Ein spannendes Wochenende mit Kämpfen um die Kaderplätze und Politik auf den Stegen
Am vergangenen Wochenende kamen rund 500 Ruderinnen und Ruderer aus ganz Deutschland zur Deutschen Kleinboot-Meisterschaft an der Olympia-Ruderregattastrecke in Oberschleißheim zusammen.
“Eine der fairsten Ruderstrecken weltweit”, wie der Präsident des Deutschen Ruderverbandes Moritz Petri immer wieder betont, “die Athletinnen und Athleten kommen gerne zu uns, ja, sie wollen zu uns!” In einer Ruderer-Befragung wurde die ehemalige Olympiastrecke im Münchner Norden sogar zur Nummer 1 gewählt, weiß der Präsident.
Für die deutschen Spitzenruderinnen und ‑ruderer sind die Deutschen Meisterschaften auf der Olympia-Regattaanlage in München ein Pflichttermin: Es ist zum Start ins Ruderjahr 2026 für alle eine zentrale Leistungsüberprüfung des Deutschen Ruderverbands (DRV), auf der das Fundament für die gesamte deutsche Ruder-Elite gebildet wird – vom etablierten A‑Kader über die U23-Talente bis hin zum Para-Bereich. “Wer im Nationalkader bleiben oder dorthin aufsteigen will, muss in München antreten”, sagte der Regattaleiter Willi Bock von der Rudergesellschaft München 1972 zu Beginn der Meisterschaften, welcher zusammen mit Dominik Duell vom Schleißheimer Ruderclub diese bedeutende Regatta ausgerichtet hat.
Nicht zuletzt, um die Bewerbung der Stadt München als Austragungsort für eine der nächsten Sommerolympiaden zu bekräftigen, waren Innenminister Joachim Hermann, der neue Oberbürgermeister der Stadt München, Dominik Krause und mehrere Landtagsabgeordnete am Samstag bei strahlend gutem Wetter zu einem politischen Gespräch vor Ort am Steg eingetroffen.

“Diese Anlage wurde 1972 genial geplant, es ist hervorragend, dass wir keinen Quadratmeter mehr versiegeln müssen, wenn hier olympische Wettkämpfe stattfinden würden. Nun geht es darum, die Anlage dafür in Schuss zu bringen. Ich freue mich, wenn die Stadt München dies anpackt. Wir vom Landtag werden alles tun, um den Weg dafür frei zu machen”, sagte der Innenminister in der Gesprächsrunde. “Wir haben höchstes Interesse daran, die Olympiade zu uns nach Bayern, speziell nach München zu holen”, bekräftigte Joachim Hermann und bedankte sich bei allen, die diese Anlage bis jetzt am Leben gehalten haben.


“Jetzt braucht der Herr Krause nur noch die richtigen Koalitionspartner im Stadtrat München, dann können wir erfolgreich in die Zukunft rudern”, witzelte der Innenminister mit einem Augenzwinkern.
Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause, selbst sportbegeistert, findet es wichtig, “dass Freistaat und Stadt an einem Strang ziehen”. Weil die Stadt München Alleineignerin der Olympia-Regattastrecke und aller anderen Olympiastätten in München ist, müsste sie im Sanierungsfall initiativ tätig werden und dann finanzielle Unterstützung von Bund und Land beantragen. “Wir sind gespannt, zu welcher Entscheidung das Olympiakomitee nächstes Jahr kommen wird”, sagte Krause. Das 66 Prozent Pro-Olympia-Votum der Münchner Bürgerinnen und Bürger sei ihm jedenfalls Verpflichtung, sich weiter dafür einzusetzen.
Alle Athletinnen und Athleten in jeder Leistungsklasse gaben ebenfalls an diesem Wochenende ihr Bestes. Alle Ergebnisse können detailliert hier eingesehen werden.
Maksym Yerchenko startete im Männer-Einer für den Schleißheimer Ruderclub und erruderte Platz 31. Emilia Kreutz und ihre Partnerin Mathilda Wendler errangen im Juniorinnen-Zweier ohne Steuermann bei ihrer Leistungsüberprüfung im B‑Finale Platz 1.
Im Nachgang der Deutschen Meisterschaft fanden noch weitere Leistungsüberprüfungen für zusammengesetzte Vierer statt. Für den Schleißheimer Ruderclub startete ein Damen-Vierer und belegte Platz 2.


Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
Ein Highlight für die Oberschleißheimer Rudervereine war der Sieg von Oliver Zeidler, der auf seiner “Heimatstrecke” den Deutschen Meistertitel holte (siehe Beitragsbild).
Oliver Zeidler wurde 2019 Weltmeister im Einer und gewann bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris Gold im Einer.
Sein Großvater, Hans-Johann Färber, ließ es sich nicht nehmen und hängte seinem erfolgreichen Enkel die Siegermedallie um. Färber selbst gewann im legendären “Bullenvierer” 1972 bei der Sommerolympiade an der Regattastrecke in Oberschleißheim Rudergold. Für diesen Erfolg erhielten er und die gesamte Bullenvierer-Mannschaft am 11. September 1972 das Silberne Lorbeerblatt.
Seinen Enkel Oliver Zeidler trainierte er oft selbst hier in Oberschleißheim, was den Sport-kommentator beim Zieleinlauf zu dem freudigen Ausruf veranlasste: “Kein Wunder, dass der “Bub” gewonnen hat, wo er doch immer hier trainiert hat!”
Ingrid Lindbüchl


Starke Leistungen auch bei der RGM auf der heimischen Regattastrecke in Oberschleißheim
Bei der Deutschen Kleinbootmeisterschaft und der Leistungsüberprüfung der Junioren und Juniorinnen A war die RG München mit zehn Sportlerinnen und Sportlern auf der heimischen Regattastrecke in Oberschleißheim vertreten und zeigte starke Leistungen auf nationalem Niveau.
Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Anori Benz im JMA 1x. Nach seinen starken Ergebnissen in Leipzig und auf dem Ergo galt er als Mitfavorit und konnte den hohen Erwartungen gerecht werden – er belohnte sich mit der Bronzemedaille – eine herausragende Leistung.
Jan Tettinger und Antonia Klier erreichten im Einer jeweils das C‑Finale und wurden damit ihren Erwartungen gerecht. Sofia Vollmann im Einer und Paula Egger im Zweier ohne zusammen mit ihrer Partnerin aus Regensburg sammelten wertvolle Erfahrungen.
Leonhard Holzwarth, der seit Herbst zur Trainingsmannschaft gehört, musste sich der starken Konkurrenz im leichten Senioren Einer stellen. Er beendete seine erste deutsche Kleinbootmeisterschaft mit dem 2. Platz im D‑Finale.
Im leichten SF 2- belegten Jana Opitz und Wiebke Knigge in einem rein bayerischen Feld Rang drei hinter Laura Gärtner in Renngemeinschaft mit Würzburg auf Platz zwei.
Auch Ricarda Heuser stellte sich der Herausforderung im Einer, obwohl sie eigentlich im Riemenbereich zuhause ist. Mit einem starken dritten Platz im C‑Finale zeigte sie eine sehr überzeugende Leistung.
Die RG München blickt damit auf ein erfolgreiches Wochenende mit starken Ergebnissen und wichtigen Impulsen für die weitere Saison zurück.
Trainerin RGM




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