Augustinum Wohnstätte in Oberschleißheim feiert 20-jähriges Bestehen
Sozialministerin Ulrike Scharf: „ein Ort, an dem Teilhabe wirklich gelebt wird“
Oberschleißheim. Mit der Idee, Wohnraum für ihre erwachsenen Kinder mit Behinderung zu schaffen, waren Angehörige 2006 Pioniere. Jetzt hat die vom Augustinum betriebene Wohnstätte in der Freisinger Straße in Oberschleißheim im Landkreis München im Beisein der bayerischen Sozialministerin Ulrike Scharf ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert.
Ein selbstständiges und zugleich gut betreutes Leben wollten Angehörige ihren erwachsenen Kindern mit Behinderung im Raum München ermöglichen. Weil es an Einrichtungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf mangelte, reiften schon ab den1990er Jahren Überlegungen, als Angehörige selbst ein Wohnhaus zu errichten und damit eine dauerhafte Perspektive für die eigenen Kinder zu schaffen. So wurde die „HPCA-Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung GmbH & Co. KG“ gegründet, finanziert von Eltern und Angehörigen, um die Wohnstätte in der Freisinger Straße zu errichten.
Im Sommer 2006 zogen schließlich die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ein, Betrieb und Betreuung übernahm das Augustinum. Heute sind in der Wohnstätte 29 Menschen mit geistiger Behinderung zuhause. 20 von ihnen arbeiten in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, sechs werden tagsüber in einer Tagesstätte betreut, drei wegen ihres Alters oder eines höheren Unterstützungsbedarfs ganztags in der Wohnstätte.
Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf betonte bei der Feier zum 20-jährigen Bestehen der Wohnstätte am Donnerstag (24. September): „Alle Menschen mit und ohne Behinderung sollen selbstbestimmt entscheiden können, wie und wo sie leben möchten. Teilhabe ist kein Luxus. Die Wohngemeinschaft des Augustinum hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein wirkliches Zuhause für Menschen mit Behinderung geschaffen. Sie können hierzusammenleben, lachen und ihre Freizeit verbringen. Passende Unterstützung und Förderung bekommen sie direkt, einfach und kompetent vor Ort. Das Augustinum ist ein Ort, an dem Teilhabe wirklich gelebt wird.“
Dr. Christian Kranjčić, Geschäftsführer der Pädagogischen Einrichtungen im Augustinum, würdigte das Haus, in dem sich die Bewohnerinnen und Bewohner kennen, wo sie sein dürfen, wie sie sind, wo sie sie mitreden und sagen, was ihnen wichtig ist. So sei die Wohnstätte „nicht nur ein schönes Gebäude, sondern ein Zuhause, in dem „Eltern und Angehörige, Mitarbeitende und das Augustinum gemeinsam Verantwortung tragen“. Mit ihrer Finanzierung durch Angehörige hat die Wohnstätte seit ihrer Eröffnung mehrfach Nachahmer gefunden, im Augustinum zuletzt 2017 in einer Wohnstätte in Höhenkirchen-Siegertsbrunn, ebenfalls im Landkreis München. Insgesamt betreibt das Augustinum heute14 Wohnstätten für Menschen mit geistiger Behinderung mit rund 300 Bewohnerinnen und Bewohnern im Raum München.
Matthias Steiner
Augustinum München




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