Aus dem Sozialausschuss des Kreistags
Gemäß der Richtlinien zur Förderung ambulant betreuter Wohngemeinschaften zur Betreuung pflegebedürftiger und demenzkranker Menschen im Landkreis München, hat am Donnerstag, den 16.04.26, der Sozialausschuss beschlossen, die Errichtung der ambulant betreuten Wohngemeinschaft für zehn Personen durch den Kranken- und Altenpflegeverein Oberschleißheim im Rahmen einer einmaligen Anschubfinanzierung in Form eines Zuschusses in Höhe von 25.000 € zu fördern.
Ziel der Förderung ist es, für den Landkreis München ein flächendeckendes, bedarfsgerechtes und qualitativ hochwertiges Versorgungsnetz mit voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Kurzzeitpflege weiter auszubauen sowie bereits vorhandene und bewährte bedarfsgerechte Pflegeeinrichtungen zu stützen und zur stärken. Diese “Hinwirkungs-verpflichtung” bezüglich entsprechender Einrichtungen der Altenpflege ist Pflichtaufgabe des Landkreises im eigenen Wirkungskreis (Art. 72 Satz 2 und Art. 73 Satz 3 AGSG).
Unter dem Motto „Demenz geht jeden etwas an“ engagiert sich der gemeinnützige Kranken- und Altenpflegeverein Oberschleißheim (KAP-Verein) seit Jahren aktiv für Menschen mit Demenz und deren Angehörige. In Kooperation mit dem Katholischen Männerfürsorgeverein (kmfv) ist es gelungen, innerhalb des neu entstehenden Wohnquartiers in Oberschleißheim-Mittenheim Raum für eine Demenz-Wohngemeinschaft mit zehn Plätzen zu schaffen.
Der Kranken- und Altenpflegeverein ist der Initiator der Demenz-WG und begleitet die Entstehung der Wohngemeinschaft umfassend. Sobald das Gremium der Selbstbestimmung der Demenz-WG seine Tätigkeit aufgenommen hat, übernimmt der Verein eine beratende Rolle und unterstützt das Gremium bei der Auswahl künftiger Mitglieder der Wohngemeinschaft. Das Gremium der Selbstbestimmung besteht aus den Angehörigen, Bevollmächtigten und Betreuern. Der katholische Männerverein baut die Räumlichkeiten der Demenz-WG und ist zukünftig Vermieter der einzelnen Demenz-WG-Wohneinheiten.
Das Anliegen der Demenz-WG ist es, Menschen mit Demenz ein möglichst selbstbestimmtes, sicheres und würdevolles Leben zu ermöglichen. Der Alltag der Wohngemeinschaft ist konsequent auf die besonderen Bedürfnisse der Mieterinnen und Mieter ausgerichtet – in einer vertrauten Umgebung und begleitet von einem kleinen, beständigen Betreuungsteam, das für Stabilität, Nähe und eine familiäre Atmosphäre sorgt. Die Mieterinnen und Mieter werden ständig ermutigt, ihre verbleibenden kognitiven, motorischen und sozialen Fähigkeiten im Alltag aktiv zu nutzen und zu erhalten. Langjährige Gewohnheiten, persönliche Vorlieben und individuelle Lebensgeschichten sollen respektiert werden. Die pflegerische Versorgung innerhalb der Wohngemeinschaft wird durch einen ambulanten Pflegedienst sichergestellt.
Im Rahmen des Neubauprojektes „Mittenheim“ stellt der Katholische Männerfürsorgever-
ein in Oberschleißheim einen eigenen, baulich abgeschlossenen Bereich für die Demenz-Wohngemeinschaft zur Verfügung. Im Erdgeschoss befinden sich zehn barrierefreie Einzelzimmer mit je ca. 20 qm, jeweils mit eigenem Duschbad/WC. Diese bieten nicht nur Komfort und Rückzugsmöglichkeiten, sondern sind so konzipiert, dass sie den besonderen Bedürfnissen von Menschen mit Demenz gerecht werden, etwa durch farbliche Kontraste in der Badezimmer-ausstattung, die die Orientierung erleichtern.
Das Herzstück der Wohngemeinschaft bildet die großzügige, offen gestaltete Wohnküche mit angeschlossenem Wohnzimmer. Dieser zentrale Bereich ist bewusst so konzipiert, dass er sich im Zentrum der Wohngemeinschaft befindet, Kommunikation fördert und für die Mieterinnen und Mieter sowie Betreuende jederzeit übersichtlich und gut einsehbar ist. Hier wird der Alltag gelebt, soweit es möglich ist und gewünscht wird. Um Vertrautheit und emotionale Bindung zu schaffen, können Flure und Gemeinschaftsräume nach Absprache mit dem Gremium der Selbstbestimmung mit persönlichen Möbeln und Gegenständen mitgestaltet werden. Im Außenbereich lädt eine überdachte Terrasse mit angrenzendem Garten zum Aufenthalt im Freien ein. Der Garten ist umzäunt, verfügt über barrierefreie Wege, Sitzgelegenheiten und Bewegungsflächen und ist damit Ort der Begegnung, der Ruhe und der Aktivität zugleich.
Die Fertigstellung der Demenz-WG ist für Sommer 2026 geplant.
Ingrid Lindbüchl




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