Schwimmen als grundlegender Beitrag zur Gesundheitsvorsorge und gesellschaftlicher Teilhabe
Es ist Montag. Um 17.00 Uhr beginnt das DLRG-Schwimmtraining für hunderte von Kindern und Jugendlichen in Oberschleißheim und es zieht sich bis spät in den Abend. Rund zehntausend Kinder und Erwachsene „schleusen“ die DLRG-Ehrenamtlichen von Oberschleißheim im Laufe des Jahres durch das wöchentliche Jugendschwimmtraining und die verschiedenen Lehrgänge. Schwimmabzeichen, wie das Seepferdchen, das Rettungsschwimmer-Abzeichen in Bronze, Silber und Gold, das Deutsche Schnorcheltauchabzeichen kann man dort erwerben. Auch Erste-Hilfe-Kurse hält die DLRG ab. Am Montag- und Donnerstagabend finden Erwachsenenschwimmtraining und Kurse für erwachsene Nichtschwimmer statt. Die Woche über ziehen mehr als zwanzig vertraglich gebundene und beitragszahlende Institutionen ihre Bahnen in unserem Sportbad. Jeder Tag in der Woche ist mit mindestens zwei Schwimmbahnen kostenpflichtig belegt.
Menschen jeden Alters, Kinder Jugendliche, Senior*innen, Schwimmcliquen, Menschen mit Gelenkerkrankungen oder Gehbehinderungen, Schwangere — alle zieht es regelmäßig und ganzjährig zum Wasser. Schwimmen ist der älteste, gesündeste und beliebteste Volkssport für jede Altersklasse und für jeden Geldbeutel. Schwimmen als Sport funktioniert auch dann noch, wenn jede andere Bewegung nicht mehr möglich ist und stellt gleichzeitig eine wichtige soziale Teilhabe dar.
Schwimmen geht immer, wenn man’s kann!
Schwimmen und Baden sind elementare menschliche Bedürfnisse, jedoch ist die Quote der Nichtschwimmer bei Kindern alarmierend und die steigenden Ertrinkungszahlen sind erschreckend. Die DLRG Oberschleißheim bemüht sich, diesem Trend mit aktuell rund 650 Mitgliedern höchst motiviert entgegenzuwirken.
Und ja, unser Hallenbad in Oberschleißheim hat den Charme der 70-er Jahre, es ist sicherlich sanierungsbedürftig, aber dennoch voll funktionsfähig. Und nein, es ist keine Ruine und auch kein Zombie im Oberschleißheimer Gemeindehaushalt.
Das Hallenbad ist unter sehr vielen freiwilligen Leistungen der Gemeinde Oberschleißheim, die mit dem größten Defizit und steht, wie schon so oft, bei den Haushaltsberatungen auf dem Prüfstand.
Im Falle einer Schließung würde der gesamte DLRG-Apparat mit seinen zahlreichen Aufgaben in den Bereichen Schwimmausbildung, Lebensrettung und Katastrophenschutz förmlich auf der Straße stehen. Der Schwimmunterricht in unseren Grundschulen gestrichen.
Ein neu gegründeter Arbeitskreis “Hallenbad” hat seine Arbeit aufgenommen und erarbeitet derzeit Vorschläge zur Einnahmensteigerung. Wir müssen jetzt alle zusammenstehen, eine Schließung verhindern und jede nur denkbare Möglichkeit in Betracht ziehen, um unser Hallenbad langfristig zu erhalten.
Und: Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, dann sollte man zumindest schwimmen können.
Ingrid Lindbüchl, Gemeinderätin




Ist das was dran, dass das Kinderbecken komplett geschlossen werden soll und somit nicht mehr in Benutzung ist?
Wird dann der Schwimmbereich für Kinder abgetrennt oder erweitert?.
Wie verantwortungsvoll mit den Geldern im Rathaus umgegangen wird, sieht man ja recht deutlich … Das Hallenbad scheint passend zur Wahl ein Thema zu sein. Auch ich habe das Schwimmen in diesem Hallenbad gelernt, oder man versuchte, es mir beizubringen. Ich fand es als Kind immer schön, wenn wir dort waren und Spaß hatten … Doch das ist leider lange her.
Diese Möglichkeit müssen gerade Kinder auch weiterhin haben, das steht außer Frage! Nur wie? Ich denke, dass der Verlust pro Jahr schon massiv ist für die finanzielle Lage der Gemeinde. Man hätte jederzeit unabhängig vom neuen Haushaltsplan die Lage beschreiben können, um sich vielleicht eine Alternative zu überlegen oder mit Bürgern eine Lösung zu finden. Das geht zu jeder Zeit, nicht nur jetzt zum Wahlkampf.
