Neues Fördernetzwerk bringt soziale Träger, Stiftungen und Unternehmen im Landkreis München zusammen
Der Landkreis München gehört wirtschaftlich zu den stärksten Regionen Deutschlands. Hohe Kaufkraft und eine niedrige Arbeitslosenquote prägen das Bild. Doch der Wohlstand kommt nicht bei allen Menschen an. Fast jeder sechste Landkreisbürger ist armutsgefährdet, mehr als 16.000 Menschen beziehen Leistungen der sozialen Mindestsicherung.
Gleichzeitig geraten auch die kommunalen Haushalte zunehmend unter Druck. Eine wachsende Bevölkerung erfordert hohe Investitionen in Infrastruktur, während Bau- und Bodenpreise sowie Sozialausgaben steigen. Landkreis und Kommunen müssen ihre Mittel deshalb immer stärker auf Pflichtaufgaben konzentrieren. Freiwillige soziale Leistungen bleiben vielerorts weniger Spielräume.
Dabei ist das soziale Engagement im Landkreis grofl. Wohlfahrtsverbände, Vereine und Organisationen unterstützen Kinder, Jugendliche, Familien, ältere Menschen und viele weitere Bevölkerungsgruppen. Ein erheblicher Teil dieser Arbeit wird ehrenamtlich geleistet. Ohne finanzielle Unterstützung durch öffentliche Mittel, Mitgliedsbeiträge oder Spenden sind viele Angebote jedoch nicht möglich.
Förderer und soziale Träger an einem Tisch
Unter dem Motto „Gemeinsam in der Verantwortung – mit Kooperationen durch die Krisen“ haben das Landratsamt München und die Träger der Freien Wohlfahrtspflege deshalb das „Fördernetzwerk soziale Leistungen im Landkreis München“ ins Leben gerufen. Das Netzwerk soll soziale Träger gezielt mit Stiftungen, Förderorganisationen und Unternehmen zusammenbringen und neue Partnerschaften ermöglichen.
Zum ersten Treffen kamen am Dienstag fast 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins Landratsamt München. 22 Stiftungen und soziale Förderorganisationen sowie mehrere Unternehmensvertreter waren der Einladung gefolgt.

Acht soziale Träger stellten insgesamt 13 Projekte und Angebote vor, für die sie derzeit Unterstützung suchen. Das Spektrum reichte von der Kinder- und Jugendhilfe über die Seniorenarbeit und das Hospizwesen bis hin zur Integrationsarbeit. Die Projekte waren zuvor von einer Jury aus fünf Kreisrätinnen ausgewählt worden. Auch die Förderseite stellte sich vor. Die Rothenanger-Stiftung, die vbw Stiftung Lebensgrundlagen Bayern, die Paula Kubitschek-Vogel-Stiftung und Inner Wheel Fünfseenland informierten über ihre Fördermöglichkeiten und Antragsvoraussetzungen.
Beim anschließenden Austausch kamen Förderer und soziale Träger miteinander ins Gespräch. Dabei wurden bereits erste mögliche Kooperationen angebahnt.

Die stellvertretende Landrätin Nicola Gerhardt, die die Veranstaltung im Namen von Landrat Christoph Göbel eröffnete, zeigte sich erfreut über die große Resonanz: „Die finanziellen Spielräume für freiwillige Leistungen werden in den kommunalen Haushalten immer kleiner. Umso wichtiger ist es, neue Wege zu gehen. Mit dem Fördernetzwerk wollen wir diejenigen, die Unterstützung benötigen, und diejenigen, die helfen können und wollen, zusammenbringen.
Dass so viele Akteure unserer Einladung gefolgt sind, zeigt: Die Bereitschaft, gemeinsam soziale Verantwortung zu übernehmen, ist groß. Diese Zusammenarbeit brauchen wir, um auch künftig ein starkes soziales Netz im Landkreis zu erhalten.“
Netzwerk soll weiter wachsen
Nach dem erfolgreichen Auftakt wollen die Initiatoren aus dem Landratsamt und der Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege im Landkreis München das Fördernetzwerk weiterentwickeln und den Austausch zwischen sozialen Trägern und potenziellen Förderern verstetigen.
Informationen zum Fördernetzwerk und zu den vorgestellten Projekten gibt es unter www.landkreis-muenchen.de/themen/familie-soziales/foerdernetzwerk-soziale- leistungen/
Christine Spiegel
LRA München




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