Die verabschiedeten Kreisräte mit Landrat Christoph Göbel (jeweils von l. n. r. mit der ersten Reihe unten beginnend): Maria Knoller, Ingrid Lenz-Aktas, Karin Schuster, Annabella Wünsche, Landrat Christoph Göbel, Ilse Weiß, Ingrid Lindbüchl, Florian Ernstberger, Ernst Weidenbusch, Tanja Campbell, Kilian Körner, Günter Heyland und Dr. Philipp Bauer. In Abwesenheit verabschiedet wurden darüber hinaus: Bela Bach, Natascha Kohnen, Lissy Meyer, Sabine Pilsinger, Michael Ritz, Frank Sommer und Hubert Zellner. Beide Fotos: Fotoagentur Robert Kiderle

Rück­blick auf sechs bewegte Jahre

30.04.2026 | Landkreis, Persönlichkeiten | 0 Kommentare

Kreistag kommt ein letztes Mal in der laufenden Wahl­pe­riode zusammen

Am vorletzten Tag der laufenden Wahl­pe­riode ist der Kreistag des Land­kreises München zu einem letzten Treffen zusam­men­ge­kommen. Anders als üblich standen dabei keine Beschlüsse auf der Tages­ord­nung. Viel­mehr nutzten die Kreis­rä­tinnen und Kreis­räte die Gele­gen­heit, gemeinsam auf die vergan­genen sechs Jahre zurück­zu­bli­cken und sich von denje­nigen zu verab­schieden, die dem Gremium künftig nicht mehr ange­hören.
Die Veran­stal­tung fand im „Spek­takel im Post­saal“ in Eben­hausen (Gemeinde Schäft­larn) statt. Landrat Chris­toph Göbel griff den Namen des Veran­stal­tungs­ortes in seiner Rede mit einem Augen­zwin­kern auf: Dieser sei in gewisser Weise sinn­bild­lich für die zurück­lie­gende Amts­zeit gewesen.
Tatsäch­lich stand die gesamte Periode unter dem Eindruck mehrerer Krisen. Zu Beginn prägte die Corona-Pandemie die Arbeit des Kreis­tags. Es folgten der bis heute andau­ernde Angriffs­krieg auf die Ukraine mit einer großen Zahl geflüch­teter Menschen sowie eine zuneh­mend ange­spannte geopo­li­ti­sche Lage welt­weit. Parallel dazu verschärfte sich die haus­halts­po­li­ti­sche Situa­tion deut­lich.
Dreimal sank in diesem Zeit­raum die Umla­ge­kraft, während die Aufgaben stetig zunahmen. Die Kreis­um­lage musste zuletzt auf ein im Land­kreis München noch nie dage­we­senes Niveau von 53,7 Prozent­punkten ange­hoben werden. Zentrale Zukunfts­auf­gaben voran­ge­bracht
Trotz dieser Rahmen­be­din­gungen sei es gelungen, zentrale Zukunfts­auf­gaben konse­quent voran­zu­bringen, betonte Göbel. Dazu zählen insbe­son­dere der Ausbau des Öffent­li­chen Perso­nen­nah­ver­kehrs, Maßnahmen im Energie- und Klima­schutz sowie die Weiter­ent­wick­lung der Schul­land­schaft. Ein wesent­li­cher Erfolgs­faktor sei dabei die enge und vertrau­ens­volle Zusam­men­ar­beit zwischen Land­kreis und kreis­an­ge­hö­rigen Kommunen: „Dass wir hier gerade auch bei den vielen schwie­rigen Themen in einer solchen Geschlos­sen­heit an einem Strang
ziehen, ist alles andere als selbst­ver­ständ­lich.“
Der Landrat dankte allen Mitglie­dern des Kreis­tags für die stets konstruk­tive und sach­ori­en­tierte Zusam­men­ar­beit. Sein beson­derer Dank galt dem ehren­amt­li­chen Enga­ge­ment: „Sie alle setzen sich zu 100 Prozent ehren­amt­lich für die Menschen in unserem Land­kreis ein – das verdient höchsten Respekt.“

„Wahn­sinnig verläss­li­ches Team“

Ein beson­derer Dank ging auch an die vier Stell­ver­treter des Land­rats, Ernst Weiden­busch, Otto Bußjäger, Annette Gans­s­müller-Maluche und Chris­toph Nadler, die diese Funk­tion bereits seit zwölf Jahren ausüben. Göbel bezeich­nete sie als ein „wahn­sinnig verläss­li­ches Team“.
Insge­samt 19 Kreis­rä­tinnen und Kreis­räte wurden im Rahmen der Veran­stal­tung
verab­schiedet. Sie gehören dem neuen Kreistag nicht mehr an. Unter ihnen waren auch zwei Persön­lich­keiten, die 36 Jahre lang unun­ter­bro­chen einen Sitz im Gremium hatten: Ingrid Lenz-Aktas enga­gierte sich über Jahr­zehnte hinweg insbe­son­dere im Bereich Energie- und Klima­schutz. Bereits früh setzte sie hier wich­tige Impulse – visionär, hart­nä­ckig und zugleich stets mit Blick auf die prak­ti­sche Umsetz­bar­keit. Darüber hinaus würdigte Göbel ihr lang­jäh­riges Enga­ge­ment im Klinik­be­reich. So war sie unter anderem 18 Jahre Mitglied im Beirat der Kliniken München-Pasing und München-Perlach und übte diese Aufgabe mit großem Einsatz und hoher fach­li­cher Akribie aus.
Eben­falls seit 36 Jahren im Kreistag vertreten war Ernst Weiden­busch, ein Voll­blut­po­li­tiker, der sich seit seinem 16. Lebens­jahr poli­tisch enga­giert. Neben seiner Tätig­keit im Kreistag war er unter anderem zehn Jahre Mitglied des Baye­ri­schen Land­tags. Weiden­busch habe sich stets konse­quent für seine Über­zeu­gungen einge­setzt und „für die Sache gekämpft wie ein Löwe“,
insbe­son­dere wenn es um die finan­zi­elle Stabi­lität des Land­kreises ging. Seit 2014 war er zudem gewählter Stell­ver­treter des Land­rats. Die Zusam­men­ar­beit sei dabei so nahtlos gewesen, dass in den ganzen Jahren nicht ein einziges Mal eine formelle Urlaubs­über­gabe erfor­der­lich gewesen sei, so Göbel.

36 Jahre Einsatz im Kreistag des Land­kreises München: Ernst Weiden­busch und Ingrid Lenz-Aktas zusammen
mit Landrat Chris­toph Göbel


Mit dem gemein­samen Rück­blick und der Verab­schie­dung endet eine Wahl­pe­riode, die den Land­kreis München in beson­derer Weise gefor­dert, aber auch nach­haltig geprägt hat. Der neue Kreistag der Wahl­pe­riode 2026 bis 2031 tritt am 11. Mai im Rahmen seiner konsti­tu­ie­renden Sitzung erst­mals zusammen.

Chris­tine Spiegel,
Land­ratsamt München

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