Das Problem besteht ja nicht erst seit gestern. Offizielle Zahlen gibt es ja nicht wirklich für die Bürger, das zum Thema Transparenz … auf Facebook, im Ernst?? Warum nicht früher gehandelt wurde, kann oder will niemand sagen. Das Hallenbad ist seit Jahren immer wieder Thema. Die Neubaupläne haben weitere immense Kosten verursacht und liegen mittlerweile in der Schublade, und zwar so lange, bis dieser Plan veraltet ist und wieder ein neuer für hohe Kosten erstellt werden muss. Doch auch im Falle eines Neubaus müsste die Auslastung gesichert sein mit einem tragbaren Konzept, um nicht wieder ins Minus zu geraten, zumindest nicht so massiv.
Doch aufgrund der aktuellen Lage muss dringend eine andere Lösung her. Wäre es nicht möglich, vorübergehend einen Zusammenschluss mit Unterschleißheim oder anderen Kommunen zu arrangieren, damit (hauptsächlich) die Kinder den Schwimmunterricht auch weiterhin haben können und auch müssen? Klar ist es eine Einschränkung und ein Verzicht auf den bisherigen Luxus, ein eigenes Hallenbad zu betreiben. Aber das Augenmerk sollte man auf die Kinder und die Personen legen, die schwimmen lernen müssen oder wollen. Das würde doch auch kommunalübergreifend funktionieren. Dann wäre auch bei anderen die Auslastung der Bäder gesichert und der Unterricht für Kinder und Vereine weiterhin möglich. Und das wäre mal doch erstmal das Wichtigste.
Das Ganze soll auch kein Dauerzustand sein, sondern bis man eine vernünftige Lösung für das jetzige Bad findet oder die finanziellen Mittel wieder vorhanden sind, um dann vielleicht tatsächlich ein neues bauen zu können, ohne große Träumerei und Luftschlösser, was die Gemeinde ja gerne macht.
Es gibt auch zahlreiche Mängel am Zustand der Schulen … Und ich finde das erst recht, gerade auch, da besonders Augenmerk darauf gelegt werden muss!
Kinder und Senioren, das soziale sollte auch kein Wahlkampfthema sein, sondern eine Selbstverständlichkeit, dafür muss eine Lösung her!
Die Bedeutung unseres Hallenbads für Oberschleißheim steht außer Frage. Die Ausführungen von dir, Ingrid, machen eindrucksvoll deutlich, wie zentral das Bad für Schwimmausbildung, Gesundheitsvorsorge, Ehrenamt und gesellschaftliche Teilhabe ist. Diese Einschätzung teile ich ausdrücklich.
Gerade in Zeiten steigender Nichtschwimmerquoten ist ein wohnortnahes Hallenbad ein wichtiger Baustein kommunaler Daseinsvorsorge.
Mein Standpunkt ist klar: Das Hallenbad soll erhalten bleiben – nicht um jeden Preis, aber solange es für die Gemeinde vertretbar ist. Genau diese Abwägung schulden wir den Bürgerinnen und Bürgern.
Was mir in diesem Fall aber grundsätzlich fehlt, ist eine transparente und frühzeitige öffentliche Kommunikation. Ein zum jetzigen Zeitpunkt nicht öffentlicher Haushaltsentwurf schürt verständlicherweise Ängste, Sorgen und Gerüchte. Das hilft weder der Sache noch dem notwendigen sachlichen Austausch. Gerade bei einem so emotionalen Thema braucht es meiner Meinung nach Offenheit, belastbare Zahlen und das ehrliche Aufzeigen von Handlungsoptionen.
Der eingerichtete Arbeitskreis ist hier ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dieser muss jedoch auch von allen Seiten als ernst gemeintes Instrument anerkannt werden und es müssen endlich transparent alle Zahlen und Fakten auf den Tisch kommen.
Es geht bei unserem Hallenbad nicht um Romantisierung, aber auch nicht um ein vorschnelles Aufgeben. Das Hallenbad ist ein wichtiger Teil unseres Gemeindelebens. Ob und wie wir es langfristig erhalten können, muss offen, transparent und gemeinsam entschieden werden.
Ja, es muss alles getan werden, dass das Oberschleißheimer Hallenbad erhalten bleibt.
Bin auf die Lösungskonzepte gespannt, aber wenn alle zusammen helfen, wird es wohl möglich sein.
Ich finde es immens wichtig für unsere Gemeinde
Sehe ich genauso! Als Vater einer Tochter, die sich bei der DLRG sehr engagiert, weiß ich wie viele Kinder ohne diese Einrichtung nicht schwimmen lernen würden. Es gibt praktisch auch keine verfügbaren Ausweichmöglichkeiten.