Kommentar zur Abset­zung der Finanz­aus­schuss-Sitzungen am 02.02. und 03.02.2026

03.02.2026 | Kommunalwahl 2026, Parteien | 1 Kommentar

Von Bürger­meis­ter­kan­didat der Grünen, Chris­toph Münster

Die Diskus­sion um die Zukunft unseres Hallen­bads ist zu einer Bewäh­rungs­probe für den poli­ti­schen Umgang mitein­ander geworden. Aus meiner Sicht liegt das zentrale Problem der vergan­genen Wochen weniger in der finan­zi­ellen Ausgangs­lage selbst als viel­mehr in der Art und Weise, wie diese disku­tiert und kommu­ni­ziert wurde.

Dass unsere Gemeinde vor enormen finan­zi­ellen Heraus­for­de­rungen steht, ist unbe­stritten. Wir stehen mit der mögli­chen Rettung des Hallen­bands vor einer Mammut­auf­gabe, die uns allen viel abver­langen wird.
Diese Realität zu benennen ist notwendig, und ich halte es für richtig, sie offen auszu­spre­chen. Verant­wor­tung bedeutet aber nicht nur, schwie­rige Entschei­dungen zu treffen. Verant­wor­tung bedeutet für mich vor allem, diese Entschei­dungen trans­pa­rent vorzu­be­reiten und gemeinsam zu tragen.

Genau das ist meiner Meinung nach im Fall des Hallen­bads bislang nicht ausrei­chend geschehen. Viele Gemein­de­rä­tinnen und Gemein­de­räte fühlen sich zu Recht nicht umfas­send infor­miert. Wesent­liche Infor­ma­tionen tauchten zunächst nur indi­rekt im nicht­öf­fent­li­chen Haus­halts­ent­wurf auf.
Erst auf Nach­frage wurde deut­lich, dass eine Schlie­ßung des Hallen­bads ernst­haft in Betracht gezogen wird. Ein solcher Umgang wird der Bedeu­tung dieser Einrich­tung und der Trag­weite einer mögli­chen Entschei­dung nicht gerecht.

Der Gemein­derat hat deshalb auf Antrag der Grünen bereits in seiner Sitzung im Dezember, gegen die Stimme des Bürger­meis­ters, beschlossen, dass alle Gemein­de­räte umfas­send über die aktu­elle Lage des Hallen­bads infor­miert werden müssen.
Umso unver­ständ­li­cher ist es, dass diese Infor­ma­tion bis heute nicht voll­ständig erfolgt ist. Statt­dessen erleben wir nun die Verschie­bung der geplanten Finanz­aus­schuss-Sitzungen, nachdem wir Grüne kurz­fristig eine Sonder­sit­zung des Gemein­de­rates bean­tragt haben. Dieser Antrag war vorab mit SPD und den Freien Wählern abge­stimmt.
Über die mögliche Schlie­ßung einer so wich­tigen kommu­nalen Einrich­tung darf nicht faktisch im Finanz­aus­schuss entschieden werden, ohne dass zuvor eine offene und fundierte Bera­tung im gesamten Gemein­derat statt­ge­funden hat.

Der Bürger­meister betont zu Recht, dass poli­ti­sche Verant­wor­tung Ehrlich­keit erfor­dert und dass es keine einfa­chen Lösungen gibt. Dem stimme ich ausdrück­lich zu. Ehrlich­keit bedeutet jedoch auch, den Gemein­derat und die Öffent­lich­keit früh­zeitig, voll­ständig und nach­voll­ziehbar zu infor­mieren. Verant­wor­tung bedeutet nicht, Entschei­dungen vorzu­be­reiten und sie dann über Haus­halts­zahlen und Ausschüsse quasi durch die Hintertür umzu­setzen. Meiner Meinung nach schafft offene Kommu­ni­ka­tion immer Verständnis, auch für unpo­pu­läre Entschei­dungen.

Mir ist selbst­ver­ständ­lich bewusst, dass wir auch Verant­wor­tung für die bei der Gemeinde beschäf­tigten Mitar­bei­te­rinnen und Mitar­beiter tragen. Wir müssen als Gemeinde hand­lungs­fähig bleiben und weiterhin unsere Pflicht­auf­gaben erfüllen können. Diese Verant­wor­tung nehme ich sehr ernst. Gerade deshalb bin ich der Über­zeu­gung, dass wir uns die Zeit nehmen müssen, alle Optionen sorg­fältig zu prüfen. Für diese Prüfung braucht es jedoch belast­bare Zahlen, Daten und Fakten.


Ich setze mich ausdrück­lich für den Erhalt unseres Hallen­bads ein und werde diesen Einsatz so lange fort­führen, wie er für die Gemeinde verant­wortbar und vertretbar ist.

Am Ende geht es nicht nur um die Frage, ob das Hallenbad erhalten werden kann. Es geht auch darum, wie wir in Ober­schleiß­heim poli­ti­sche Entschei­dungen treffen. Ich bin davon über­zeugt, dass unsere Gemeinde eine offene, trans­pa­rente und gemein­same Debatte verdient. Gerade bei Entschei­dungen von solcher Trag­weite.

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1 Kommentar

  1. Guten Tag Herr Münster, das Finanz­pro­blem exis­tiert ja nicht erst seit diesem Jahr, hier muss man schon einige Jahre zurück schauen. Jedes Jahr wird dem Finanz­aus­schuss, in dem auch Ihre Kollegen sitzen, ein Haus­halts­ent­wurf vorge­legt, dieser wird nach Prüfung dem Gemein­derat zur Verab­schie­dung vorge­legt. Wer einen Haus­halt lesen kann, hätte die Situa­tion schon vor Jahren erkannt. Dieses Problem Hallenbad wurde einfach immer gedank­lich ausge­blendet, auch von Ihren Kollegen. Herr Böck hat nun die Situa­tion zu lösen, also helfen Sie ihm, anstatt das über­mit­telte Problem ihm zu Lasten zu legen. Um es mit den Worten ( etwas abge­än­dert, ich gebe es zu) ihres Kollegen Veicht zu sagen : Einfach unter­stützen!!

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