Neue Vorständin stellt Weichen für Zukunftsfähigkeit
Der Katholische Männerfürsorgeverein München e. V. (kmfv) hat in einer herausfordernden Phase mit der langjährigen Führungskraft Christina Haack das Vorstandsamt neu besetzt. Seit vielen Jahren ist die Diplom‑Betriebswirtin im Verein
tätig und bringt umfassende Erfahrung aus verschiedenen Leitungsfunktionen mit. Nach ihren ersten 100 Tagen im Amt zieht sie nun ein erstes Resümee.

Ein Start unter außergewöhnlichen Bedingungen
Die ersten Tage im neuen Amt waren geprägt von der Notwendigkeit, schnell Orientierung zu geben – intern wie extern. „Der unerwartete Verlust von Vorstand Ludwig Mittermeier hat uns alle tief getroffen. Gleichzeitig war es wichtig, Stabilität zu vermitteln und zu zeigen, dass der kmfv mit mir eine Vorständin hat, die den Verein sehr gut kennt“, betont Christina Haack.
Der enge Austausch mit ihrer ersten Führungsebene habe ihr dabei besonders geholfen. Durch ihre langjährige Tätigkeit im kmfv sei klar gewesen, dass eine Übergangszeit notwendig sein würde, die sie gemeinsam mit dem Leitungsteam gut bewältigt habe.
Von der Wirtschaft in die Sozialwirtschaft – ein bewusster Schritt
Christina Haack bringt einen starken betriebswirtschaftlichen Hintergrund mit. Ihr Weg in die Sozialwirtschaft war eine persönliche Entscheidung. Nach vielen Jahren in der freien Wirtschaft wollte sie beruflich etwas Sinnstiftendes leisten. „Ich habe mich immer
ehrenamtlich engagiert – ob in der Arbeit mit Geflüchteten, als Familienpatin oder jetzt im Hortbeirat meiner Kinder. Irgendwann wollte ich in diesem Bereich auch hauptberuflich tätig sein“, erklärt sie.
Der Einstieg beim kmfv wurde für den Verein zu einem Glücksfall. Als erste Diplom-Betriebswirtin überhaupt übernahm sie 2013 die Stabsstelle Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung und war ab 2022 – nach einer internen Umorganisation – von
Beginn an Teil der Geschäftsleitung.
Verantwortung übernehmen – Schritt für Schritt
Bereits während der Krankheitsphase von Ludwig Mittermeier ab August 2025 stimmte sich Haack wöchentlich eng mit den Abteilungsleitungen und dem Vorstandsreferat ab. Diese „Not-Routine“, wie sie es nennt, habe das gesamte Leitungsteam zusammengeschweißt und den Übergang erleichtert. „Es war kein abruptes Übernehmen von Verantwortung. Wir waren bereits seit einiger Zeit in einem geübten gemeinsamen Arbeitsrhythmus unterwegs“, so Haack.
Finanzielle Kompetenz als Grundlage für verlässliche Angebote
Als Vorständin verantwortet sie nun auch weiterhin die wirtschaftliche Stabilität des kmfv. Gerade in Zeiten knapper werdender öffentlicher Mittel sei Transparenz entscheidend. Frühwarnindikatoren im Controlling, enge Abstimmungen mit Kostenträgern und eine klare betriebswirtschaftliche Analyse seien notwendig, um Angebote für wohnungslose und straffällig gewordene Menschen verlässlich sicherzustellen. „Wir haben einen christlichen Grundauftrag. Wir können hilfsbedürftige Menschen nicht im
Stich lassen“, sagt Haack. „Dafür müssen wir wirtschaftlich solide bleiben und gleichzeitig mutig neue Wege gehen.“
Neue Wege in Zeiten knapper Ressourcen
Der kmfv baut derzeit den Bereich Fundraising aus, um zusätzliche finanzielle Mittel zu erschließen. Parallel führt die Vorständin intensive Gespräche mit Politik, Verwaltung und weiteren Interessensgruppen, um auf die Bedeutung der Wohnungslosen- und
Straffälligenhilfe aufmerksam zu machen. „Wohnungslosigkeit ist die extremste Form von Armut. Gerade in Krisenzeiten darf hier nicht gespart werden“, betont sie.
Der Blick nach vorn
Als nächstes stehen für Christina Haack weitere Antrittsbesuche mit Kostenträgern, der Erzdiözese München und Freising sowie weiteren Partner*innen an, um gemeinsam – trotz Einsparungen – Perspektiven für die kommenden Jahre zu entwickeln, Kompetenzen zu bündeln und mit klarer Ausrichtung nach vorne zu blicken. Haack setzt dabei auf eine Mischung aus Stabilität, Innovation und strategischer Weiterentwicklung. „Wir sind für Menschen da, deren Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wir begleiten sie verlässlich durch Übergänge und eröffnen gemeinsam mit ihnen neue Wege in Stabilität, Würde und Teilhabe“, fasst sie zusammen.
Über den kmfv
Als Fachverband der Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe ermöglicht der kmfv seit 75 Jahren Menschen neue Perspektiven für sich zu entwickeln. Ob wohnungslos, arbeitslos, suchtkrank oder straffällig geworden – der kmfv berät, betreut und begleitet Menschen mit dem Ziel der sozialen wie auch beruflichen Wiedereingliederung. Als Hilfsnetzwerk mit über 60 Fachdiensten, Einrichtungen und Projekten bietet er insgesamt 1.800 Plätze für Hilfesuchende an und unterstützt jährlich ca. 8.000 Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Stadt München, in den Landkreisen München, Freising und Landshut sowie in der Gemeinde
Garmisch-Partenkirchen. Weitere Informationen finden Sie unter: www.kmfv.de
Ralf Horschmann,
Leitung Stab Öffentlichkeitsarbeit



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