Beim Richtfest werden die Handwerker gefeiert und traditionell sagt der Polier den Richtspruch auf: "Mit Gunst und Verlaub, die Feierstunde hat geschlagen, es ruhet die geübte Hand nach harten, arbeitsreichen Tagen. Mit Stolz schaut der Richtbaum nun ins Land, drum wünsche ich, so gut ich's kann, dem neuen Hause recht viel Glück!" (...) Fotos alle privat

Richt­fest für den Erwei­te­rungsbau am Carl-Orff-Gymna­sium

28.05.2026 | Landkreis, Schule & Universität | 0 Kommentare

Ein neues Lern­haus mit Chill & Move — Aufent­halts­qua­lität

Vom Spaten­stich am 28.März 2025 bis zum Richt­fest am 12. Mai 2026 lag nur ein gutes Jahr — damit zeigte sich Chris­toph Böck, der 1. Bürger­meister von Unter­schleiß­heim und Vorsit­zende des Zweck­ver­bandes weiter­füh­rende Schulen Unter­schleiß­heim sehr zufrieden. Er würdigte, wie beim Richt­fest üblich, die Arbeit aller am Rohbau betei­ligten Gewerke und lobte den reibungs­losen Ablauf des Baufort­schritts. “Das Wich­tigste auf der Baustelle ist, dass es keine Unfälle gibt”, freute sich Böck und wünschte allen, dass es so bleiben möge.

Freuen sich alle über den Baufort­schritt, den man beim Richt­fest feierte: vlnr 1. Bürger­meister von Ober­schleiß­heim Markus Böck, Schul­lei­terin COG Greta Schi­cker, 1.Bürgermeister von Unter­schleiß­heim Chris­toph Böck, stell­ver­tre­tende Land­rätin Nicola Gerhardt, H2M Archi­tekt Gerhard Eckl

1.Bürgermeister von Unter­schleiß­heim Chris­toph Böck ist auch Vorsit­zender des Schul­zweck­ver­bandes weiter­füh­rende Schulen Unter­schleiß­heim

Der Erwei­te­rungsbau am Carl-Orff-Gymna­sium war im Zuge der Umstel­lung vom acht­jäh­rigen, zurück auf das neun­jäh­rige Gymna­sium, notwendig geworden und kostet rund 28,8 Millionen.

Bei der Finan­zie­rung dürfen sich die Zweck­ver­bands­kom­munen Ober-und Unter­schleiß­heim einen schlanken Fuß machen, denn in diesem Fall gilt das Konne­xi­täts­prinzip: “Wer anschafft, zahlt” — der Frei­staat Bayern…zumindest den Löwen­an­teil.

Rund 26 Millionen konne­xi­täts­re­le­vante Kosten soll demnach der Frei­staat tragen, für klima­freund­li­ches Bauen rechnet man mit einem KFN-Zuschuss in Höhe von 1.305.877,50 Euro, rund 450.000 Euro für die PV-Anlage werden voll­ständig vom Land­kreis finan­ziert und ca. 500.000 Euro konnten durch Einspar­vor­schläge gutge­schrieben werden.

Der vom Zweck­ver­band zu tragende Eigen­an­teil vorbe­halt­lich der tatsäch­li­chen Zuschuss- und Konne­xi­täts­mittel beläuft sich auf ca. 480.000 Euro. Davon trägt der Land­kreis 70,00 % (ca. 335.000 €), die Stadt Unter­schleiß­heim 21,88 % (ca. 105.000 €) und die Gemeinde Ober­schleiß­heim 8,12 % (ca. 39.000 €).

In dem Erwei­te­rungsbau, der mit dem Bestands­ge­bäude durch einen Verbin­dungs­gang ange­schlossen wird, sollen 12 Klas­sen­räume für 242 Schü­le­rinnen und Schüler unter­ge­bracht werden. Zur Gesamt­maß­nahme gehört auch ein Umbau­be­reich im Erdge­schoss der Bestands­schule. Dort werden die Fach­räume im Physik­be­reich saniert und neu orga­ni­siert.

Das neue Lern­haus (großer blauer Pfeil), die neue Einfach­turn­halle (kleiner blauer Pfeil). Auf der linken Seite die neuen Allwet­ter­plätze (Pläne Archi­tekten H2M)
Die Allwet­ter­plätze sind bereits fertig und bespielbar
Der Erwei­te­rungsbau im Vorder­grund links und hinten das Bestands­ge­bäude
Die neue Einfach­turn­halle im Rohbau (rechts) und links die bestehende Drei­fach­turn­halle. Beide Sport­stätten sind unter­ir­disch mitein­ander verbunden.

