„Die Zukunft fährt Rad“
Oberschleißheim/München, 14. Juni 2026 – Rund 10.000 Menschen haben am heutigen Sonntag bei der Radsternfahrt des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) München die Straßen der bayerischen Landeshauptstadt auf zwei Rädern in Beschlag genommen.14 polizeibegleitete Demozüge aus der gesamten Metropolregion rollten auf den Königsplatz. Erstmals nahm mit Dominik Krause ein Münchner Oberbürgermeister an der Sternfahrt teil und radelte mit zum Königsplatz. Dort sprach er ein Grußwort beider Abschlusskundgebung.

Aus der gesamten Region zum Königsplatz
Seit den frühen Morgenstunden machten sich Radfahrende aus Augsburg, Rosenheim, Freising und sieben weiteren Startpunkten im Umland auf den Weg – manche über 84 Kilometer. In der Stadt starteten vier Züge gleichzeitig aus Nymphenburg, der Studentenstadt, vom Piusplatz und aus Sendling. Unterwegs vereinigten sich die Radl-Kolonnen zu immer dichter werdenden Strömen, die über den für den Kfz-Verkehr gesperrten Mittleren Ring und die Leopoldstraße sowie die Prinzregentenstraße zum Königsplatz rollten. Unter den tausenden Teilnehmenden waren erneut zahlreiche Familien mit Kindern, viele mit Lastenrädern und Anhängern. Ab 15:30 Uhr feierten alle gemeinsam auf dem Königsplatz mit Musik, Redebeiträgen und einem bunten Bühnenprogramm den Abschluss der Demonstration.
Großer Sammelpunkt vor dem Oberschleißheimer Schloss
Aus Freising, Neufahrn, Eching, Unterschleißheim und Oberschleißheim haben sich um fünf nach zwölf rund 300 Teilnehmer*innen vor dem Schloss Schleißheim versammelt, um dann gemeinsam auf der teilgesperrten B471 nach Garching auf den Radschnellweg zu fahren. Von dort aus nach Ismaning und Unterföhring, wo sich der nächste Schwung dazugesellte.

Kreisverband Darmstadt-Dieburg e.V. führte den Nord-West-Zug (Freising/Neufahrn/Eching/ Unterschleißheim, Oberschleißheim) an. Hier in Oberschleißheim hatte er alles im Blick und zählte die Versammelten vor dem Schleißheimer Schloss




Wichtige Hauptverkehrsstraßen waren für mindestens eine Stunde gesperrt. Für die Radlerinnen und Radler ein Gefühl wie am autofreien Sonntag in den 70 Jahren.

Besondere Menschen auf besonderen Fahrrädern…




Andreas Schön, 1. Vorsitzender ADFC München, sagt: „10.000 Radfahrende haben heute gezeigt, dass sie bessere Bedingungen für den Radverkehr wollen. Wer sichere Wegeschafft, ermöglicht Kindern mehr Selbstständigkeit, Familien mehr Bewegungsfreiheit und allen Menschen, im Alltag klimafreundlich unterwegs zu sein. Unser Ziel muss eine Stadt sein, in der sich Achtjährige ebenso sicher bewegen können wie Achtzigjährige. Dafür brauchen wir ein zusammenhängendes Netz sicherer Radwege. Und Kreuzungen, die Fehlerverzeihen, statt Risiken zu erzeugen. Die große Beteiligung ist ein klarer Auftrag an Politik und Verwaltung, den Ausbau sicherer Radinfrastruktur entschlossen voranzutreiben.“
Münchner Oberbürgermeister bei der Sternfahrt
Dass die politische Symbolkraft der diesjährigen Sternfahrt besonders hoch war, verdankte sie auch Dominik Krause: Der Münchner Oberbürgermeister radelte in der Stadt mit – ein Signal, das über München hinaus wahrgenommen wurde. Bei der Abschlusskundgebung wandte er sich direkt an die Teilnehmenden. „Ich verstehe die Radsternfahrt als klares Signal
an Politik und Verwaltung, dass sich viele Menschen eine sichere Fahrradinfrastruktur wünschen – ob für den eigenen Arbeitsweg, den Weg der Kinder in die Schule oder für die Fahrt zu Freunden oder in den Sportverein. Mir ist es deshalb wichtig, dass auch in finanziell herausfordernden Zeiten der Ausbau der Fahrradinfrastruktur weitergeht – mit einem Fokus auf Schulwegsicherheit und die Beseitigung von Radweglücken. Ich danke den zahlreichenehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die die Sternfahrt erst möglich gemacht haben –und all denjenigen bei der Polizei oder in der Verwaltung, die zum sicheren Ablaufbeigetragen haben.“

Forderungen: Sichere Radwege, jetzt!
Unter dem Motto „Die Zukunft fährt Rad“ fordert der ADFC München gemeinsam mit dem Radentscheid München und zahlreichen Bündnispartnern konkrete Maßnahmen: vom Kfz-Verkehr getrennte und lückenlose Radwege, geschützte Kreuzungen, Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit, autofreie Zonen vor Schulen und Kitas sowie die konsequente Freihaltung von Geh- und Radwegen. Denn das größte Hemmnis beim Radfahren bleibt laut Studien die Unsicherheit auf den Straßen.
Martina Tollkühn, ADFC München e.V/ Ingrid Lindbüchl




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