Bei der Jubiläumsfeier (von links): Augustinum Geschäftsführer Dr. Christian Kranjčić, Hans-Jürgen Gerhardt (Mitglied im Gesellschafterausschuss der Eigentümergesellschaft), Sozialministerin Ulrike Scharf, Markus Böck (1. Bürgermeister der Gemeinde Oberschleißheim) und der Landtagsabgeordnete Maximilian Böltl. Foto: Augustinum

Ange­hö­rige schaffen Wohn­raum für Kinder mit Behin­de­rung Bayerns

25.09.2026 | Vereine & Soziales, Lokale Initiativen | 0 Kommentare

Augus­tinum Wohn­stätte in Ober­schleiß­heim feiert 20-jähriges Bestehen

Sozi­al­mi­nis­terin Ulrike Scharf: „ein Ort, an dem Teil­habe wirk­lich gelebt wird“

Ober­schleiß­heim. Mit der Idee, Wohn­raum für ihre erwach­senen Kinder mit Behin­de­rung zu schaffen, waren Ange­hö­rige 2006 Pioniere. Jetzt hat die vom Augus­tinum betrie­bene Wohn­stätte in der Frei­singer Straße in Ober­schleiß­heim im Land­kreis München im Beisein der baye­ri­schen Sozi­al­mi­nis­terin Ulrike Scharf ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert.

Ein selbst­stän­diges und zugleich gut betreutes Leben wollten Ange­hö­rige ihren erwach­senen Kindern mit Behin­de­rung im Raum München ermög­li­chen. Weil es an Einrich­tungen für Menschen mit Unter­stüt­zungs­be­darf mangelte, reiften schon ab den1990er Jahren Über­le­gungen, als Ange­hö­rige selbst ein Wohn­haus zu errichten und damit eine dauer­hafte Perspek­tive für die eigenen Kinder zu schaffen. So wurde die „HPCA-Wohn­heim für Menschen mit geis­tiger Behin­de­rung GmbH & Co. KG“ gegründet, finan­ziert von Eltern und Ange­hö­rigen, um die Wohn­stätte in der Frei­singer Straße zu errichten.

Im Sommer 2006 zogen schließ­lich die ersten Bewoh­ne­rinnen und Bewohner ein, Betrieb und Betreuung über­nahm das Augus­tinum. Heute sind in der Wohn­stätte 29 Menschen mit geis­tiger Behin­de­rung zuhause. 20 von ihnen arbeiten in einer Werk­statt für Menschen mit Behin­de­rung, sechs werden tags­über in einer Tages­stätte betreut, drei wegen ihres Alters oder eines höheren Unter­stüt­zungs­be­darfs ganz­tags in der Wohn­stätte.

Bayerns Sozi­al­mi­nis­terin Ulrike Scharf betonte bei der Feier zum 20-jährigen Bestehen der Wohn­stätte am Donnerstag (24. September): „Alle Menschen mit und ohne Behin­de­rung sollen selbst­be­stimmt entscheiden können, wie und wo sie leben möchten. Teil­habe ist kein Luxus. Die Wohn­ge­mein­schaft des Augus­tinum hat in den vergan­genen zwei Jahr­zehnten ein wirk­li­ches Zuhause für Menschen mit Behin­de­rung geschaffen. Sie können hier­zu­sam­men­leben, lachen und ihre Frei­zeit verbringen. Passende Unter­stüt­zung und Förde­rung bekommen sie direkt, einfach und kompe­tent vor Ort. Das Augus­tinum ist ein Ort, an dem Teil­habe wirk­lich gelebt wird.“

Dr. Chris­tian Kran­jčić, Geschäfts­führer der Pädago­gi­schen Einrich­tungen im Augus­tinum, würdigte das Haus, in dem sich die Bewoh­ne­rinnen und Bewohner kennen, wo sie sein dürfen, wie sie sind, wo sie sie mitreden und sagen, was ihnen wichtig ist. So sei die Wohn­stätte „nicht nur ein schönes Gebäude, sondern ein Zuhause, in dem „Eltern und Ange­hö­rige, Mitar­bei­tende und das Augus­tinum gemeinsam Verant­wor­tung tragen“. Mit ihrer Finan­zie­rung durch Ange­hö­rige hat die Wohn­stätte seit ihrer Eröff­nung mehr­fach Nach­ahmer gefunden, im Augus­tinum zuletzt 2017 in einer Wohn­stätte in Höhen­kir­chen-Siegerts­brunn, eben­falls im Land­kreis München. Insge­samt betreibt das Augus­tinum heute14 Wohn­stätten für Menschen mit geis­tiger Behin­de­rung mit rund 300 Bewoh­ne­rinnen und Bewoh­nern im Raum München.

Matthias Steiner

Augus­tinum München

Beitrag teilen:

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert