Volles Haus im Planet'O beim Vortrag von Franz Alt zum Thema regenerative Energien. Foto Arnold Tallavania

Franz Alt in der Jugend­frei­zeit­stätte ‚Planet O‘

19.02.2026 | Lesungen & Vorträge | 0 Kommentare

Ein Bericht zum Vortrag von Franz Alt am 11.02.2026 im Planet’O

Wer hätte das gedacht, dass Deniz Dadli von der Jugend­frei­zeit­stätte ‚Planet O‘ es tatsäch­lich schafft, Herrn Franz Alt nach Ober­schleiß­heim zu holen. 

‚Die Solare Welt­re­vo­lu­tion‘ war der Titel seiner Veran­stal­tung. Doch als Franz Alt mit seinem Vortrag begann, war sehr schnell klar, welch ein breit­ge­fä­cherter Themen­abend vor uns liegt.  Er sieht die Welt durch den Klima­wandel noch nicht verloren, aber man erkannte deut­lich bei einer Grafik den Zusam­men­hang zwischen CO2 und Tempe­ra­tur­an­stieg. Somit muss CO2 drin­gend weiter redu­ziert werden. Das bedeutet Verzicht auf Öl, Gas und Kohle. Entgegen vieler kriti­scher Meinungen aus Politik und Wirt­schaft zur schnellen Mach­bar­keit der Ener­gie­wende zeigt es sich doch, dass bereits heute zwei Drittel der Energie aus rege­ne­ra­tiven Quellen stammen. Schneller als noch vor vielen Jahren prognos­ti­ziert. Wir könnte so viel Energie aus Sonne, Wind, Geothermie, Bioen­ergie, Wasser­kraft und Meeres­energie gewinnen, sodass wir mit dieser Ener­gie­mi­schung zügig ohne fossile Energie und Atom­strom auskommen können und dies unbe­dingt auch in seinen Augen müssen. Die Ener­gie­wende ist möglich. Andere Nationen sind dabei, Europa mit ihren Bemü­hungen zur Ener­gie­wende zu über­holen.

Alleine von der Sonne bekommen wir das 15.000fache an Energie, welche die gesamte Welt aktuell benö­tigt, ange­boten. Doch wir nutzen nur einen Bruch­teil davon. Anhand von über­ra­schenden Beispielen aus aller Welt zeigte er uns inno­va­tive und reali­sier­bare Beispiele der Nutzung von vor allem Sonne und Wind. Ob auf Dächern, an Fassaden, über Äckern und Straßen oder selbst im Wasser ist die Gewin­nung der Sonnen­en­ergie möglich. Der Ausbau der rege­ne­ra­tiven Ener­gien ist unbe­dingt zu beschleu­nigen, sonst drohen uns durch welt­weite Eisschmelze zukünftig gewal­tige Probleme in küsten­nahen Regionen. Wenn dadurch der Meeres­spiegel um zwei bis drei Meter steigt, ist es absehbar, dass bis zu 2 Milli­arden Menschen ihr zuhause verlieren würden und emigrieren, wohin auch immer.

Herr Franz Alt nahm uns bei seinem Vortrag mit auf eine Zeit­reise, wo er als Wissen­schaftler und Botschafter für die Klima­wende unter­wegs war. Ob beim Dalai Lama, Gorbat­schow, Frau Merkel oder auf seine Reisen nach China, Indien und Afrika zeigte er auf, wie wichtig Solar­nut­zung an diesen Orten bereits ist und eben auch weiter umge­setzt wird. Und sogar Larry Hagman als ‚J.R‘ aus der Fern­seh­serie Dallas bekannt, propa­gierte offi­ziell die Wich­tig­keit der Solar­energie und den Stopp der Nutzung fossiler Ener­gien.

Am Ende der Veran­stal­tung kommt man nicht umhin, die Verflech­tung von Ener­gie­wirt­schaft, Indus­trie und Politik anzu­spre­chen. Dabei plädierte Franz Alt nicht nur für die Ener­gie­wende, sondern auch für den Frieden und äußerte seinen Zweifel an der aktu­ellen Politik der Aufrüs­tung. Dabei sieht er es als absolut wichtig an, sich in die Situa­tion von Putin und Co. zu versetzen und mit diesen Menschen zu reden, auch wenn man nicht mit deren Vorgehen einver­standen ist. Die Gefahr einer Kurz­schluss­re­ak­tion mit dem Einsatz von Atom­waffen unter Bedrängnis und Isola­tion muss unter allen Umständen vermieden werden, da wir nur einen Planeten haben. Wenn dieser zerstört wird gibt es keine Alter­na­tive.

Der Mensch braucht diese Welt, aber unser Planet braucht nicht die Mensch­heit.

Wir hoffen im nächsten Jahr Herrn Franz Alt noch einmal nach Ober­schleiß­heim holen zu dürfen. Das bunt gemischte Publikum aller Gene­ra­tionen war sehr angetan von diesem Abend. Die Zeit war zuletzt viel zu kurz, um noch viele, span­nende Geschichten von diesem Zeit­zeugen zu hören.

Arnold Talla­vania, Lokale AGENDA 21 Ober­schleiß­heim

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