Von Gemeinderätin Helga Keller-Zenth
Das Thema Hallenbad Oberschleißheim ist derzeit in aller Munde und wird kontrovers diskutiert.
Ich persönlich bin dafür das Hallenbad als wichtige Einrichtung am Ort so lange wie möglich zu
erhalten, respektiere aber auch die Meinung derer, die das Hallenbad gleich schließen möchten.
Was ich nicht akzeptieren und verstehen kann, ist der Umgang der Verwaltung mit dem Thema. Als Mitglied des Finanzausschusses konnte ich den Prozess von Anfang an begleiten.
Nachdem Gerüchte über eine mögliche Schließung entstanden, haben wir Grünen im
November einen Antrag gestellt, dass eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden soll, die prüfen soll, welche Maßnahmen erforderlich sind, um das Hallenbad zu erhalten. Ziemlich zeitgleich ging uns der nichtöffentliche Entwurf des Haushalts 2026 zu, in dem versteckt im dem über 100 Seiten dicken Zahlenwerk herauszulesen war, dass Einnahmen und Ausgaben für das Hallenbad nicht mehr für das ganze Jahr geplant sind. Auf Nachfrage erfuhren wir dann dass die Schließung des Hallenbads geplant sei.
In der Dezembersitzung wurde unser Antrag auf Einsetzen einer Arbeitsgruppe behandelt und gegen die Stimme des Bürgermeisters beschlossen.
Das Engagement des Bürgermeisters und der Verwaltung für diesen Arbeitskreis hielt sich in
Grenzen. Ich selbst bin nicht Mitglied des Arbeitskreises, habe aber von verschiedenen Teilnehmern erfahren, dass die Verwaltung die gewünschten Zahlen nicht vorgelegt hat und auch sonst nichts beigetragen hat. Das ist aus meiner Sicht respektlos gegenüber den Bürgern, die sich in Ihrer Freizeit mit viel Herzblut beteiligt hatten.
Jetzt sagt der Bürgermeister im Münchner Merkur, dass es keine brauchbaren Ergebnisse aus dem Arbeitskreis gäbe. Das ist nicht richtig, trotz der fehlenden Unterstützung hat der Arbeitskreis Vorschläge erarbeitet.
Meine Vorstellung von einem transparenten Prozess ist, dass das Thema Hallenbad vor dem
Haushaltsentwurf im Gemeinderat beraten wird und nachvollziehbare Zahlen und durchgerechnete Alternativszenarien vorliegen. In dem jetzt öffentlich vorliegenden Haushaltsentwurf sind nämlich die Kosten, die bei der Schließung des Hallenbads anfallen nicht berücksichtigt. Ebenso würde ich erwarten, dass der Bürgermeister darlegt, wann und mit welchem Ergebnis er mit den Nachbarkommunen über eine finanzielle Beteiligung gesprochen hat. In der Podiumsdiskussion traf Markus Böck die Aussage, dass er den Haushalt auch erst nach der Kommunalwahl vorlegen könnte. Auch das ist nicht richtig. Laut Artikel 65 der bayerischen
Gemeindeordnung ist die Haushaltssatzung spätestens einen Monat vor Beginn des Haushaltsjahres der Rechtsaufsichtsbehörde vorzulegen.
Mir ist bewusst, dass die Gemeinde in einer schwierigen finanziellen Lage ist und ich bin auch
bereit konstruktiv an einer Lösung mitzuarbeiten. Ich erwarte aber im Gegenzug vom
Bürgermeister,dass er transparent mit der Situation umgeht und nicht durch die Hintertür dem
Gemeinderat unpopuläre Entscheidung aufdrücken möchte.
Helga Keller-Zenth, Gemeinderätin Bündnis 90/Grüne



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