Sie sind die Kulturpreisträger 2025: Hedwig Rost und Jörg Baeseke („Die Kleinste Bühne der Welt“), zusammen Laudator Dr. Rudolf Neumaier, Geschäftsführer des Landesvereins für Heimatpflege (l.), und Landrat Christoph Göbel (r.).

Kultur­preis des Land­kreises München 2025 für „Die Kleinste Bühne der Welt“

24.04.2026 | Landkreis, Bühne, Kultur & Freizeit | 0 Kommentare

Preis­träger und Förder­preis­träger in Grün­wald ausge­zeichnet

Der Land­kreis München hat am Mitt­woch­abend im August-Ever­ding-Saal in Grün­wald seinen Kultur­preis 2025 sowie zwei Kultur­för­der­preise verliehen.
Landrat Chris­toph Göbel über­reichte die Auszeich­nungen im Rahmen einer feier­li­chen Veran­stal­tung an das Ensemble „Die Kleinste Bühne der Welt“ sowie an Ricarda Geary und den Heimat- und Trach­ten­verein D’Hochleitner Pullach e.V.

Große Kunst im kleinen Format

Für die Haupt­preis­träger Hedwig Rost und Jörg Baeseke, die sich selbst als „Die Kleinste Bühne der Welt“ bezeichnen, hatte Laudator Dr. Rudolf Neumaier, Geschäfts­führer des Landes­ver­eins für Heimat­pflege, eine ganze Latte an Super­la­tiven im Gepäck. Das Duo habe mit seiner mini­ma­lis­ti­schen Bühne eine wohl einzig­ar­tige Kunst­form entwi­ckelt. Allein der Anspruch, das oder die Kleinste zu sein, mache sie so char­mant, dass sie sich mit Fug und Recht die
char­man­teste Bühne der Welt nennen dürfte. Seit mehr als vierzig Jahren beglückten die beiden Künstler aus Pullach ihr Publikum mit großer Erzähl­kunst.
Dabei bedienen sie sich einfachster Hilfs­mittel – ein Koffer, eine Tisch­decke oder auch einfach Papier. Sie sind dabei alles auf einmal: Musiker, Bühnen­bildner, Kostüm­bildner, Tänzerin, Requi­si­teure, Sprech­künstler und vieles mehr. In all den Jahren sei dem Künst­ler­paar ihr uner­schöpf­li­cher Schöp­fer­geist nie abhan­den­ge­kommen. Davon durften sich die Gäste bei einer kleinen Darbie­tung der Preis­träger dann auch gleich selbst noch über­zeugen.

Musik als Brücke zur Gemein­schaft

Erhielt einen Kultur­för­der­preis: DieMu­si­kerin Ricarda Geary aus Ober­ha­ching (Mitte), zusammen Lauda­torin Dr. Bettina Keß, Leiterin des Refe­rats Kultur und Museen des Bezirks Ober­bayern, und Landrat Chris­toph Göbel.

Einen Kultur­för­der­preis erhielt Ricarda Geary aus Ober­ha­ching. Die leiden­schaft­liche Musi­kerin und Musik­ver­mitt­lerin, wie sie Lauda­torin Dr. Bettina Keß, Leiterin des Refe­rats Kultur und Museen des Bezirks Ober­bayern, nannte, habe in Ober­ha­ching einen ganzen „Musik­kosmos“ geschaffen: Sie unter­richtet Musik am Ober­ha­chinger Gymna­sium, leitet Kinder- und Schul­chöre, grün­dete ein Kammer­or­chester und einen Kammer­chor. Sie bringt Menschen mit ganz
unter­schied­li­chem musi­ka­li­schen Vorwissen zusammen, jung und alt, Laien und Profis. Fixpunkte im Jahres­lauf sind die Auffüh­rung verschie­dener Orato­rien. Seit 2012 bringt sie mit ihren Ensem­bles alle zwei Jahre auch Opern­werke auf die Bühne – aller­dings nicht in einem Konzert­saal, sondern in einer großen Scheune. Keß bezeich­nete Gearys Wirken als ein beson­deres Geschenk an uns alle und den Land­kreis München.

