Von Michael Rittner
Viele Themen hätte man bei der Bürgerversammlung bereits konkreter ansprechen können und sollen, davor hat man sich ja gedrückt und auf künftige Entscheidungen verwiesen. Auch der offene Brief des Bürgermeister damals betreffend der Lage war eher schwammig. Jetzt gab es wie erwartet die ersten beschlossenen Erhöhungen. Diese betreffen zwar nur einen kleinen Anteil der Bevölkerung, aber trotzdem, gerade deswegen wird es gemacht, weil dann kein großer Widerspruch zu erwarten ist? Es betrifft aber wieder die, die schon genug Erhöhungen und Probleme haben.
Durch die Grundsteuerreform, die gerade erst war und die Kosten sich dadurch teilweise erheblich gesteigert haben, sollte für die Gemeinden und Kommunen genug hängen bleiben, das war auch der Sinn der Reform. Aber es reicht ja nicht. Auch eine Erhöhung der Hundesteuer, weil sie einfach durchzuführen ist, passt zur Planung der Gemeinde. Die meisten EU-Länder haben diese Steuer bereits komplett abgeschafft, weil diese tatsächlich nicht mehr zeitgemäß ist, und diese betrifft auch wieder nur den einfachen Bürger. Im Gegensatz dazu hört man nicht, ob die Gewerbesteuer oder der Hebesatz B als nächstes angeglichen und erhöht werden. Befürchtet man etwa, dass man dadurch vielleicht potenzielle Investoren für geplante oder vorhandene Gewerbegebiete abschreckt und auch die Bürger dadurch höhere Kosten haben? Das wird dann mit Sicherheit erst nach der Wahl kommen. Natürlich möchte man mit diesen Mehreinnahmen von 11.000 € auch einen Teil des Haushaltslochs stopfen, aber andererseits betreibt man seit Jahren eine Hallenbadruine, die enorme Minuskosten verursacht. Andere schaffen auch kein Plus mit ihren Hallenbädern, aber sie schaffen es, das mit anderen Einnahmen auszugleichen ohne weitere Belastungen der Bürger. Unsere Gemeinde schafft dies eben nicht, betreibt es aber stur weiter, egal wie. Ebenso viele Planungen oder Bauvorhaben, die mal eben das Doppelte gekostet haben oder sich um Jahre verzögerten … Das alles kann auf Dauer der Bürger nicht ausgleichen! Man schafft Klimabäume (Kübelpflanzen) als Schattenspender für hohe Kosten an, das früher einfach mal ein Sonnenschirm war, aber zerlegt ganze Landschaftsschutzgebiete? Die Bürger erwarten irgendwann, dass sie von ihren Abgaben auch etwas sehen außer Mißwirtschaft.
Anderseits kann man aber froh sein, die Gemeinde mit den Mehreinnahmen der Hundesteuer und Grundsteuer A zu unterstützen, um zumindest das Hallenbad mit der Summe um zwei bis drei Wochen weiter finanzieren zu können. Ich weiß zwar auch nicht, was ein „Fremdbader“ ist, aber solange er für eine Nutzung des Bades bezahlt, ist doch das in Ordnung. Wahlkampf hin oder her, das Hallenbad ist ein Posten von vielen, wo scheinbar nicht stimmen. Also Augen auf bei der nächsten Kommunalwahl!



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