Oliver Zeidler (Frankfurter RG Germania) ist Deutscher Meister im Männer-Einer. Der Enkel von Goldmedallienträger 1972, Johann Färber, ist in Oberschleißheim groß geworden und hat hier zusammen mit seinem berühmten Großvater trainiert. Foto: meinruderbild

Deut­sche Ruder-Meis­ter­schaften Kleinboot/Para auf der Olympia-Regat­ta­an­lage in München

20.04.2026 | Sport | 0 Kommentare

Ein span­nendes Wochen­ende mit Kämpfen um die Kader­plätze und Politik auf den Stegen

Am vergan­genen Wochen­ende kamen rund 500 Rude­rinnen und Ruderer aus ganz Deutsch­land zur Deut­schen Klein­boot-Meis­ter­schaft an der Olympia-Ruder­re­gat­ta­strecke in Ober­schleiß­heim zusammen.

“Eine der fairsten Ruder­stre­cken welt­weit”, wie der Präsi­dent des Deut­schen Ruder­ver­bandes Moritz Petri immer wieder betont, “die Athle­tinnen und Athleten kommen gerne zu uns, ja, sie wollen zu uns!” In einer Ruderer-Befra­gung wurde die ehema­lige Olym­pia­strecke im Münchner Norden sogar zur Nummer 1 gewählt, weiß der Präsi­dent.

Für die deut­schen Spit­zen­ru­de­rinnen und ‑ruderer sind die Deut­schen Meis­ter­schaften auf der Olympia-Regat­ta­an­lage in München ein Pflicht­termin: Es ist zum Start ins Ruder­jahr 2026 für alle eine zentrale Leis­tungs­über­prü­fung des Deut­schen Ruder­ver­bands (DRV), auf der das Funda­ment für die gesamte deut­sche Ruder-Elite gebildet wird – vom etablierten A‑Kader über die U23-Talente bis hin zum Para-Bereich. “Wer im Natio­nal­kader bleiben oder dorthin aufsteigen will, muss in München antreten”, sagte der Regattaleiter Willi Bock von der Ruder­ge­sell­schaft München 1972 zu Beginn der Meis­ter­schaften, welcher zusammen mit Dominik Duell vom Schleiß­heimer Ruder­club diese bedeu­tende Regatta ausge­richtet hat.

Nicht zuletzt, um die Bewer­bung der Stadt München als Austra­gungsort für eine der nächsten Sommer­olym­piaden zu bekräf­tigen, waren Innen­mi­nister Joachim Hermann, der neue Ober­bür­ger­meister der Stadt München, Dominik Krause und mehrere Land­tags­ab­ge­ord­nete am Samstag bei strah­lend gutem Wetter zu einem poli­ti­schen Gespräch vor Ort am Steg einge­troffen.

Poli­ti­sche Gespräche auf dem Steg: Innen­mi­nister Joachim Hermann, DRV-Präsi­dent Moritz Petri, Regattaleiter Willi Bock, Ober­schleiß­heims 3. Bürger­meister Dr. Casimir Katz, die Land­tags­ab­ge­ord­neten Maxi­mi­lian Böltl (CSU), Dr. Alex­ander Diet­rich (CSU), Dr. Markus Büchler (Grüne) uvm…

“Diese Anlage wurde 1972 genial geplant, es ist hervor­ra­gend, dass wir keinen Quadrat­meter mehr versie­geln müssen, wenn hier olym­pi­sche Wett­kämpfe statt­finden würden. Nun geht es darum, die Anlage dafür in Schuss zu bringen. Ich freue mich, wenn die Stadt München dies anpackt. Wir vom Landtag werden alles tun, um den Weg dafür frei zu machen”, sagte der Innen­mi­nister in der Gesprächs­runde. “Wir haben höchstes Inter­esse daran, die Olym­piade zu uns nach Bayern, speziell nach München zu holen”, bekräf­tigte Joachim Hermann und bedankte sich bei allen, die diese Anlage bis jetzt am Leben gehalten haben.

Im Gespräch: DRV-Präsi­dent Moritz Petri (Mitte) mit Bayerns Innen­mi­nister Joachim Herr­mann (rechts) und Münchens Ober­bür­ger­meister Dominik Krause. Foto: mein­ru­der­bild
Zwei, die an einem Strang ziehen: Innen­mi­nister Joachim Hermann und Münchens Ober­bür­ger­meister Dominik Krause Foto privat

“Jetzt braucht der Herr Krause nur noch die rich­tigen Koali­ti­ons­partner im Stadtrat München, dann können wir erfolg­reich in die Zukunft rudern”, witzelte der Innen­mi­nister mit einem Augen­zwin­kern.

Münchens Ober­bür­ger­meister Dominik Krause, selbst sport­be­geis­tert, findet es wichtig, “dass Frei­staat und Stadt an einem Strang ziehen”. Weil die Stadt München Allein­eig­nerin der Olympia-Regat­ta­strecke und aller anderen Olym­pia­stätten in München ist, müsste sie im Sanie­rungs­fall initiativ tätig werden und dann finan­zi­elle Unter­stüt­zung von Bund und Land bean­tragen. “Wir sind gespannt, zu welcher Entschei­dung das Olym­pia­ko­mitee nächstes Jahr kommen wird”, sagte Krause. Das 66 Prozent Pro-Olympia-Votum der Münchner Bürge­rinnen und Bürger sei ihm jeden­falls Verpflich­tung, sich weiter dafür einzu­setzen.