Tradi­tion leben

Der Heimat- und TrachtenvereinD’Hochleitner Pullach e. V. erhielt von Landrat Chris­toph Göbel (stehend, Dritter v. r.) einen Kultur­för­der­preis, die Laudatio hielt BR-Rund­funk­mo­de­rator Stefan Semoff (stehend, Dritter v. l.).

BR-Rund­funk­mo­de­rator Stefan Semoff würdigte den zweiten Kultur­för­der­preis- Träger, den Heimat- und Trach­ten­verein D’Hochleitner Pullach e. V. Der Verein, der in diesem Jahr sein vier­zig­jäh­riges Bestehen feiern kann, steht für gelebte Tradi­tion auf höchstem Niveau. Als viel­fach ausge­zeich­neter Vertreter des baye­ri­schen Brauch­tums verbindet er tänze­ri­sche Spit­zen­leis­tungen mit Land­kreis München inten­siver Nach­wuchs­ar­beit. Im Jahr 2017 holten die Pulla­cher sogar den Welt­meis­ter­titel im Schuh­plat­teln und Deandl­drahn und gewannen den
baye­ri­schen Löwen. In diesem Jahr richten sie selbst die Welt­meis­ter­schaft aus und Semoff rief ihnen zu „Wir ballen bei der WM die Fäuste für Euch!“.
Mit dem Kultur­preis und dem Kultur­för­der­preis würdigt der Land­kreis alle zwei Jahre heraus­ra­gende künst­le­ri­sche Leis­tungen und das viel­fäl­tige kultu­relle Enga­ge­ment in seinen Städten und Gemeinden. Die Preis­träger wurden Ende vergan­genen Jahres auf Empfeh­lung einer fach­kundig besetzten Jury vom Kreistag des Land­kreises München ernannt.


Mit dem Zitat von Oscar Wilde, „Das Durch­schnitt­liche gibt der Welt ihren Bestand, das Außer­ge­wöhn­liche ihren Wert.“, beschloss Landrat Chris­toph Göbel seine Ansprache zur Kultur­preis­ver­lei­hung 2025 und dankte den 29 Städten und Gemeinden für ihr großes Enga­ge­ment in der Kultur­för­de­rung. Mit dem Kultur­preis wolle auch der Kreistag einen Beitrag leisten, das außer­ge­wöhn­liche kultu­relle Poten­zial des Land­kreises München sichtbar zu machen und zu fördern. „Unsere Preis­träger zeigen eindrucks­voll, wie lebendig, viel­fältig und verbin­dend Kultur im Land­kreis München ist und stehen Pate für alle, die ausge­zeich­nete Kultur schaffen“, so Göbel.
Ein beson­derer Dank des Land­rats galt auch den Mitglie­dern der Jury, die mit ihrer fach­li­chen Exper­tise eine fundierte und zugleich rich­tungs­wei­sende Auswahl getroffen hätten.
Der Jury gehörten neben dem Kultur­re­fe­renten des Land­kreises Rainer Klier auch die Kreis­hei­mat­pfle­gerin Dr. Chris­tine Heinz und der Kreis­volks­mu­sik­pfleger Hubert Zellner an. Ergänzt wurde das Gremium durch die externen Fach­ju­roren Stefan Semoff, Mode­rator beim Baye­ri­schen Rund­funk und Volks­kundler, Dr. Bettina Keß, Leiterin des Refe­rats Kultur und Museen des Bezirks Ober­bayern, sowie Dr. Rudolf Neumaier, Geschäfts­führer des Landes­ver­eins für Heimat­pflege, die in ihren Lauda­tiones nicht nur die künst­le­ri­sche Leis­tung der Preis­träger würdigten, sondern selbst zum künst­le­ri­schen Bestand­teil des Abends wurden.
Den musi­ka­li­schen Rahmen der Preis­ver­lei­hung gestal­tete ein Quin­tett der Blas­ka­pelle Höhen­kir­chen-Siegerts­brunn, die 2022 selbst den Kultur­preis des Land­kreises erhalten hat.

Chris­tina Sommer, Land­ratsamt München

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