“Die Geheimnisse des Wilhelmshofs” lockten zahlreiche Besucher an
Über 100 Teilnehmer hatten sich am 7. September 2025, einem sonnigen Spätsommersonntag, beim Alten Schloss Schleißheim versammelt, um unserem Oberschleißheimer Ortchronisten Otto Bürger vom Verein “Freunde von Schleißheim” auf den Spuren der “Geheimnisse des Wilhelmshofs” zu folgen.
Weit über 400 Jahre sind vergangen, seit der bayerische Herzog Wilhelm V. beschloss, die Sanierung seines stark verschuldeten Herzogtums seinem Sohn zu überlassen, dem späteren Kurfürst Maximilian I. Unter Angabe von “gesundheitlichen” Gründen zog er sich in den Norden von München in die ländliche Einsamkeit zurück, um sich dem Gebet und seinem Seelenheil zu widmen. Was die Gesundheit angeht, jedenfalls mit Erfolg, denn er lebte noch ein paar Jahrzehnte.
Herzog Wilhelm ließ sich ein Herrenhaus, das heutige Alte Schloss, und einen Bauernhof, eine Schwaige, bauen und darum herum eine Reihe von “Klausen”, Aufenthaltsorte für Einsiedler anlegen, die ihn bei seinem frommen Bestreben unterstützen sollten.

Es war eine eher karge Moos- und Heidelandschaft mit ein paar Bauern und Hirten, in der Wilhelm sich niederließ. Daraus entstand dank der intensiven Bautätigkeit seiner Nachfahren, insbesondere des Kurfürsten Max Emanuel, die heutige “Schlössergemeinde” Oberschleißheim mit ihren drei Schlossanlagen und dem prachtvollen barocken Schlosspark. Seit dem Ende der Wittelsbacher-Monarchie 1918 ist der bayerische Staat dafür zuständig.
Otto Bürger ist zwar in München geboren, aber “seit der ersten Lebenswoche” in Oberschleißheim ansässig. Er hat sich als Lokalhistoriker schon längst unsterbliche Verdienste für die Ortsgeschichte erworben, die er seit Jahrzehnten unermüdlich erforscht und dokumentiert und in Büchern darstellt.
Und so konnte er aus der Fülle seiner Kenntnisse heraus und zur Faszination seiner zahlreichen Zuhörer spannend und mit viel Humor die wechselhafte Geschichte der Schlossanlage erzählen. Von “aufgebaut” bis “abgebrannt” ist dort einiges passiert in den vergangenen Jahrhunderten, nicht zuletzt durch die Weltkriege.
Und er konnte zur Erheiterung der Zuhörer den anwesenden Unterschleißheimern hinreiben, dass Oberschleißheim sich auf höherem Niveau befindet als Unterschleißheim (nämlich genau 11 Meter höher über dem Meeresspiegel) und dass sie zwar das Geld haben, “wir aber die Kunst”.

Soviel Engagement ist nicht möglich ohne eine gehörige Portion Lokalpatriotismus. Deshalb bekam auch der Remonte-Bräu, unsere einheimische Brauereigenossenschaft, Gelegenheit für einen Werbeblock. Am 14. September 2025 ist wieder Brauereifest in Oberschleißheim. Wir haben nämlich nicht nur “die Kunst”, seit einigen Jahren haben wir auch wieder ein eigenes Bier.
Andrea Wörle




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