Ein neues Lernhaus mit Chill & Move — Aufenthaltsqualität
Vom Spatenstich am 28.März 2025 bis zum Richtfest am 12. Mai 2026 lag nur ein gutes Jahr — damit zeigte sich Christoph Böck, der 1. Bürgermeister von Unterschleißheim und Vorsitzende des Zweckverbandes weiterführende Schulen Unterschleißheim sehr zufrieden. Er würdigte, wie beim Richtfest üblich, die Arbeit aller am Rohbau beteiligten Gewerke und lobte den reibungslosen Ablauf des Baufortschritts. “Das Wichtigste auf der Baustelle ist, dass es keine Unfälle gibt”, freute sich Böck und wünschte allen, dass es so bleiben möge.


Der Erweiterungsbau am Carl-Orff-Gymnasium war im Zuge der Umstellung vom achtjährigen, zurück auf das neunjährige Gymnasium, notwendig geworden und kostet rund 28,8 Millionen.
Bei der Finanzierung dürfen sich die Zweckverbandskommunen Ober-und Unterschleißheim einen schlanken Fuß machen, denn in diesem Fall gilt das Konnexitätsprinzip: “Wer anschafft, zahlt” — der Freistaat Bayern…zumindest den Löwenanteil.
Rund 26 Millionen konnexitätsrelevante Kosten soll demnach der Freistaat tragen, für klimafreundliches Bauen rechnet man mit einem KFN-Zuschuss in Höhe von 1.305.877,50 Euro, rund 450.000 Euro für die PV-Anlage werden vollständig vom Landkreis finanziert und ca. 500.000 Euro konnten durch Einsparvorschläge gutgeschrieben werden.
Der vom Zweckverband zu tragende Eigenanteil vorbehaltlich der tatsächlichen Zuschuss- und Konnexitätsmittel beläuft sich auf ca. 480.000 Euro. Davon trägt der Landkreis 70,00 % (ca. 335.000 €), die Stadt Unterschleißheim 21,88 % (ca. 105.000 €) und die Gemeinde Oberschleißheim 8,12 % (ca. 39.000 €).
In dem Erweiterungsbau, der mit dem Bestandsgebäude durch einen Verbindungsgang angeschlossen wird, sollen 12 Klassenräume für 242 Schülerinnen und Schüler untergebracht werden. Zur Gesamtmaßnahme gehört auch ein Umbaubereich im Erdgeschoss der Bestandsschule. Dort werden die Fachräume im Physikbereich saniert und neu organisiert.




Ein Lernort, der Menschen, Gebäude und Landschaft verbindet
Dem Architekturbüro H2M ist es gelungen, einen attraktiven Lernort zu schaffen, der nicht nur der Wissensvermittlung dient, sondern auch die erforderliche Aufenthaltsqualität mit Ganztagscharakter bietet. Schülerinnen und Schüler verbringen nämlich den Großteil des Tages in der Schule.
“Das zweigeschossige Lernhaus mit seinen offenen Lernlandschaften und dem lichtdurchfluteten Atrium als neuem Herzstück der Schule ebenso wie die neue Turnhalle ergänzen die Bestandsschule perfekt”, sagte Architekt und Geschäftsführer bei H2M, Gerhard Eckl bei der kleinen Feier im Rohbau. Zusammen mit der benachbarten Therese-Giehse-Realschule auf der einen Seite und der Montessori-Schule auf der andern Seite, alle eingewoben in die herrlich offene Landschaft mit viel Grün darum herum, sei ein richtiger “Bildungscampus” entstanden. Und mit dem “Chill & Move Konzept” bei der Außenanlagengestaltung (Allwetterplätze, Boulderwand und Chill-Zonen) schaffe man eine gute Balance zwischen der Lernanstrengung und dem Bewegungsdrang der Schüler.
Schulleiterin Greta Schicker freue sich, wenn “das Ganze und alles fertig ist”. Als Lehrerin und Schulleitung am Carl-Orff-Gymnasium erlebe sie nun schon den 5. An- und Erweiterungsbau. Jedes neue Gebäude hätte bislang eine neue Farbe bekommen, hier aber wolle man die Außengestaltung mit der Holzfassade unaufgeregt halten und lieber in den Innenräumen mit Farben spielen.
“Wir nehmen diese neue Art Räume zu gestalten auch in den Bestandshäusern auf und ziehen dort peu à peu nach”, versprach die Schulleitung. Auch einen Wandel in der Pädagogik habe sie mitgemacht, von der frontalen Wissensvermittlung hin zu offenen Lernkonzepten, bei denen die Lehrkraft als Lernbegleitung fungiere. Mit einem Gesamtkonzept, das über alle Bauten des Gymnasiums gezogen würde, wolle man allen Schülerinnen und Schülern eine “Lernheimat” bieten.
Die neue stellvertretende Landrätin Nicola Gerhardt fasste sich angesichts ihrer kurzfristigen Vertretungsaufgabe (sie war erst am Vortag zur stellvertretenden Landrätin im Kreistag gewählt worden) beim Richtfest kurz: Von 18 Schulprojekten, die der Landkreis im Augenblick stemmen müsse und dafür 291 Millionen Euro investieren könne, hätte der Erweiterungsbau am Unterschleißheimer Gymnasium Vorzeigecharakter. Sie lobte das Konzept des neuen Lernhauses, welches nicht nur stures Lernen im Fokus hätte, sondern auch den langen Aufenthalt auf dem Schulgelände berücksichtige. “Schule wird immer mehr zum Lebensraum”, sagte Gerhardt und wünschte allzeit gutes Lernen und viel Erfolg.
So we do!
Ingrid Lindbüchl







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