Spende von der Hans-Weber-Stiftung sichert Fortführung von begonnenen Maßnahmen
Moore sind Lebensraum für viele spezialisierte und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Ihr Erhalt bzw. ihre Wiederherstellung leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung der Biodiversität. Als wichtige Kohlenstoffspeicher schützen Moore zudem das Klima. Da Moore wie ein lebender Schwamm große Mengen an Wasser in der Landschaft halten, welches dort versickern und ins Grundwasser gelangen kann, spielen Moore auch eine große Rolle beim Schutz unseres Trinkwassers, beim Schutz vor Hochwasser und als Wasserreservoir in Trockenzeiten. Der Erhalt und die Renaturierung von Mooren ist damit eine der effektivsten Maßnahmen zum Schutz des Klimas, der Biodiversität und des Trinkwassers.
Der Moorkomplex zwischen Dietramszell und Deining bildet mit 17 Hektar zwischen Kleindingharting und Holzhausen die größten Flächen an Hoch- und Übergangsmooren im Landkreis München. Der BUND Naturschutz (BN) ist mit über 4 Hektar größter Eigentümer, auf seinem Grundstück wachsen unter anderem sehr seltene Strauch-Birken und die in Bayern stark gefährdete Heidelbeere-Weide. Im Winter 2010/2011 hat der BN seine Flächen aufwändig renaturiert. Vor allem Gehölze wurden dabei entfernt sowie die alten Entwässerungsgräben teilweise geschlossen. Das war ein wichtiger Schritt für den Erhalt des Moores, trotzdem bedarf es auch weiterhin regelmäßiger Pflege.
„Moorschutz ist Trinkwasserschutz. Jeder Tropfen Regen, den das Moor aufnimmt und speichert, bleibt der Landschaft erhalten und kann zu Trinkwasser werden. Das entlastet einerseits die Flüsse, erhält unsere Bäche und schützt Siedlungen bei den immer häufigeren Starkregenereignissen. Die Hitzewellen und Dürreperioden der letzten Jahre zeigen andererseits, dass selbst im traditionell wasserreichen Voralpenland aktive Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers und zu dessen Neubildung nötig werden. Mit den Pflegeeinsätzen auf dem BN-Grundstück leisten wir dafür einen bedeutenden Beitrag.“, so Christian Hierneis, Vorsitzender der Kreisgruppe München des BUND Naturschutz.
Damit diese Funktionen erhalten bleiben, sind kontinuierliche Pflege, die Wiederherstellung natürlicher Wasserstände und gezielte Renaturierungsmaßnahmen notwendig. Im Deininger Moor arbeitet der BUND Naturschutz gemeinsam mit der Hans Weber Stiftung daran, diese Voraussetzungen langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt stehen dabei der Schutz des sensiblen Lebensraums, die Verbesserung des Wasserhaushalts und die dauerhafte Sicherung der Moorflächen. Durch den Erwerb und die langfristige Sicherung geeigneter Flächen können wichtige Lebensräume dauerhaft geschützt und gezielt weiterentwickelt werden. Die Stiftung unterstützt dabei regionale Partner und Initiativen, die sich für den Erhalt von Mooren, artenreichen Landschaften und wertvollen Rückzugsräumen für Tiere und Pflanzen einsetzen.
Neben dem Natur- und Tierschutz fördert die Hans Weber Stiftung Vorhaben in der Kinder- und Jugendhilfe. Ziel ist es, ökologische und soziale Projekte in der Region nachhaltig zu stärken und gemeinsam mit engagierten Partnern langfristige Perspektiven zu schaffen. Die Hans Weber Stiftung möchte für die Region ein verlässlicher Partner sein. Sie unterstützt deshalb sowohl Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und der Jugendarbeit als auch Projekte im Natur‑, Tier- und Umweltschutz. Anfragen aus dem Oberland sind jederzeit willkommen, wenn es darum geht, wichtige Vorhaben gemeinsam auf den Weg zu bringen und dauerhaft zu begleiten.
Unter den aktuellen Temperaturen und der anhaltenden Dürre leidet auch das Moor. Beginnt das Moor auszutrocknen, dann kann es seine wichtigen Funktionen nur noch eingeschränkt erfüllen. Umso wichtiger ist der Einsatz des BN zur Stabilisierung des Wasserhaushaltes, der Fortsetzung der biotopprägenden Pflegemahd und zur Anlage von Pufferzonen zu den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen.
„Dank der Unterstützung durch die Hans Weber Stiftung können wir diese Maßnahmen auch künftig weiterführen. Je mehr sich das Moor wieder seinem natürlichen Zustand nähert und je feuchter es wird, desto besser geht es ihm und desto stabiler ist es selbst in Dürreperioden. Nur gesunde Moore schützen Trinkwasser und Klima. Moorschutz ist deshalb auch Schutz unserer künftigen Lebensbedingungen.“ so Hierneis abschließend.
Martin Hänsel, BN Leitung Biodiversität und Stadtklima




0 Kommentare