Leser­mail zum Artikel: Kommentar der Ober­schleiß­heimer GRÜNEN zum geschei­terten “Schleiß­heimer Land­schafts­band”

Von Chris­toph Münster

Dieser Beitrag bezieht sich auf den Artikel “Kommentar der Ober­schleiß­heimer GRÜNEN zum geschei­terten “Schleiß­heimer Land­schafts­band”.

Sehr geehrter Herr Dähler,
vielen Dank für Ihren Kommentar und die ausführ­liche Stel­lung­nahme.

Zunächst möchte ich betonen, dass auch wir GRÜNE den zuneh­menden Verkehr auf der Nord-Süd-Achse und die damit verbun­denen Belas­tungen nicht leugnen – ich persön­lich bin als direkter Anwohner auch hiervon betroffen.
Ich persön­lich sehe in der West­um­ge­hung jedoch keine zukunfts­fä­hige Lösung für unsere inner­ört­li­chen Verkehrs­pro­bleme. Denn Stra­ßenbau schafft in der Regel keinen nach­hal­tigen Rück­gang des Verkehrs – er verla­gert ihn besten­falls, oft führt er sogar zu einer zusätz­li­chen Zunahme („indu­zierter Verkehr“). Die Vorstel­lung, man könne das Problem des zuneh­menden Verkehrs mit immer neuen Straßen lösen, hat sich vieler­orts als Irrweg erwiesen.
Zum Thema Bürger­ent­scheid: Ein demo­kra­tisch zustande gekom­mener Beschluss verliert nicht auto­ma­tisch seine Gültig­keit, nur weil sich einige Rahmen­be­din­gungen geän­dert haben.

Wer diesen Entscheid für über­holt hält, sollte ihn nicht pauschal entwerten, sondern – wie Sie vorschlagen – einen neuen Bürger­ent­scheid auf den Weg bringen. Das ist legitim. Aber auch dieser müsste offen, fair und auf der Basis von Fakten geführt werden – mit echter Trans­pa­renz zu den lang­fris­tigen Folgen der Tras­sen­pla­nung, zu Alter­na­tiven und zu den Inter­essen, die dahin­ter­stehen.

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1 Kommentar

  1. Sehr geehrter Herr Münster,
    Vielen Dank für Ihre Antwort!

    Eine West­um­ge­hung wird — völlig richtig — „keine nach­hal­tigen Rück­gang des Verkehrs“ zur Folge haben — aber woher soll in diesem Fall ein „indu­zierter Verkehr“, also eine Zunahme kommen? Sinn und Zweck ist ja gerade die „Verla­ge­rung“, nämlich raus aus unserem Ober­schleiss­heim!

    Natür­lich darf das nicht zu einer weiteren Lärm­be­läs­ti­gung der west­li­chen Wohn­ge­biete führen, muss also entspre­chend gestaltet werden.

    Zum Thema Bürger­ent­scheid: das dama­lige Ergebnis wurde meines Wissens von einer ausge­wählten Bürger­gruppe unter Leitung eines Verkehrs­pla­ners erzielt (was nicht die schlech­teste Vari­ante ist) — an eine Befra­gung aller Ober­schleiß­heimer kann ich mich nicht erin­nern …

    Dass ein Bürger­ent­scheid entspre­chend sorg­fältig vorbe­reitet werden muss, da gebe ich Ihnen völlig recht!
    Der Bürger­ent­scheid zum Tunnel unter der Bahn ist ein leuch­tendes Beispiel, wie es nicht laufen sollte (ähnlich dem Brexit): Weit unter der Hälfte aller Berech­tigten haben sich betei­ligt und davon nur knapp die Hälfte zuge­stimmt … ein Tunnel in Verbin­dung mit dem damals geplanten Klee­blatt an der A92 hätte die Ausweich­route zum Alla­cher Tunnel höchst attraktiv gemacht — genau das würde zu einer extremen Zunahme des inner­ört­li­chen Verkehrs geführt, was von den dama­ligen Initia­toren schlichtweg nicht bedacht wurde.

    Und zu guter letzt: eine West­um­ge­hung würde viel­leicht sogar den ÖPNV stärken, wenn der Expressbus Feld­moching — Ober­schleiss­heim — Unter­schleiß­heim nicht mehr im Stau stehen würde, steige ich viel­leicht vom Auto um …

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