Alle Athle­tinnen und Athleten in jeder Leis­tungs­klasse gaben eben­falls an diesem Wochen­ende ihr Bestes. Alle Ergeb­nisse können detail­liert hier einge­sehen werden.

Maksym Yerchenko star­tete im Männer-Einer für den Schleiß­heimer Ruder­club und erru­derte Platz 31. Emilia Kreutz und ihre Part­nerin Mathilda Wendler errangen im Junio­rinnen-Zweier ohne Steu­er­mann bei ihrer Leis­tungs­über­prü­fung im B‑Finale Platz 1.

Im Nach­gang der Deut­schen Meis­ter­schaft fanden noch weitere Leis­tungs­über­prü­fungen für zusam­men­ge­setzte Vierer statt. Für den Schleiß­heimer Ruder­club star­tete ein Damen-Vierer und belegte Platz 2.

Die Damen-Vierer ohne Steu­er­frau im Rennen
Die Herren-Vierer am Start

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Ein High­light für die Ober­schleiß­heimer Ruder­ver­eine war der Sieg von Oliver Zeidler, der auf seiner “Heimat­strecke” den Deut­schen Meis­ter­titel holte (siehe Beitrags­bild).

Oliver Zeidler wurde 2019 Welt­meister im Einer und gewann bei den Olym­pi­schen Sommer­spielen 2024 in Paris Gold im Einer.

Sein Groß­vater, Hans-Johann Färber, ließ es sich nicht nehmen und hängte seinem erfolg­rei­chen Enkel die Sieger­me­dallie um. Färber selbst gewann im legen­dären “Bullen­vierer” 1972 bei der Sommer­olym­piade an der Regat­ta­strecke in Ober­schleiß­heim Ruder­gold. Für diesen Erfolg erhielten er und die gesamte Bullen­vierer-Mann­schaft am 11. September 1972 das Silberne Lorbeer­blatt.

Seinen Enkel Oliver Zeidler trai­nierte er oft selbst hier in Ober­schleiß­heim, was den Sport-kommen­tator beim Ziel­ein­lauf zu dem freu­digen Ausruf veran­lasste: “Kein Wunder, dass der “Bub” gewonnen hat, wo er doch immer hier trai­niert hat!”

Ingrid Lind­büchl

Hans-Johann Färber ließ es sich nicht nehmen, seinem Enkel Oliver Zeidler die Sieger­me­dallie selbst umzu­hängen
Wie der Opa, so der Enkel…und noch ein biss­chen mehr…;))

Starke Leis­tungen auch bei der RGM auf der heimi­schen Regat­ta­strecke in Ober­schleiß­heim

Bei der Deut­schen Klein­boot­meis­ter­schaft und der Leis­tungs­über­prü­fung der Junioren und Junio­rinnen A war die RG München mit zehn Sport­le­rinnen und Sport­lern auf der heimi­schen Regat­ta­strecke in Ober­schleiß­heim vertreten und zeigte starke Leis­tungen auf natio­nalem Niveau.

Beson­ders hervor­zu­heben ist die Leis­tung von Anori Benz im JMA 1x. Nach seinen starken Ergeb­nissen in Leipzig und auf dem Ergo galt er als Mitfa­vorit und konnte den hohen Erwar­tungen gerecht werden – er belohnte sich mit der Bron­ze­me­daille – eine heraus­ra­gende Leis­tung.

Jan Tettinger und Antonia Klier erreichten im Einer jeweils das C‑Finale und wurden damit ihren Erwar­tungen gerecht. Sofia Voll­mann im Einer und Paula Egger im Zweier ohne zusammen mit ihrer Part­nerin aus Regens­burg sammelten wert­volle Erfah­rungen.

Leon­hard Holz­warth, der seit Herbst zur Trai­nings­mann­schaft gehört, musste sich der starken Konkur­renz im leichten Senioren Einer stellen. Er been­dete seine erste deut­sche Klein­boot­meis­ter­schaft mit dem 2. Platz im D‑Finale.

Im leichten SF 2- belegten Jana Opitz und Wiebke Knigge in einem rein baye­ri­schen Feld Rang drei hinter Laura Gärtner in Renn­ge­mein­schaft mit Würz­burg auf Platz zwei.

Auch Ricarda Heuser stellte sich der Heraus­for­de­rung im Einer, obwohl sie eigent­lich im Riemen­be­reich zuhause ist. Mit einem starken dritten Platz im C‑Finale zeigte sie eine sehr über­zeu­gende Leis­tung.

Die RG München blickt damit auf ein erfolg­rei­ches Wochen­ende mit starken Ergeb­nissen und wich­tigen Impulsen für die weitere Saison zurück.

Trai­nerin RGM

 

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