100 Tage im Amt

28.06.2026 | Vereine, Glaubensgemeinschaften | 0 Kommentare

Neue Vorständin stellt Weichen für Zukunfts­fä­hig­keit

Der Katho­li­sche Männ­erfür­sor­ge­verein München e. V. (kmfv) hat in einer heraus­for­dernden Phase mit der lang­jäh­rigen Führungs­kraft Chris­tina Haack das Vorstandsamt neu besetzt. Seit vielen Jahren ist die Diplom‑Betriebswirtin im Verein
tätig und bringt umfas­sende Erfah­rung aus verschie­denen Leitungs­funk­tionen mit. Nach ihren ersten 100 Tagen im Amt zieht sie nun ein erstes Resümee.

Die neue Vorständin Chris­tina Haack beim kmfv. Copy­right „Özgün Turgut/kmfv“

Ein Start unter außer­ge­wöhn­li­chen Bedin­gungen
Die ersten Tage im neuen Amt waren geprägt von der Notwen­dig­keit, schnell Orien­tie­rung zu geben – intern wie extern. „Der uner­war­tete Verlust von Vorstand Ludwig Mitter­meier hat uns alle tief getroffen. Gleich­zeitig war es wichtig, Stabi­lität zu vermit­teln und zu zeigen, dass der kmfv mit mir eine Vorständin hat, die den Verein sehr gut kennt“, betont Chris­tina Haack.
Der enge Austausch mit ihrer ersten Führungs­ebene habe ihr dabei beson­ders geholfen. Durch ihre lang­jäh­rige Tätig­keit im kmfv sei klar gewesen, dass eine Über­gangs­zeit notwendig sein würde, die sie gemeinsam mit dem Leitungs­team gut bewäl­tigt habe.

Von der Wirt­schaft in die Sozi­al­wirt­schaft – ein bewusster Schritt

Chris­tina Haack bringt einen starken betriebs­wirt­schaft­li­chen Hinter­grund mit. Ihr Weg in die Sozi­al­wirt­schaft war eine persön­liche Entschei­dung. Nach vielen Jahren in der freien Wirt­schaft wollte sie beruf­lich etwas Sinn­stif­tendes leisten. „Ich habe mich immer
ehren­amt­lich enga­giert – ob in der Arbeit mit Geflüch­teten, als Fami­li­en­patin oder jetzt im Hort­beirat meiner Kinder. Irgend­wann wollte ich in diesem Bereich auch haupt­be­ruf­lich tätig sein“, erklärt sie.
Der Einstieg beim kmfv wurde für den Verein zu einem Glücks­fall. Als erste Diplom-Betriebs­wirtin über­haupt über­nahm sie 2013 die Stabs­stelle Quali­täts­ma­nage­ment und Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung und war ab 2022 – nach einer internen Umor­ga­ni­sa­tion – von
Beginn an Teil der Geschäfts­lei­tung.

Verant­wor­tung über­nehmen – Schritt für Schritt
Bereits während der Krank­heits­phase von Ludwig Mitter­meier ab August 2025 stimmte sich Haack wöchent­lich eng mit den Abtei­lungs­lei­tungen und dem Vorstands­re­ferat ab. Diese „Not-Routine“, wie sie es nennt, habe das gesamte Leitungs­team zusam­men­ge­schweißt und den Über­gang erleich­tert. „Es war kein abruptes Über­nehmen von Verant­wor­tung. Wir waren bereits seit einiger Zeit in einem geübten gemein­samen Arbeits­rhythmus unter­wegs“, so Haack.

Finan­zi­elle Kompe­tenz als Grund­lage für verläss­liche Ange­bote

Als Vorständin verant­wortet sie nun auch weiterhin die wirt­schaft­liche Stabi­lität des kmfv. Gerade in Zeiten knapper werdender öffent­li­cher Mittel sei Trans­pa­renz entschei­dend. Früh­warn­in­di­ka­toren im Control­ling, enge Abstim­mungen mit Kosten­trä­gern und eine klare betriebs­wirt­schaft­liche Analyse seien notwendig, um Ange­bote für wohnungs­lose und straf­fällig gewor­dene Menschen verläss­lich sicher­zu­stellen. „Wir haben einen christ­li­chen Grund­auf­trag. Wir können hilfs­be­dürf­tige Menschen nicht im
Stich lassen“, sagt Haack. „Dafür müssen wir wirt­schaft­lich solide bleiben und gleich­zeitig mutig neue Wege gehen.“

Neue Wege in Zeiten knapper Ressourcen

Der kmfv baut derzeit den Bereich Fund­rai­sing aus, um zusätz­liche finan­zi­elle Mittel zu erschließen. Parallel führt die Vorständin inten­sive Gespräche mit Politik, Verwal­tung und weiteren Inter­es­sens­gruppen, um auf die Bedeu­tung der Wohnungs­losen- und
Straf­fäl­li­gen­hilfe aufmerksam zu machen. „Wohnungs­lo­sig­keit ist die extremste Form von Armut. Gerade in Krisen­zeiten darf hier nicht gespart werden“, betont sie.

Der Blick nach vorn

Als nächstes stehen für Chris­tina Haack weitere Antritts­be­suche mit Kosten­trä­gern, der Erzdiö­zese München und Frei­sing sowie weiteren Partner*innen an, um gemeinsam – trotz Einspa­rungen – Perspek­tiven für die kommenden Jahre zu entwi­ckeln, Kompe­tenzen zu bündeln und mit klarer Ausrich­tung nach vorne zu blicken. Haack setzt dabei auf eine Mischung aus Stabi­lität, Inno­va­tion und stra­te­gi­scher Weiter­ent­wick­lung. „Wir sind für Menschen da, deren Leben aus dem Gleich­ge­wicht geraten ist. Wir begleiten sie verläss­lich durch Über­gänge und eröffnen gemeinsam mit ihnen neue Wege in Stabi­lität, Würde und Teil­habe“, fasst sie zusammen.
Über den kmfv
Als Fach­ver­band der Wohnungs­losen- und Straf­fäl­li­gen­hilfe ermög­licht der kmfv seit 75 Jahren Menschen neue Perspek­tiven für sich zu entwi­ckeln. Ob wohnungslos, arbeitslos, sucht­krank oder straf­fällig geworden – der kmfv berät, betreut und begleitet Menschen mit dem Ziel der sozialen wie auch beruf­li­chen Wieder­ein­glie­de­rung. Als Hilfs­netz­werk mit über 60 Fach­diensten, Einrich­tungen und Projekten bietet er insge­samt 1.800 Plätze für Hilfe­su­chende an und unter­stützt jähr­lich ca. 8.000 Mitbür­ge­rinnen und Mitbürger in der Stadt München, in den Land­kreisen München, Frei­sing und Landshut sowie in der Gemeinde
Garmisch-Parten­kir­chen. Weitere Infor­ma­tionen finden Sie unter: www.kmfv.de

Ralf Horschmann, 
Leitung Stab Öffent­lich­keits­ar­beit

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