Generationenwechsel auf dem Siegerpodest
Beim 11. Schleißheimer Schach-Scharmützel setzte sich am 1. März im C3 in Oberschleißheim die junge Generation durch – sowohl im Wettbewerb der Kinder und Jugendlichen am Vormittag, als auch bei den Erwachsenen am Nachmittag. Und dass da noch mehr Potenzial ist, zeigten die Vertreter der Jugend im Erwachsenen-Turnier: Der gerade 14 Jahre alte Ivan Lytvynenko, Zweitplatzierter im Jugendturnier, erkämpfte sich auch bei den Erwachsenen den zweiten Platz.
Das inzwischen traditionelle Schach-Turnier wird von der Projektgruppe der Lokalen Agenda 21 „Kinder & Jugend“ organisiert und von der Schreiner Group mit der Bereitstellung des C3-Konferenzzentrums als Austragungsort unterstützt. Trotz konkurrierender Wettbewerbe am selben Wochenende war es auch 2026 wieder gut besucht.




Der Charme des Turniers ist es, dass hier sowohl Vereinsspieler als auch Amateure aufeinandertreffen. Der Turniermodus im sogenannten „Schweizer System“ über sieben Runden sorgt dafür, dass Spielerinnen und Spieler aller Spielstärken ihren Spaß haben. Ingrid Lindbüchl vom Agenda-Team hatte deshalb vollkommen recht als sie betonte, dass es zwar Sieger gebe, aber im Grunde alle gewinnen: Denn keiner der Teilnehmer ging am Ende ohne Sieg nach Hause.
Die meisten Siege konnten bei den Jugendlichen Maximilian Breintner (FC Bayern München) und Ivan Lytvynenko (MSC 1863) für sich verbuchen (je sechs). Deshalb musste die Feinwertung entscheiden. Dabei werden die Punkte aller Gegner addiert. Hier hatte Maximilian mit 92 das bessere Ende für sich (Ivan 83).


Spannnende Partien unter Kindern und Jugendlichen: Im linken Bild spielt der Gewinner des Turniers, Maximilian Breitner, (links) gegen Theodor Feuchtinger. Im rechten Bild hat gerade das Geschwisterpaar Sofie (links) und Ivan (rechts) Lytvynenko seine Partie beendet.
Auf Platz 3 überzeugte mit starken 15 Punkten die erst knapp neun Jahre alte Sofi Lytvynenko (MSC 1863) – noch vor dem Brüderpaar Leopold und Theodor Feuchtinger (beide vom SC Garching 1980). Sie konnten jeweils 13 Punkte für sich verbuchen. Deshalb musste auch hier die Feinwertung entscheiden. Die fiel mit 86 zu 83 Punkten denkbar knapp aus. Auch die jüngste Teilnehmerin, Varvara Koretskaia (MSC 1836, Jahrgang 2017) und der jüngste Teilnehmer Louis Li (SC Schwabing München Nord, Jahrgang 2018) konnten sechs beziehunsgweise drei Punkte für sich verbuchen und damit wertvolle Turniererfahrung sammeln.

Nach so viel Potenzial beim Jugendturnier war es auch am Nachmittag bei den Erwachsenen Zeit für einen Generationenwechsel. Lorenz Gauchel (FC Bayern München), im Vorjahr Zweiter, konnte sich hier mit 18 von 21 möglichen Punkten den Sieg sichern. Zweiter wurde Ivan Lytvynenko – punktgleich mit dem Vorjahressieger und mehrfachem Turniersieger Ante Bilandic (FC Bayern München). Auch hier musste die Feinwertung entscheiden (89 beziehungsweise 81 Punkte).
Unter den Vereinsspielern schlugen sich auch die Amateure des Schachtreffs im „WIR Quartierladen“ in Oberschleißheim respektabel. Von ihnen schafften es Christian Bachmann (Platz 5), Peter Marwan (Platz 6) und Phil Telfer (Platz 8) unter die Top Ten.

Ein Wehmutstropfen für die Schachfreunde aus Oberschleißheim ist allerdings die bevorstehende Schließung des „WIR Quartierladens“ am Stutenanger 6, wo sie jeden Mittwoch ab 17 Uhr beim offenen Schachtreff spielen. Der Finanzausschuss der Gemeinde Oberschleißheim hat auch hier den Rotstift angesetzt: Mitte des Jahres 2026 soll das WIR geschlossen und geräumt werden. Zwar hat der Erste Bürgermeister Markus Böck zugesagt, dass die Gemeinde die derzeit dort beheimateten Gruppen anderswo unterbringen werde. Noch ist aber völlig offen, wo sich der Platz finden und wann das geschehen wird. Für das “Wir” waren in diesem Jahr angetreten: Ulrike Schreiner, Roland Schreiner, Roland Sandner, Harald Müller, Peter Marwan, Werner Rysek, Christian Bachmann, Phil Telfer, Marc Achhammer.
Peter Marwan/Ingrid Lindbüchl




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