Ein Lernort, der Menschen, Gebäude und Land­schaft verbindet

Dem Archi­tek­tur­büro H2M ist es gelungen, einen attrak­tiven Lernort zu schaffen, der nicht nur der Wissens­ver­mitt­lung dient, sondern auch die erfor­der­liche Aufent­halts­qua­lität mit Ganz­tags­cha­rakter bietet. Schü­le­rinnen und Schüler verbringen nämlich den Groß­teil des Tages in der Schule.

“Das zwei­ge­schos­sige Lern­haus mit seinen offenen Lern­land­schaften und dem licht­durch­flu­teten Atrium als neuem Herz­stück der Schule ebenso wie die neue Turn­halle ergänzen die Bestands­schule perfekt”, sagte Archi­tekt und Geschäfts­führer bei H2M, Gerhard Eckl bei der kleinen Feier im Rohbau. Zusammen mit der benach­barten Therese-Giehse-Real­schule auf der einen Seite und der Montessori-Schule auf der andern Seite, alle einge­woben in die herr­lich offene Land­schaft mit viel Grün darum herum, sei ein rich­tiger “Bildungs­campus” entstanden. Und mit dem “Chill & Move Konzept” bei der Außen­an­la­gen­ge­stal­tung (Allwet­ter­plätze, Bould­er­wand und Chill-Zonen) schaffe man eine gute Balance zwischen der Lern­an­stren­gung und dem Bewe­gungs­drang der Schüler.

Schul­lei­terin Greta Schi­cker freue sich, wenn “das Ganze und alles fertig ist”. Als Lehrerin und Schul­lei­tung am Carl-Orff-Gymna­sium erlebe sie nun schon den 5. An- und Erwei­te­rungsbau. Jedes neue Gebäude hätte bislang eine neue Farbe bekommen, hier aber wolle man die Außen­ge­stal­tung mit der Holz­fas­sade unauf­ge­regt halten und lieber in den Innen­räumen mit Farben spielen.

“Wir nehmen diese neue Art Räume zu gestalten auch in den Bestands­häu­sern auf und ziehen dort peu à peu nach”, versprach die Schul­lei­tung. Auch einen Wandel in der Pädagogik habe sie mitge­macht, von der fron­talen Wissens­ver­mitt­lung hin zu offenen Lern­kon­zepten, bei denen die Lehr­kraft als Lern­be­glei­tung fungiere. Mit einem Gesamt­kon­zept, das über alle Bauten des Gymna­siums gezogen würde, wolle man allen Schü­le­rinnen und Schü­lern eine “Lern­heimat” bieten.

Die neue stell­ver­tre­tende Land­rätin Nicola Gerhardt fasste sich ange­sichts ihrer kurz­fris­tigen Vertre­tungs­auf­gabe (sie war erst am Vortag zur stell­ver­tre­tenden Land­rätin im Kreistag gewählt worden) beim Richt­fest kurz: Von 18 Schul­pro­jekten, die der Land­kreis im Augen­blick stemmen müsse und dafür 291 Millionen Euro inves­tieren könne, hätte der Erwei­te­rungsbau am Unter­schleiß­heimer Gymna­sium Vorzei­ge­cha­rakter. Sie lobte das Konzept des neuen Lern­hauses, welches nicht nur stures Lernen im Fokus hätte, sondern auch den langen Aufent­halt auf dem Schul­ge­lände berück­sich­tige. “Schule wird immer mehr zum Lebens­raum”, sagte Gerhardt und wünschte allzeit gutes Lernen und viel Erfolg.

So we do!

Ingrid Lind­büchl

Archi­tekt und Geschäfts­führer bei H2M Archi­tekten Gerhard Eckl stellt die Erwei­te­rungs­bauten und das Konzept dahinter vor.
Schul­lei­terin Greta Schi­cker freut sich wenn die Baumaß­nahmen alle beendet sind und die neuen Lern­kon­zepte in Ruhe gelebt werden können.
Stell­ver­tre­tende Land­rätin Nicola Gerhardt lobt den Vorzei­ge­cha­rakter des Erwei­te­rungsbau beim Richt­fest

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