Zählt zu den bedeutendsten invasiven Neophyten in der Region: das Einjährige Berufkraut. Foto LRA München

Gemeinsam gegen inva­sive Pflan­zen­arten

20.08.2026 | Landkreis, Umwelt, Nordallianz | 0 Kommentare

Kommunen arbei­teten bei der Neophyten­be­kämp­fung zusammen – Umset­zung von Maßnahmen im Rahmen des Klima­an­pas­sungs­kon­zepts

Wie lassen sich inva­sive Pflan­zen­arten, auch Neophyten genannt, sicher erkennen und wirksam bekämpfen? Mit dieser Frage beschäf­tigte sich in den vergan­genen Wochen eine inter­kom­mu­nale Arbeits­gruppe, die im Zuge der Umset­zung des Klima­an­pas­sungs­kon­zepts des Land­kreises München entstanden ist. Gemeinsam orga­ni­sierten die Klima­schutz­ma­na­ge­rinnen Anja Lef (Gemeinde Isma­ning) und Stefanie Morgen­stern (Gemeinde Schäft­larn) sowie Klima­schutz­ma­nager Dominik Dirschmid (Gemeinde Putz­brunn) ein praxis­ori­en­tiertes Schu­lungs­an­gebot für die Mitar­bei­tenden der kommu­nalen Bauhöfe.


Den Auftakt bildete eine rund einein­halb­stün­dige Online-Schu­lung. Susanne May und Benjamin Dinzinger, die sich im Land­ratsamt München um das Projekt „Natur Viel­falt Leben im Land­kreis München“ kümmern, infor­mierten dabei über inva­sive Neophyten im Land­kreis, ihre Ausbrei­tungs­wege sowie über geeig­nete Maßnahmen zur Eindäm­mung und fach­ge­rechten Besei­ti­gung.
Neophyten sind wild­wach­sende Pflan­zen­arten, die ursprüng­lich nicht in der Region heimisch sind, sondern nach der Entde­ckung Amerikas durch Chris­toph Kolumbus (1492 n. Chr.) aus anderen Gebieten durch mensch­li­chen Einfluss nach Deutsch­land gebracht wurden.
Als invasiv gelten sie, wenn sie sich stark ausbreiten und dabei heimi­sche Arten, natür­liche Lebens­räume oder Ökosys­teme beein­träch­tigen. Eine gezielte Besei­ti­gung ist daher essen­ziell für den Erhalt der heimi­schen Arten­viel­falt.
Auf die theo­re­ti­sche Einfüh­rung folgten drei Praxis­ter­mine in Pullach, Isma­ning und Hohen­brunn. Im Mittel­punkt der Schu­lungen standen die Kana­di­sche Gold­rute, das Einjäh­rige Beruf­kraut, die Herku­les­staude, der Japa­ni­sche Stau­den­knö­te­rich und das Drüsige Spring­kraut. Die Teil­neh­menden lernten, die Pflanzen sicher zu erkennen und abhängig von der jewei­ligen Art geeig­nete Maßnahmen zur Eindäm­mung und fach­ge­rechten Besei­ti­gung anzu­wenden.
Auch auf beson­dere Vorsichts­maß­nahmen im Umgang mit den Neophyten wurde hinge­wiesen. So kann beispiels­weise der Pflan­zen­saft der Herku­les­staude in Verbin­dung mit Sonnen­licht schwere Haut­re­ak­tionen verur­sa­chen.
Im Anschluss an die Theorie durften die Bauhof­mit­ar­bei­tenden direkt selbst Hand anlegen und die fach­ge­rechte Entfer­nung der Pflanzen in der Praxis erproben.

Rund 40 Mitar­bei­tende aus 14 Kommunen nahmen an den Praxis­schu­lungen zu Neophyten im Land­kreis München teil.

Die dezen­tralen Praxis­ter­mine ermög­lichten es Mitar­bei­tenden der Bauhöfe aus unter­schied­li­chen Teilen des Land­kreises, jeweils stand­ortnah an einer Praxis­schu­lung teil­zu­nehmen. Insge­samt konnten so rund 40 Mitar­bei­tende aus 14 Kommunen erreicht werden.
Das Projekt zeigt beispiel­haft, wie inter­kom­mu­nale Zusam­men­ar­beit im Land­kreis München gelingen kann. Wissen und Erfah­rungen wurden gemein­de­über­grei­fend gebün­delt, vorhan­dene Kompe­tenzen gemeinsam genutzt und ein möglichst einheit­li­ches Vorgehen im Umgang mit inva­siven Pflan­zen­arten geför­dert. Aufgrund stei­gender Tempe­ra­turen und verän­derter Stand­ort­be­din­gungen könnten bestimmte inva­sive Arten künftig zusätz­liche Ausbrei­tungs­vor­teile erhalten. Ein abge­stimmtes und früh­zei­tiges Vorgehen trägt deshalb nicht nur zum Schutz der heimi­schen Arten­viel­falt bei, sondern ist zugleich ein wich­tiger Bestand­teil der Klima­an­pas­sung im Land­kreis München.
Weitere Infos zu inva­siven Pflan­zen­arten finden Sie auf der Projekt­platt­form des Land­kreises München unter https://mein-landkreis-muenchen.de/page/page5959

Fran­ziska Herr

Land­ratsamt München

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