“Urban, aber zugleich beschaulich” soll es bei uns zugehen
“Oberschleißheim erfüllt vieles, was man sich von einer urbanen, aber zugleich beschaulichen Wohnlage wünscht: Eine umfassende Infrastruktur — mit Einkaufsmöglichkeiten und Wochenmarkt, Restaurants und Cafés, Kindergärten und Schulen, medizinischer Versorgung, Sport- und Freizeitangeboten.” So heißt es in einer Anzeige der Firma Baywobau, mit der sie die Wohnungen bewirbt, die sie derzeit an der Margarethenstraße in Oberschleißheim bauen lässt.
Das Projekt der Baywobau ist mit 16 Wohneinheiten nicht das einzige Wohnungsbauprojekt in Oberschleißheim. Hinzu kommen 44 Wohnungen über dem Penny-Markt, gebaut von REWE, 420 Wohneinheiten in Mittenheim, gebaut vom Katholischen Männerfürsorgeverein kmfv, 11 Mitarbeiterwohnungen im Haus am Frauenfeld, gebaut von der Gemeinde Oberschleißheim, und 148 Wohneinheiten am Schäferanger, gebaut von Concept-Bau. Insgesamt also knapp 640 neue Wohnungen in Oberschleißheim.
Alle diese Bauvorhaben sollen in verhältnismäßig kurzer Zeit, im Lauf der nächsten zwei oder zweieinhalb Jahre fertiggestellt sein. Das ist angesichts der allgemeinen Knappheit an Wohnungen erstmal eine gute Nachricht, zumal zumindest in Mittenheim bzw. bei Penny die Hälfte bzw. ein Drittel der Wohnungen mitpreisgedämpft angeboten werden.
Wenn man diese Wohneinheiten einfach nur x 2 nimmt (Personen pro Haushalt, mal sind es mehr, mal weniger), dann leben in absehbarer Zeit rund 1200 Einwohner mehr in Oberschleißheim.
Lt. Homepage der LMU findet voraussichtlich ab 2027 auch der komplette Studienbetrieb der Tierärztlichen Fakultät (als “europaweit einzigartiger tiermedizinischer Ausbildungs- und Forschungsstätte”) hier vor Ort statt. Das bedeutet, dass über 2000 Menschen (Studierende und Mitarbeiter) zusätzlich täglich oder jedenfalls regelmäßig nach Oberschleißheim kommen.
Selbst wenn zwei Drittel von all diesen Menschen nur den ÖPNV oder das Fahrrad für ihre täglichen Wege benutzen, was natürlich zu begrüßen ist, liegt auf der Hand, dass das Verkehrsaufkommen deutlich zunehmen wird.
Viele halten die Verkehrssituation in Oberschleißheim schon jetzt für alles andere als “beschaulich”. Eine — noch dazu umstrittene — Umgehungsstraße ist seit Ewigkeiten “in Planung”. Für einen kreuzungsfreien Bahnübergang an der B471 soll bis 2026 erstmals ein Plan vorgelegt werden, das Ergebnis eines runden Tisches mit Bahn, Freistaat und Gemeinde. Zwischen “Plan” und Umsetzung können erfahrungsgemäß Jahrzehnte liegen.
Einflussmöglichkeiten der Kommune sind vorhanden, aber auch begrenzt. Man darf gespannt sein, wie die Kommunalpolitik zeitnah mit dieser Herausforderung umgeht.
Andrea Wörle




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