Land­kreis fördert Ober­schleiß­heimer Demenz-WG mit 25.000 €

19.04.2026 | Landkreis, Vereine | 0 Kommentare

Aus dem Sozi­al­aus­schuss des Kreis­tags

Gemäß der Richt­li­nien zur Förde­rung ambu­lant betreuter Wohn­ge­mein­schaften zur Betreuung pfle­ge­be­dürf­tiger und demenz­kranker Menschen im Land­kreis München, hat am Donnerstag, den 16.04.26, der Sozi­al­aus­schuss beschlossen, die Errich­tung der ambu­lant betreuten Wohn­ge­mein­schaft für zehn Personen durch den Kranken- und Alten­pfle­ge­verein Ober­schleiß­heim im Rahmen einer einma­ligen Anschub­fi­nan­zie­rung in Form eines Zuschusses in Höhe von 25.000 € zu fördern.

Ziel der Förde­rung ist es, für den Land­kreis München ein flächen­de­ckendes, bedarfs­ge­rechtes und quali­tativ hoch­wer­tiges Versor­gungs­netz mit voll- und teil­sta­tio­nären Pfle­ge­ein­rich­tungen und Einrich­tungen der Kurz­zeit­pflege weiter auszu­bauen sowie bereits vorhan­dene und bewährte bedarfs­ge­rechte Pfle­ge­ein­rich­tungen zu stützen und zur stärken. Diese “Hinwir­kungs-verpflich­tung” bezüg­lich entspre­chender Einrich­tungen der Alten­pflege ist Pflicht­auf­gabe des Land­kreises im eigenen Wirkungs­kreis (Art. 72 Satz 2 und Art. 73 Satz 3 AGSG).

Unter dem Motto „Demenz geht jeden etwas an“ enga­giert sich der gemein­nüt­zige Kranken- und Alten­pfle­ge­verein Ober­schleiß­heim (KAP-Verein) seit Jahren aktiv für Menschen mit Demenz und deren Ange­hö­rige. In Koope­ra­tion mit dem Katho­li­schen Männ­erfür­sor­ge­verein (kmfv) ist es gelungen, inner­halb des neu entste­henden Wohn­quar­tiers in Ober­schleiß­heim-Mitten­heim Raum für eine Demenz-Wohn­ge­mein­schaft mit zehn Plätzen zu schaffen.

Der Kranken- und Alten­pfle­ge­verein ist der Initiator der Demenz-WG und begleitet die Entste­hung der Wohn­ge­mein­schaft umfas­send. Sobald das Gremium der Selbst­be­stim­mung der Demenz-WG seine Tätig­keit aufge­nommen hat, über­nimmt der Verein eine bera­tende Rolle und unter­stützt das Gremium bei der Auswahl künf­tiger Mitglieder der Wohn­ge­mein­schaft. Das Gremium der Selbst­be­stim­mung besteht aus den Ange­hö­rigen, Bevoll­mäch­tigten und Betreuern. Der katho­li­sche Männer­verein baut die Räum­lich­keiten der Demenz-WG und ist zukünftig Vermieter der einzelnen Demenz-WG-Wohn­ein­heiten.
Das Anliegen der Demenz-WG ist es, Menschen mit Demenz ein möglichst selbst­be­stimmtes, sicheres und würde­volles Leben zu ermög­li­chen. Der Alltag der Wohn­ge­mein­schaft ist konse­quent auf die beson­deren Bedürf­nisse der Miete­rinnen und Mieter ausge­richtet – in einer vertrauten Umge­bung und begleitet von einem kleinen, bestän­digen Betreu­ungs­team, das für Stabi­lität, Nähe und eine fami­liäre Atmo­sphäre sorgt. Die Miete­rinnen und Mieter werden ständig ermu­tigt, ihre verblei­benden kogni­tiven, moto­ri­schen und sozialen Fähig­keiten im Alltag aktiv zu nutzen und zu erhalten. Lang­jäh­rige Gewohn­heiten, persön­liche Vorlieben und indi­vi­du­elle Lebens­ge­schichten sollen respek­tiert werden. Die pfle­ge­ri­sche Versor­gung inner­halb der Wohn­ge­mein­schaft wird durch einen ambu­lanten Pfle­ge­dienst sicher­ge­stellt.

Im Rahmen des Neubau­pro­jektes „Mitten­heim“ stellt der Katho­li­sche Männ­erfür­sor­gever-
ein in Ober­schleiß­heim einen eigenen, baulich abge­schlos­senen Bereich für die Demenz-Wohn­ge­mein­schaft zur Verfü­gung. Im Erdge­schoss befinden sich zehn barrie­re­freie Einzel­zimmer mit je ca. 20 qm, jeweils mit eigenem Duschbad/WC. Diese bieten nicht nur Komfort und Rück­zugs­mög­lich­keiten, sondern sind so konzi­piert, dass sie den beson­deren Bedürf­nissen von Menschen mit Demenz gerecht werden, etwa durch farb­liche Kontraste in der Bade­zimmer-ausstat­tung, die die Orien­tie­rung erleich­tern.
Das Herz­stück der Wohn­ge­mein­schaft bildet die groß­zü­gige, offen gestal­tete Wohn­küche mit ange­schlos­senem Wohn­zimmer. Dieser zentrale Bereich ist bewusst so konzi­piert, dass er sich im Zentrum der Wohn­ge­mein­schaft befindet, Kommu­ni­ka­tion fördert und für die Miete­rinnen und Mieter sowie Betreu­ende jeder­zeit über­sicht­lich und gut einsehbar ist. Hier wird der Alltag gelebt, soweit es möglich ist und gewünscht wird. Um Vertraut­heit und emotio­nale Bindung zu schaffen, können Flure und Gemein­schafts­räume nach Absprache mit dem Gremium der Selbst­be­stim­mung mit persön­li­chen Möbeln und Gegen­ständen mitge­staltet werden. Im Außen­be­reich lädt eine über­dachte Terrasse mit angren­zendem Garten zum Aufent­halt im Freien ein. Der Garten ist umzäunt, verfügt über barrie­re­freie Wege, Sitz­ge­le­gen­heiten und Bewe­gungs­flä­chen und ist damit Ort der Begeg­nung, der Ruhe und der Akti­vität zugleich.

Die Fertig­stel­lung der Demenz-WG ist für Sommer 2026 geplant.

Ingrid Lind­büchl

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