Ober­schleiß­heim: State­ment zur aktu­ellen Haus­halts­si­tua­tion

30.10.2025 | Rathaus | 2 Kommentare

Von Bürger­meister Markus Böck

Liebe Ober­schleiß­hei­me­rinnen, liebe Ober­schleiß­heimer,

„Die fetten Jahre sind vorbei!“ So hat Regie­rungs­prä­si­dent Dr. Konrad Schober beim letzten Treffen des Städ­te­tags seine Rede eröffnet.

Und ja, er hat Recht.

Was sich derzeit in den Kommunen Bayerns abspielt, ist beispiellos und steuert auf eine sehr gefähr­liche Entwick­lung zu: Die Einnahmen sinken, die Ausgaben steigen, und der finan­zi­elle Spiel­raum schrumpft rapide. In Städten und Gemeinden nimmt die Zahl an Haus­halts­perren und nicht geneh­mi­gungs­fä­higen Haus­halten stark zu.

Auch wir in Ober­schleiß­heim spüren diese Krise mitt­ler­weile mit voller Wucht. Wir waren auf einem sehr guten Weg, den Haus­halt stabil zu halten, alle Inves­ti­tionen abzu­si­chern und auch wieder Rück­lagen zu bilden. Aber aufgrund der aktu­ellen Situa­tion steht unsere Gemeinde wohl vor den größten Heraus­for­de­rungen der letzten Jahre.

Wir werden künftig jeden Euro zweimal umdrehen müssen – nicht, weil wir falsch gewirt­schaftet hätten, sondern weil sich die Rahmen­be­din­gungen drama­tisch verän­dert haben. Der Finanz­druck wird von oben nach unten weiter­ge­reicht, so dass wir zu höheren Ausgaben gezwungen werden.

Der Bezirk hat mehr und kosten­in­ten­si­vere Pflicht­aus­gaben, die auf die Land­kreise umge­legt werden müssen. Die Land­kreise geben dies dann wieder nach unten an die Kommunen weiter, was einen nahezu kaum beein­fluss­baren Strudel ergibt, den wir nun errei­chen und der das Gleich­ge­wicht unseres Haus­halts massiv ins Wanken geraten lässt.

Prognosen zeigen, dass sich Einnahmen und Ausgaben prozen­tual nicht parallel in die gleiche Rich­tung bewegen, sondern massiv ausein­ander klaffen. Steu­er­ein­nahmen schrumpfen und viele nicht beein­fluss­bare Ausgaben steigen und steigen.

Diese Entwick­lung ist aber leider kein abstraktes Zahlen­pro­blem.

Gemeinsam mit dem Gemein­derat müssen wir nun versu­chen, durch entspre­chende Beschlüsse einen ausge­gli­chenen Haus­halt für 2026 und einen Finanz­plan bis 2029 aufzu­stellen.

Das bedeutet auch, dass es sich nicht nur um einzelne Spar­maß­nahmen handeln wird, sondern dass dies künftig unmit­tel­bare und spür­bare Folgen für alle Bürge­rinnen und Bürger in Ober­schleiß­heim haben und in manchen Berei­chen Verzicht bedeuten könnte.

Wir müssen uns leider dieser neuen Realität stellen und ja, es werden vermut­lich auch unpo­pu­läre Entschei­dungen getroffen werden müssen.

Aber seien Sie sich gewiss, dass uns jede einzelne davon schwer fallen und niemals leicht­fertig entschieden werden wird.

Wir werden den Gürtel deut­lich enger schnallen müssen, aber auch diese Krise werden wir mit ehrli­cher Kommu­ni­ka­tion und realis­ti­schem Handeln gemeinsam bewäl­tigen!

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2 Kommentare

  1. Wie ganz oben, so auch ganz unten, aber die fetten Jahre hatte Ober­schleiß­heim die letzten Jahr­zehnte ja eh schon nicht, dennoch wurde weiter­ge­macht wie gewohnt. Ich dachte bei der letzten Wahl in Ober­schleiß­heim, dass sich etwas ändern würde, aber da habe ich mich leider getäuscht. Man könnte die Uhr auch 20 Jahre zurück­drehen, dann hätten wir das gleiche in grün, viel­leicht auch, weil trotz anderer Beset­zung alles im Hinter­grund beim Alten blieb? Es werden Regeln gemacht, an die man sich selbst nicht hält, für ein paar Auser­wählte stehen die Türen immer offen, egal ob sie richtig oder falsch handelten. Es werden Gelder für Planungen hier, Planungen dort, wie Bahn­hofs­vor­platz, Hallenbad, Rathaus usw. ausge­geben, obwohl man weiß, dass man es in den nächsten Jahren ja eh nicht verwirk­li­chen kann. Es wird herum­dis­ku­tiert wie ein Platz oder ein Brunnen heißen soll usw. Man verplem­pert Zeit damit, obwohl die Lage schlecht ist und es wich­ti­gere Dinge anzu­gehen gäbe…Oder wie lange hat es gedauert, bis der Neubau des Penny Marktes umge­setzt werden konnte, auch hier wurden sich die Hürden selbst gemacht. Es sollen Flächen vernichtet werden und Baumaß­nahmen umge­setzt werden, durch die aber keine zusätz­li­chen Gewer­be­ein­nahmen für die Gemeinde entstehen. Durch solche und noch einige Sachen mehr steht sich die Gemeinde seit Jahren selbst im Weg.…und am Schluss soll der Bürger den Gürtel enger schnallen?? Egal wie die Verän­de­rung, der Verzicht für die Bürger, aussehen soll, es wird jungen Fami­lien die Zukunft schwer gemacht und die Älteren leben zum großen Teil doch eh schon an der Grenze und ihnen wird dadurch der verdiente Lebens­abend noch schwerer gemacht. Vermut­lich trifft es uns mit weiteren höheren Kosten und die Leis­tungen werden weniger. Seit Jahren herr­schen Probleme, von denen man weiß, aber unter­nommen wurde nichts. Corona, Banken, Migra­tion usw. können nicht immer als Ausrede herge­nommen werden! Andere Gemeinden kommen auch zurecht, aber Ober­schleiß­heim nicht?? Wie ganz oben, so ganz unten, verzichten müssen die Bürger. Ändern muss sich etwas und zwar grundsätzlich…sonst werden zukünftig Andere ändern, die schon darauf warten, dass sich nichts ändert! Eine neue Realität ist das ganze nicht.…

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  2. … viel­leicht sollten wir es dem Bund nach­ma­chen und ein „Sonder­ver­mögen“ beschließen … es ist ein Skandal, wie die Bundes­re­gie­rungen, egal welcher Coleur, schon seit langem wohl­feile Maßnahmen beschließen, um sich dann als „Wohl­täter“ hinterher mit einem Bruch­teil finan­ziell zu betei­ligen!

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