Leser­mail zum Artikel: Kommentar der Ober­schleiß­heimer GRÜNEN zum geschei­terten “Schleiß­heimer Land­schafts­band”

Von Joachim Dähler

Dieser Beitrag bezieht sich auf den Artikel “Kommentar der Ober­schleiß­heimer GRÜNEN zum geschei­terten “Schleiß­heimer Land­schafts­band”.

Sehr geehrter Herr Münster,

es mag sein, dass die Vorge­hens­weise zu bemän­geln ist, da die beiden Bürger­meister vorge­prescht sind – ande­rer­seits liegt hier ein Vorschlag auf dem Tisch, der vermut­lich nie zustan­de­kommen wäre, hätte man alle Inter­es­sen­gruppen sofort einbe­zogen … man gründe einen Arbeits­kreis …

Wo ich Ihnen klar wider­spreche, ist das Thema Umge­hungs­straße: hier mit einem Bürger­ent­scheid von 2013 zu argu­men­tieren, verkennt schlichtweg das inzwi­schen täglich herr­schende Verkehrs­chaos; der Stau auf der Nord-Süd-Achse führt zu erheb­li­cher Abgas­be­las­tung … und nach Fertig­stel­lung der Bauge­biete wird das noch dras­tisch zunehmen!

Umso verwun­der­li­cher sehe ich die Argu­men­ta­tion, als der komplette Gemein­derat einen 6‑spurigen Auto­bahn­ausbau inklu­sive riesigem Klee­blatt zuge­stimmt hat: hat Lärm­schutz versus Land­schafts­schutz einen anderen Maßstab als Dauer­stau inklu­sive Abgas­be­läs­ti­gung versus Land­schafts­schutz? Abge­sehen vom riesigen Land­schafts­ver­brauch dieser Maßnahme, wäre das ein weiterer Anreiz gewesen, dem Alla­cher Tunnel auszu­wei­chen.

Bei einem neuen Bürger­ent­scheid pro/gegen eine Umge­hungs­straße – den Sie ja einleiten können – bin ich mir sicher, dass es kein „umstrit­tenes“ Ergebnis geben wird: ich kenne fast ausschließ­lich Befür­worter!

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1 Kommentar

  1. Sehr geehrter Herr Dähler,
    vielen Dank für Ihren Kommentar und die ausführ­liche Stel­lung­nahme.

    Zunächst möchte ich betonen, dass auch wir GRÜNE den zuneh­menden Verkehr auf der Nord-Süd-Achse und die damit verbun­denen Belas­tungen nicht leugnen – ich persön­lich bin als direkter Anwohner auch hiervon betroffen.
    Ich persön­lich sehe in der West­um­ge­hung jedoch keine zukunfts­fä­hige Lösung für unsere inner­ört­li­chen Verkehrs­pro­bleme. Denn Stra­ßenbau schafft in der Regel keinen nach­hal­tigen Rück­gang des Verkehrs – er verla­gert ihn besten­falls, oft führt er sogar zu einer zusätz­li­chen Zunahme („indu­zierter Verkehr“). Die Vorstel­lung, man könne das Problem des zuneh­menden Verkehrs mit immer neuen Straßen lösen, hat sich vieler­orts als Irrweg erwiesen.
    Zum Thema Bürger­ent­scheid: Ein demo­kra­tisch zustande gekom­mener Beschluss verliert nicht auto­ma­tisch seine Gültig­keit, nur weil sich einige Rahmen­be­din­gungen geän­dert haben. Wer diesen Entscheid für über­holt hält, sollte ihn nicht pauschal entwerten, sondern – wie Sie vorschlagen – einen neuen Bürger­ent­scheid auf den Weg bringen. Das ist legitim. Aber auch dieser müsste offen, fair und auf der Basis von Fakten geführt werden – mit echter Trans­pa­renz zu den lang­fris­tigen Folgen der Tras­sen­pla­nung, zu Alter­na­tiven und zu den Inter­essen, die dahin­ter­stehen.

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