Freiwillige beim Ausheben der Versickerungsmulde. Fotos alle Energieagentur Ebersberg-München

Erfolg­rei­cher Moor-Mitmachtag mit 100 Frei­wil­ligen

19.06.2026 | Landkreis, Umwelt, Natur & Freizeit | 0 Kommentare

Aktion Zukunft+ dankt allen Betei­ligten

Kräftig ange­packt haben am vergan­genem Sonntag (14. Juni) rund 100 Frei­wil­lige im Brucker Moos bei Aßling: Beim Moor-Mitmachtag legten sie gemeinsam den Grund­stein für weitere Maßnahmen zur Wieder­vernäs­sung des Moores. Ein Tag,der die drei Veran­stalter – die Aktion Zukunft+, CO2-regio und der Deut­sche Alpen­verein (DAV) – sicht­lich zufrie­den­stellte.
Im Mittel­punkt des Mitmachtags stand die prak­ti­sche Arbeit vor Ort: Gemeinsam mit Fach­leuten hoben die Teil­neh­menden eine Versi­cke­rungs­mulde aus, die künftig dazu beitragen soll, Wasser gezielt in die Moor­fläche zurück­zu­führen. Ein wich­tiges Projekt, wie Robert Nieder­gesäß, Landrat des Land­kreises Ebers­berg, betonte: „Moore sind Lebens­raum seltener Pflanzen und Insekten und natür­liche Kohlen­stoff­spei­cher. In unserer Region sind sie daher von großer ökolo­gi­scher Bedeu­tung“, sagte er.

Erster Spaten­stich mit (links) Jonas Galdirs, Geschäfts­führer von CO2-regio,Barbara Bogner, weitere Stell­ver­tre­terin des Land­rats des Land­kreises München, Robert Nieder­gesäß, Landrat des Land­kreises Ebers­berg, Willie Stiehler, Geschäfts­führer der Ener­gie­agentur Ebers­berg-München und Vertreter der Aktion Zukunft+ und Wolf­gang Arnoldt, Vize­prä­si­dent des Deut­schen Alpen­ver­eins (rechts)


Barbara Bogner, weitere Stell­ver­tre­terin des Land­rats des Land­kreises München, zeigte sich derweil beein­druckt von der Reso­nanz: „Dieser Tag war für mich ein echtes High­light. Zu erleben, wie viele Menschen frei­willig ihre Zeit und Energie für den Klima­schutz einsetzen, macht deut­lich, welches Poten­zial in gemein­schaft­li­chem Handeln steckt.“
Die Aktion im Brucker Moos ist dabei nur eine Möglich­keit, wie die Menschen in der Region über die Aktion Zukunft+ den Klima­schutz vor Ort direkt unter­stützen können. Seit 2023 sammelt die Crowd­fun­ding-Platt­form Spenden für Klima­schutz­pro­jekte in den beiden Land­kreisen Ebers­berg und München – und bietet auch Tage an, an denen die Menschen selbst mit anpa­cken können, sei es bei der Wieder­auf­fors­tung schad­hafter Wald­flä­chen oder eben bei der Wieder­vernäs­sung trocken­ge­legter Moore.
„Der Moor-Mitmachtag hat eindrucks­voll gezeigt, wie groß die Bereit­schaft in unserer Region ist, selbst aktiv für den Klima­schutz zu werden. Wir bedanken uns herz­lich bei allen frei­wil­ligen Helfe­rinnen und Helfern, die mit ihrem Einsatz diesen Tag zu einem Erfolg gemacht haben“, sagte Dr. Willie Stiehler, Geschäfts­führer der Ener­gie­agentur Ebers­berg-München, die im Auftrag der beiden Land­kreise auch die Aktion Zukunft+ betreut.
Für ihn ist die Wieder­vernäs­sung des Moores nicht nur gelebter Klima­schutz, sondern auch Klima­fol­gen­an­pas­sung: „Wir werden künftig mit stär­keren Extrem­wet­tern rechnen müssen. Moore sind in Fällen starker Nieder­schläge auch Wasser­spei­cher, die dazu beitragen, dass Pegel­stände an Bächen und Flüssen weniger schnell steigen“, sagte er.


Die viel­fäl­tige Funk­tion der Moore und ihre Bedeu­tung für Klima und Biodi­ver­sität hoben auch die Exkur­sionen und Info-Stände hervor, die in den Pausen von der prak­ti­schen Arbeit von den Teil­neh­menden gut genutzt wurden. Zum Abschluss disku­tierten Vertre­te­rinnen und Vertreter aus Wissen­schaft, Land­wirt­schaft, Natur­schutz und Projekt­ent­wick­lung offen über Chancen und Heraus­for­de­rungen des Moor­schutzes.
„Es war wichtig, die unter­schied­li­chen Perspek­tiven an einen Tisch zu bringen. Nur wenn wir offen und konstruktiv über bestehende Hürden spre­chen, können wir den Moor­schutz in der Region weiter voran­bringen“, betonte Prof. Dr. Matthias Drösler, Leiter des Peat­land Science Centre. Dabei wurde deut­lich: Neben der Finan­zie­rung weiterer Maßnahmen braucht es vor allem Grund­stücks­ei­gen­tümer, die bereit sind, Flächen für Rena­tu­rie­rungs­pro­jekte zur Verfü­gung zu stellen, wie auch Jonas Galdirs, Geschäfts­führer von CO2-regio und Projekt­ver­ant­wort­li­cher für die Umset­zung der Maßnahmen, betonte: „Gerade solche Projekte wie hier im Brucker Moos zeigen, dass die Wieder­vernäs­sung von Mooren Klima­schutz, Land­wirt­schaft und soziales Enga­ge­ment der Menschen vor Ort mitein­ander verbinden kann. Wir suchen deshalb konti­nu­ier­lich nach weiteren geeig­neten Flächen, um zusätz­liche Moor­schutz­pro­jekte umzu­setzen.
Wer den Moor-Mitmachtag verpasst hat, kann das Projekt weiterhin unter­stützen: Über die Aktion Zukunft+, eine Initia­tive der Land­kreise München und Ebers­berg in Zusam­men­ar­beit mit der Ener­gie­agentur Ebers­berg-München, können Unter­nehmen, Vereine sowie Bürge­rinnen und Bürger mit einer Spende dazu beitragen, weitere Maßnahmen zur Wieder­vernäs­sung und zum Schutz des Brucker Mooses zu finan­zieren. Denn jeder Beitrag hilft dabei, regio­nalen Klima­schutz direkt vor Ort wirksam werden zu lassen.

Fran­ziska Herr, Land­ratsamt München

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