Der allseits beliebte und geschätzte Diakon Dieter Wirth starb im Alter von 83 Jahren. Foto privat

Einer, der mit dem Herzen arbei­tete und große Fußspuren hinter­lässt

12.06.2026 | Persönlichkeiten | 0 Kommentare

Ein Nachruf auf Diakon Dieter Wirth

Ober­schleiß­heim muss von dem beliebten Seel­sorger und Kolping-Präses, Diakon Dieter Wirth, Abschied nehmen. In der Nacht zum 7. Juni 2026 war er über­ra­schend gestorben.

Der Diakon war “24/7 Herz­blut-Seel­sorger” bis zu seinem letzten Lebenstag. Sams­tag­mittag hatte er noch eine Hoch­zeit in Lands­berg am Lech abge­halten, bevor er auf dem Park­platz des Hauses St. Benno in Ober­schleiß­heim, in dem er bis zuletzt tätig war, einen Herz­in­farkt erlitt. Um 3 Uhr in der darauf­fol­genden Nacht verstarb er im Kran­ken­haus Dachau.

“In der Tat hinter­lässt mein Vater große Fußspuren und viele, viele Menschen, die ihn sehr vermissen werden”, sagt sein Sohn Peter Wirth und erzählt uns aus dem bewegten Leben seines Vaters:

Dieter Wirth wurde am 17. 5. 1943 in München, in einer Sied­lung am Hart geboren, wo er in den Nach­kriegs­jahren in beschei­denen Verhält­nissen aufwuchs. Dennoch war sein beruf­li­cher Werde­gang äußerst bemer­kens­wert: Als Jugend­li­cher machte er zunächst eine Metz­ger­lehre, danach eine Koch­lehre, arbei­tete aber dann als Bäcker und Konditor in einer Bäckerei am Hart.

Doch sein Herz fühlte eine ganz andere Beru­fung. Der dama­lige Kaplan der Pfarrei “14 Nothelfer”, Josef Schmid, ermu­tigte ihn, mit ihm als Mesner und Haus­meister in die damals neu gegrün­dete Pfarrei “Mariae 7 Schmerzen” im Hasen­bergl zu gehen, wo er 1970 mit seiner Familie hinzog.

Auch der nach­fol­gende Pfarrer, Franz Sand, erkannte die seel­sor­ge­ri­schen Fähig­keiten des gläu­bigen jungen Fami­li­en­va­ters und schlug ihm vor, ein Theo­lo­gie­stu­dium zu beginnen. “Das hat ihn einiges an Über­re­dungs­ar­beit gekostet”, erin­nert sich Peter Wirth, “weil sich mein Vater einfach nicht vorstellen konnte, ‘a G’studierter’ zu werden”.

Nach einer inneren Einkehr hätte er es sich aber doch zuge­traut und Theo­logie im Fern­kurs studiert. Darauf folgte ein Jahr Studium im Kloster von Bene­dikt­beuern, was für die Familie eine sehr schwere Zeit war, denn sie bekam ihn damals kaum zu Gesicht.

Im Kloster Bene­dikt­beuern erhielt er seine Weihen zum Diakon und war von da an seel­sor­ge­risch tätig — zunächst als Admi­nis­trator im Hasen­bergl und dann in der Ober­schleiß­heimer Pfarrei Maria Patrona Bava­riae. Danach wirkte er als Seel­sorger im Hans- Scherer-Haus des Katho­li­schen Männ­erfür­sor­ge­ver­eins und bis zuletzt im Haus St. Benno.

Er enga­gierte sich in der Obdach­lo­sen­ar­beit, arbei­tete als Gefäng­nis­seel­sorger und Notfall­seel­sorger im Krisen­in­ter­ven­ti­ons­team KIT, in über­wie­gender Koope­ra­tion mit der Frei­wil­ligen Feuer­wehr Ober­schleiß­heim und der Polizei.

Wer Diakon Dieter Wirth kannte, musste ihn einfach schätzen und mögen, denn seine ruhige und humor­volle Art strahlte Gebor­gen­heit und Zuver­sicht aus — auch im tiefsten Leid.

Am 30.6. 2026 findet in der Pfarr­kirche St. Peter und Paul in Feld­moching, um 9.00 Uhr ein Requiem statt.

Die Beiset­zung findet in Form einer Baum­be­stat­tung in einem Wald in Harburg/Schwaben, in der Nähe des Wohn­ortes des Verstor­benen, im engsten Fami­li­en­kreis, statt.

Ingrid Lindbüchl/ Peter Wirth

Beitrag teilen:

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert