Naturnahe Uferbepflanzung schafft neue Lebensräume
Am nördlichen Hangkanal im Brucker Moos soll auf rund 205 Quadratmetern eine naturnahe Uferbepflanzung entstehen. Etwa 40 standortgerechte Bäume und Sträucher sollen das Ufer stabilisieren und neue Lebensräume schaffen. Das gemeinsame Projekt des Landschaftspflegeverbands Ebersberg e. V., der Unteren Naturschutzbehörde Ebersberg und des Klimaanpassungsmanagements am Landratsamt Ebersberg verbindet damit konkrete Klimaanpassung mit ökologischem Gewässerschutz. Finanziert wird das Projekt durch Spenden, die über die Crowdfunding-Plattform Aktion Zukunft+ gesammelt werden.
Viele Fließgewässer wurden in den vergangenen Jahrhunderten begradigt und verloren ihre natürliche Ufervegetation. Dadurch gingen wichtige ökologische Funktionen verloren. „Mit der Uferbepflanzung schaffen wir eine natürliche Klimaanlage für den Hangkanal und geben der Natur gleichzeitig ein Stück Raum zurück. Die Gehölze werden mit ihrem Wachstum immer mehr für Klima und kleine Lebensräume leisten und den Standort langfristig widerstandsfähiger machen“, sagt Benedikt Hehn von der Fachstelle Klimaschutz und Klimaanpassung des Landratsamtes Ebersberg.
Die neu angepflanzten, ortstypischen Gehölze sollen das Gewässer künftig vor übermäßiger Erwärmung schützen. Gerade an heißen und trockenen Tagen kann die natürliche Verschattung dazu beitragen, die Wassertemperatur niedriger zu halten. Davon profitieren Fische und andere Wasserorganismen. Auch die stark gefährdete Äsche kann von den verbesserten Bedingungen profitieren. Zugleich reicht die Wirkung der Gehölze über das Gewässer hinaus. Ihre Wurzeln stabilisieren den Boden und können Erosion am Ufer verringern. Die Vegetation unterstützt außerdem den natürlichen Wasserhaushalt und macht den Standort widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit und Starkregen. Gleichzeitig entsteht ein wertvoller Lebensraum für Vögel und Insekten.
Auch für den Klimaschutz ist die Maßnahme relevant. Die rund 50 Gehölze nehmen während ihres Wachstums Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und speichern den Kohlenstoff langfristig in ihrer Biomasse.
Für die Umsetzung werden Fördermittel in Höhe von rund 8.300 Euro benötigt. Eigene Mittel stehen derzeit nicht zur Verfügung. Unterstützung ist deshalb entscheidend dafür, dass die geplante Pflanzung realisiert werden kann. Deshalb wird das Projekt durch die Aktion Zukunft+ unterstützt. Die gemeinsame Initiative der Landkreise München und Ebersberg in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Ebersberg-München koordiniert die Finanzierung des Projekts mittels Crowdfunding. „Menschen, Unternehmen oder Institutionen aus der Region und natürlich auch darüber hinaus können das Projekt jederzeit mit einer Spende unterstützen und helfen damit, den Klimaschutz ganz direkt voranzubringen“, sagt Lara Hein, zuständige Mitarbeiterin für die Aktion Zukunft+ bei der Energieagentur Ebersberg-München. Sie ergänzt: „Gerade dieses Projekt zeigt, dass Klimaschutz nicht immer groß und technisch sein muss. Manchmal beginnt er direkt am Gewässerrand. Jeder gepflanzte Baum hilft dabei, den Hangkanal ökologisch aufzuwerten und besser auf die Veränderungen durch den Klimawandel vorzubereiten.“
Der Landschaftspflegeverband Ebersberg e. V. übernimmt dabei die Pflanzung und Entwicklungspflege. Die Untere Naturschutzbehörde Ebersberg begleitet das Vorhaben fachlich, während das Klimaanpassungsmanagement des Landratsamts Ebersberg die Projektkoordination übernimmt und sicherstellt, dass mit der geplanten Uferbepflanzung ein kleines, aber langfristig wirksames Stück Klimaanpassung direkt vor Ort entsteht.
Christina Sommer
Landratsamt München




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