Marina Schlagintweit am Flügel, Maximilian Hirning am Kontrabass, Tilman Albrecht am Schlagzeug und Jazz Sängerin Fernanda von Sachsen. Fotos alle Daniela Gragert

„Das gibt’s nur einmal“- Ein Konzert im C3

10.05.2026 | Bühne | 0 Kommentare

Musi­ka­li­sche Hommage an Werner Richard Heymann begeis­tert Ober­schleiß­heim

Mit viel Charme, musi­ka­li­scher Raffi­nesse und humor­vollen Geschichten entführte ein beson­derer Konzert­abend am Donnerstag, 7. Mai 2026, das Publikum im gutge­füllten Saal des Konfe­renz­zen­trums C3 in Ober­schleiß­heim in die Welt desdeutsch-jüdi­schen Kompo­nisten Werner Richard Heymann. Das Ensemble um die preis­ge­krönte Jazz­sän­gerin Fernanda von Sachsen widmete sich an diesem Abend dem Leben und Werk des Kompo­nisten, dessen Melo­dien bis heute bekannt sind – auch wenn sein Name vielen kaum noch ein Begriff ist. Passend dazu zitierte das Quar­tett Heymanns berühmten Satz: „Sie kennen mich nicht, aber Sie haben viel von mir gehört.“

Bis auf den letzten Platz besetzt: Im Konfe­renz­zen­trum C3 der Schreiner Inno­va­tion begeis­terte das Ensemble um Jazz­sän­gerin Fernanda von Sachsen das Publikum

Gemeinsam mit Marina Schlag­int­weit am Flügel, Tilman Albrecht am Schlag­zeug und Maxi­mi­lian Hirning eröff­nete Fernanda von Sachsen den Abend mit dem Klas­siker „Ein Freund, ein guter Freund“. Das Lied spie­gelte dabei auch die enge Verbun­den­heit der Musiker wider, die sich zum Teil schon aus gemein­samen WG-Zeiten kennen.

Von Berlin nach Holly­wood und zurück

Zwischen den Musik­stü­cken führten unter­haltsam erzählte Anek­doten durch die bewegte Biografie Heymanns. Die Reise begann im Berlin der 1920er-Jahre, wo der Kompo­nist die Kaba­rett­szene prägte und als Wegbe­reiter der Tonfilm-Operette galt. Mit dem Lied „Amusez-vous“ führte das Programm weiter über Frank­reich bis nach Holly­wood, wo Heymann als Film­kom­po­nist große Erfolge feierte. Bei seiner Rück­kehr nach Deutsch­land schloss sich auch musi­ka­lisch der Kreis: Beim Einbür­ge­rungs­test zur Wieder­erlan­gung der deut­schen Staats­bür­ger­schaft wurde Heymann aufge­for­dert, ein deut­sches Volks­lied zu singen – und entschied sich für sein eigenes Lied „Das gibt’s nur einmal!“, ohne sich als Kompo­nist des Liedes zu erkennen zu geben.

Klas­siker in neuem Gewand

Großen Eindruck hinter­ließ vor allem die krea­tive musi­ka­li­sche Inter­pre­ta­tion der bekannten Melo­dien. Marina Schlag­int­weit und Fernanda von Sachsen hatten sich vorge­nommen, die Origi­nal­me­lo­dien bewusst unan­ge­tastet zu lassen, sich bei Rhythmus und Stil jedoch – in ihren eigenen Worten – „alle Frei­heiten zu nehmen“.

So entstanden moderne und zugleich persön­liche Arran­ge­ments, die Heymanns Musik über­ra­schend frisch und zeitlos wirken ließen. Das Quar­tett zeigte dabei eine beein­dru­ckende musi­ka­li­sche Viel­falt und begeis­terte das Publikum mit Spiel­freude und Fein­ge­fühl.

Ein Abend mit Nach­hall

Der Wunsch der Künstler, das Publikum solle mindes­tens einen „Ohrwurm mit nach Hause nehmen“, ging dabei voll auf. Die Mischung aus bril­lanter Musik und humor­vollen Geschichten aus Heymanns Leben sorgte für eine beson­dere Atmo­sphäre im Saal. Zum Abschluss ergriff Prof. Schreiner das Wort und wider­sprach augen­zwin­kernd dem Titel des Abends „Das gibt’s nur einmal!“: Das Ensemble solle erneut nach Ober­schleiß­heim einge­laden werden. Ein Abend, der dem Publikum sicher noch lange in Erin­ne­rung bleiben wird.

Verspricht Wieder­ho­lung eines solchen Konzerts in seinem “C3” — Prof. Helmut Schreiner
Kultur­be­auf­tragte der Gemeinde Ober­schleiß­heim Gaby Hohen­berger hatte dieses Konzert in Zusam­men­ar­beit mit Helmut Schreiner im C3 orga­ni­siert
Freuen sich über ein gelun­genes Konzert: Vlnr Gaby Hohen­berger, Marina Schlag­int­weit, Fernanda von Sachsen, Maxi­mi­lian Hirning und Tilman Albrecht

Daniela Gragert

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