Fotos: ADFC / Oliver Bodmer und Ingrid Lindbüchl

10.000 Räder, eine Botschaft: Münchner ADFC-Radstern­fahrt rollt auf den Königs­platz

14.06.2026 | Landkreis, Aktuelles, Veranstaltungen | 0 Kommentare

„Die Zukunft fährt Rad“

Oberschleißheim/München, 14. Juni 2026 – Rund 10.000 Menschen haben am heutigen Sonntag bei der Radstern­fahrt des Allge­meinen Deut­schen Fahrrad-Clubs (ADFC) München die Straßen der baye­ri­schen Landes­haupt­stadt auf zwei Rädern in Beschlag genommen.14 poli­zei­be­glei­tete Demo­züge aus der gesamten Metro­pol­re­gion rollten auf den Königs­platz. Erst­mals nahm mit Dominik Krause ein Münchner Ober­bür­ger­meister an der Stern­fahrt teil und radelte mit zum Königs­platz. Dort sprach er ein Gruß­wort beider Abschluss­kund­ge­bung.

Die Stern­fahrt auf einer Karte des ADFC

Aus der gesamten Region zum Königs­platz

Seit den frühen Morgen­stunden machten sich Radfah­rende aus Augs­burg, Rosen­heim, Frei­sing und sieben weiteren Start­punkten im Umland auf den Weg – manche über 84 Kilo­meter. In der Stadt star­teten vier Züge gleich­zeitig aus Nymphen­burg, der Studen­ten­stadt, vom Pius­platz und aus Send­ling. Unter­wegs verei­nigten sich die Radl-Kolonnen zu immer dichter werdenden Strömen, die über den für den Kfz-Verkehr gesperrten Mitt­leren Ring und die Leopold­straße sowie die Prinz­re­gen­ten­straße zum Königs­platz rollten. Unter den tausenden Teil­neh­menden waren erneut zahl­reiche Fami­lien mit Kindern, viele mit Lasten­rä­dern und Anhän­gern. Ab 15:30 Uhr feierten alle gemeinsam auf dem Königs­platz mit Musik, Rede­bei­trägen und einem bunten Bühnen­pro­gramm den Abschluss der Demons­tra­tion.

Großer Sammel­punkt vor dem Ober­schleiß­heimer Schloss

Aus Frei­sing, Neufahrn, Eching, Unter­schleiß­heim und Ober­schleiß­heim haben sich um fünf nach zwölf rund 300 Teilnehmer*innen vor dem Schloss Schleiß­heim versam­melt, um dann gemeinsam auf der teil­ge­sperrten B471 nach Garching auf den Radschnellweg zu fahren. Von dort aus nach Isma­ning und Unter­föh­ring, wo sich der nächste Schwung dazu­ge­sellte.

Jörn Strüber vom Verkehrs­club Deutsch­land (VCD),
Kreis­ver­band Darm­stadt-Dieburg e.V. führte den Nord-West-Zug (Freising/Neufahrn/Eching/ Unter­schleiß­heim, Ober­schleiß­heim) an. Hier in Ober­schleiß­heim hatte er alles im Blick und zählte die Versam­melten vor dem Schleiß­heimer Schloss
Großer Sammel­punkt vor dem Schloss Schleiß­heim
Bei Hoch­brück
Auch die Kleinsten radeln mit. Hier bei Unter­föh­ring
Durch den Tunnel am Petuel­ring

Wich­tige Haupt­ver­kehrs­straßen waren für mindes­tens eine Stunde gesperrt. Für die Radle­rinnen und Radler ein Gefühl wie am auto­freien Sonntag in den 70 Jahren.

Auf die Lands­huter Allee

Beson­dere Menschen auf beson­deren Fahr­rä­dern…

10.000 Frauen, Männer und Kinder auf Fahr­rä­dern waren auf dem König­platz aus allen Rich­tungen zusam­men­ge­kommen, um klar zu machen: „Die Zukunft fährt Rad“

Andreas Schön, 1. Vorsit­zender ADFC München, sagt: „10.000 Radfah­rende haben heute gezeigt, dass sie bessere Bedin­gungen für den Radver­kehr wollen. Wer sichere Wege­schafft, ermög­licht Kindern mehr Selbst­stän­dig­keit, Fami­lien mehr Bewe­gungs­frei­heit und allen Menschen, im Alltag klima­freund­lich unter­wegs zu sein. Unser Ziel muss eine Stadt sein, in der sich Acht­jäh­rige ebenso sicher bewegen können wie Acht­zig­jäh­rige. Dafür brau­chen wir ein zusam­men­hän­gendes Netz sicherer Radwege. Und Kreu­zungen, die Fehler­ver­zeihen, statt Risiken zu erzeugen. Die große Betei­li­gung ist ein klarer Auftrag an Politik und Verwal­tung, den Ausbau sicherer Radin­fra­struktur entschlossen voran­zu­treiben.“

Münchner Ober­bür­ger­meister bei der Stern­fahrt

Dass die poli­ti­sche Symbol­kraft der dies­jäh­rigen Stern­fahrt beson­ders hoch war, verdankte sie auch Dominik Krause: Der Münchner Ober­bür­ger­meister radelte in der Stadt mit – ein Signal, das über München hinaus wahr­ge­nommen wurde. Bei der Abschluss­kund­ge­bung wandte er sich direkt an die Teil­neh­menden. „Ich verstehe die Radstern­fahrt als klares Signal
an Politik und Verwal­tung, dass sich viele Menschen eine sichere Fahr­rad­in­fra­struktur wünschen – ob für den eigenen Arbeitsweg, den Weg der Kinder in die Schule oder für die Fahrt zu Freunden oder in den Sport­verein. Mir ist es deshalb wichtig, dass auch in finan­ziell heraus­for­dernden Zeiten der Ausbau der Fahr­rad­in­fra­struktur weiter­geht – mit einem Fokus auf Schul­weg­si­cher­heit und die Besei­ti­gung von Radwe­g­lü­cken. Ich danke den zahl­rei­chen­eh­ren­amt­li­chen Helfe­rinnen und Helfern, die die Stern­fahrt erst möglich gemacht haben –und all denje­nigen bei der Polizei oder in der Verwal­tung, die zum sicheren Ablauf­bei­ge­tragen haben.“

Der Münchner Ober­bür­ger­meister Dominik Krause (Grüne), im Bild 3. von links, unter­stützt die Forde­rungen des ADFC und ist auch der Meinung: „Die Zukunft fährt Rad“. Vorne in der Mitte mit Lastenrad Andreas Schön, 1. Vorsit­zender ADFC München

Forde­rungen: Sichere Radwege, jetzt!

Unter dem Motto „Die Zukunft fährt Rad“ fordert der ADFC München gemeinsam mit dem Radent­scheid München und zahl­rei­chen Bünd­nis­part­nern konkrete Maßnahmen: vom Kfz-Verkehr getrennte und lücken­lose Radwege, geschützte Kreu­zungen, Tempo 30 als Regel­ge­schwin­dig­keit, auto­freie Zonen vor Schulen und Kitas sowie die konse­quente Frei­hal­tung von Geh- und Radwegen. Denn das größte Hemmnis beim Radfahren bleibt laut Studien die Unsi­cher­heit auf den Straßen.

Martina Toll­kühn, ADFC München e.V/ Ingrid Lind­büchl

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