilie und bin einfach nur noch entsetzt. Ein Verein, ja eine ganze Gemeinde werden in einem Lehrstück von Lüge, Manipulation und Ignoranz zum Narren gehalten.
Die ganze Arbeit … umsonst und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen durch die Bahn überhaupt erst entstanden. Als Historiker muss ich sagen: eine Institution, die eine so lange Geschichte hat und so geschichtsvergessen ist, die hat es nicht verdient von unseren Steuergeldern finanziert zu werden und sich so ein Teil des Gemeinwohls zu nennen. Ich bin zutiefst traurig.
Eine Schande!
Mit öffentlichen Äußerungen zur Zukunft des Vereins möchte ich warten, bis die Mitglieder informiert sind. Das ist jedenfalls eine massive Veränderung unserer Ausgangslage.“
Walter Klar, seit Jahrzehnten für eine Nutzung des Bahnhofs engagiert und jetzt im „Vabosh“-Vorstand, sagte: „Ich habe mit nichts anderem gerechnet. Von diesem DB-Großfürsten, der für das Projekt zuständig ist, war nichts anderes zu erwarten. Einmal Lügner, immer Lügner!
Innerhalb von Vabosh muss jetzt intensiv diskutiert werden, inwiefern unsere Geschäftsgrundlage
noch vorhanden ist.“
(Das Bild zeigt eine Darstellung des Bahnhofs aus dem Kunstprojekt, das gerade im Quartiersladen „Wir“ ausgestellt ist.)

Ein Lesermail

  1. Eine derart intransparente Veräußerung einer Staatsimmobilie ist eigentlich nicht hinnehmbar, da die Entscheidungsgrundlagen für Ausschreibungen offengelegt werden müssen, um Willkür zu unterbinden.

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