Foto: Übergabe des Schecks über EUR 25.000 durch die Hans Weber Stiftung an den BUND Naturschutz, Kreisgruppe München; v.l.n.r.: Martin Hänsel, Leitung Biodiversität und Stadtklima, BUND Naturschutz, Kreisgruppe München; Dr. Kathrin Klaffl, stellvertretende Vorsitzende Hans Weber Stiftung; Dr. Gernot Lissack, Vorstandsvorsitz Hans Weber Stiftung; copyright Foto: BN

Moor­schutz für den Trink­was­ser­schutz

19.08.2026 | Umwelt, Lokale Initiativen | 0 Kommentare

Spende von der Hans-Weber-Stif­tung sichert Fort­füh­rung von begon­nenen Maßnahmen

Moore sind Lebens­raum für viele spezia­li­sierte und bedrohte Tier- und Pflan­zen­arten. Ihr Erhalt bzw. ihre Wieder­her­stel­lung leistet einen wesent­li­chen Beitrag zur Stabi­li­sie­rung der Biodi­ver­sität. Als wich­tige Kohlen­stoff­spei­cher schützen Moore zudem das Klima. Da Moore wie ein lebender Schwamm große Mengen an Wasser in der Land­schaft halten, welches dort versi­ckern und ins Grund­wasser gelangen kann, spielen Moore auch eine große Rolle beim Schutz unseres Trink­was­sers, beim Schutz vor Hoch­wasser und als Wasser­re­ser­voir in Trocken­zeiten. Der Erhalt und die Rena­tu­rie­rung von Mooren ist damit eine der effek­tivsten Maßnahmen zum Schutz des Klimas, der Biodi­ver­sität und des Trink­was­sers.

Der Moor­kom­plex zwischen Diet­rams­zell und Deining bildet mit 17 Hektar zwischen Klein­dingh­ar­ting und Holz­hausen die größten Flächen an Hoch- und Über­gangs­mooren im Land­kreis München. Der BUND Natur­schutz (BN) ist mit über 4 Hektar größter Eigen­tümer, auf seinem Grund­stück wachsen unter anderem sehr seltene Strauch-Birken und die in Bayern stark gefähr­dete Heidel­beere-Weide. Im Winter 2010/2011 hat der BN seine Flächen aufwändig rena­tu­riert. Vor allem Gehölze wurden dabei entfernt sowie die alten Entwäs­se­rungs­gräben teil­weise geschlossen. Das war ein wich­tiger Schritt für den Erhalt des Moores, trotzdem bedarf es auch weiterhin regel­mä­ßiger Pflege.

„Moor­schutz ist Trink­was­ser­schutz. Jeder Tropfen Regen, den das Moor aufnimmt und spei­chert, bleibt der Land­schaft erhalten und kann zu Trink­wasser werden. Das entlastet einer­seits die Flüsse, erhält unsere Bäche und schützt Sied­lungen bei den immer häufi­geren Stark­re­gen­er­eig­nissen. Die Hitze­wellen und Dürre­pe­ri­oden der letzten Jahre zeigen ande­rer­seits, dass selbst im tradi­tio­nell wasser­rei­chen Voral­pen­land aktive Maßnahmen zum Schutz des Grund­was­sers und zu dessen Neubil­dung nötig werden. Mit den Pfle­ge­ein­sätzen auf dem BN-Grund­stück leisten wir dafür einen bedeu­tenden Beitrag.“, so Chris­tian Hier­neis, Vorsit­zender der Kreis­gruppe München des BUND Natur­schutz.

Damit diese Funk­tionen erhalten bleiben, sind konti­nu­ier­liche Pflege, die Wieder­her­stel­lung natür­li­cher Wasser­stände und gezielte Rena­tu­rie­rungs­maß­nahmen notwendig. Im Deininger Moor arbeitet der BUND Natur­schutz gemeinsam mit der Hans Weber Stif­tung daran, diese Voraus­set­zungen lang­fristig zu sichern. Im Mittel­punkt stehen dabei der Schutz des sensi­blen Lebens­raums, die Verbes­se­rung des Wasser­haus­halts und die dauer­hafte Siche­rung der Moor­flä­chen. Durch den Erwerb und die lang­fris­tige Siche­rung geeig­neter Flächen können wich­tige Lebens­räume dauer­haft geschützt und gezielt weiter­ent­wi­ckelt werden. Die Stif­tung unter­stützt dabei regio­nale Partner und Initia­tiven, die sich für den Erhalt von Mooren, arten­rei­chen Land­schaften und wert­vollen Rück­zugs­räumen für Tiere und Pflanzen einsetzen.

Neben dem Natur- und Tier­schutz fördert die Hans Weber Stif­tung Vorhaben in der Kinder- und Jugend­hilfe. Ziel ist es, ökolo­gi­sche und soziale Projekte in der Region nach­haltig zu stärken und gemeinsam mit enga­gierten Part­nern lang­fris­tige Perspek­tiven zu schaffen. Die Hans Weber Stif­tung möchte für die Region ein verläss­li­cher Partner sein. Sie unter­stützt deshalb sowohl Einrich­tungen der Kinder- und Jugend­hilfe und der Jugend­ar­beit als auch Projekte im Natur‑, Tier- und Umwelt­schutz. Anfragen aus dem Ober­land sind jeder­zeit will­kommen, wenn es darum geht, wich­tige Vorhaben gemeinsam auf den Weg zu bringen und dauer­haft zu begleiten.

Unter den aktu­ellen Tempe­ra­turen und der anhal­tenden Dürre leidet auch das Moor. Beginnt das Moor auszu­trocknen, dann kann es seine wich­tigen Funk­tionen nur noch einge­schränkt erfüllen. Umso wich­tiger ist der Einsatz des BN zur Stabi­li­sie­rung des Wasser­haus­haltes, der Fort­set­zung der biotop­p­rä­genden Pfle­ge­mahd und zur Anlage von Puffer­zonen zu den angren­zenden land­wirt­schaft­li­chen Flächen.

„Dank der Unter­stüt­zung durch die Hans Weber Stif­tung können wir diese Maßnahmen auch künftig weiter­führen. Je mehr sich das Moor wieder seinem natür­li­chen Zustand nähert und je feuchter es wird, desto besser geht es ihm und desto stabiler ist es selbst in Dürre­pe­ri­oden. Nur gesunde Moore schützen Trink­wasser und Klima. Moor­schutz ist deshalb auch Schutz unserer künf­tigen Lebens­be­din­gungen.“ so Hier­neis abschlie­ßend.

Martin Hänsel, BN Leitung Biodi­ver­sität und Stadt­klima

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