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“Schweiget stille — plau­dert nicht!” Konzert in der Trini­ta­tis­kirche begeis­tert Publikum

10.11.2025 | Glaubensgemeinschaften | 0 Kommentare

Flöten­kon­zert und Kaffe­kan­tate von Johann Sebas­tian Bach

Die Idee, das Münchner Bach-Fest 2025 auch nach Ober­schleiß­heim auszu­dehnen, kam wohl von Kirchen­mu­si­kerin und Orga­nistin Ursula Kaupert. Dafür fand sich ein sehr über­zeu­gendes Ensemble zusammen: Doris Rohe (Sopran), Martin Danes (Bass), Wolf­gang Antes­berger (Tenor), Martina Wester (Flöte), Raya Gron­kova (Violine 1), Ursula Bongard (Violine 2), Thomas Zeitl­höfler (Viola),  Eckhard Sturm (Cello), Günter Holz­hausen (Kontra­bass), Ursula Kaupert (Spinett und musi­ka­li­sche Leitung).

Zum Auftakt gab es ein schönes Flöten­kon­zert in C‑Dur nach einer Bach­schen Flöten­so­nate. Bril­lant an der Quer­flöte Martina Wester, die der Trini­ta­tis­kirche schon lange auch musi­ka­lisch verbunden ist.

Dann stritten sich in der Kaffee­kan­tate Tochter Lies­chen und Vater Schlen­drian darüber, ob sie nun Kaffee trinken dürfe oder nicht. Das Werk entstand in den 1730er-Jahren und ist eine Ausnahme unter den sonst meist kirch­li­chen Kantaten von Bach. Dementspre­chend wurde es nicht in einer Kirche, sondern in einem Leip­ziger Café­haus urauf­ge­führt.

Damals gab es den Kaffee nörd­lich der Alpen erst seit rund 100 Jahren. Er war noch kein Alltags­ge­tränk, sondern eine Art Luxusgut, aber auch bei den Damen offenbar schon sehr beliebt. Der Vater findet das schäd­lich und über­flüssig. Zumal der gemein­same Kaffee­ge­nuss zum Plau­dern verführe. Das kann gefähr­lich werden. Darum hat die Kantate auch den Titel “Schweiget stille — plau­dert nicht”.

Die Tochter solle also das Kaffee­trinken sein lassen, sonst kriege sie auch keinen Ehemann. In den dama­ligen Zeiten war ein Ehemann mehr oder weniger die einzige Versor­gungs­quelle für eine Frau. Lies­chen will auch einen. Also gibt sie erstmal nach. Aber dann doch nicht wirk­lich. Denn ließe sich nicht im Rahmen einer Ehever­ein­ba­rung wunderbar regeln, dass die Gattin auch Kaffee trinken darf? Das Schluss-Terzett klang jeden­falls wieder sehr harmo­nisch.

Klang­voll und ausdrucks­stark vorge­tragen wurde dieser komi­sche musi­ka­li­sche Dialog von Doris Rohe als Tochter und Martin Danes als Vater. Wolf­gang Antes­berger sorgte als Erzähler dafür, dass man den Faden nicht verlor.

Passend zum Werk gab es für das Ensemble zum Dank statt Blüm­chen Kaffee. Pfar­rerin Martina Buck würdigte in ihren Begleit­worten, wieviel Vorbe­rei­tung und Proben­ar­beit hinter dieser gelun­genen Auffüh­rung steckte. Der Schluss-Applaus in der gut gefüllten Trini­ta­tis­kirche wollte gar kein Ende nehmen.

Andrea Wörle

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