Füra­cker, Aiwanger und Krause: Pilot­pro­jekt für schnel­lere Unter­neh­mens­grün­dungen startet

26.08.2026 | Unternehmen | 0 Kommentare

München ist einer von neun Pilot­stand­orten bundes­weit

Unter­neh­mens­grün­dungen sollen beschleu­nigt und verein­facht werden. Heute beginnt die nächste Phase des Bund-Länder-Projekts „G24 – Gemeinsam Schneller Gründen“. Die neun Pilot­stand­orte in Deutsch­land werden sukzes­sive frei­ge­schaltet, sobald die jewei­ligen tech­ni­schen Voraus­set­zungen erfüllt sind. Über einen neuen digi­talen Kombi­an­trag können Einzel­un­ter­nehmen die Gewer­be­an­mel­dung und steu­er­liche Erfas­sung zukünftig gemeinsam zentral über eine Platt­form anstoßen. München ist einer von neun Pilot­stand­orten bundes­weit.

„Gründen darf kein büro­kra­ti­scher Hürden­lauf sein. Eine moderne Verwal­tung bedeutet: Weniger Aufwand, schnelle Abläufe sowie mehr Service­an­gebot. Die baye­ri­sche Steu­er­ver­wal­tung betei­ligt sich mit dem Finanzamt München am länder­über­grei­fenden Pilot­pro­jekt. In der Steu­er­ver­wal­tung laufen die Prozesse bereits weit­ge­hend digital. Ziel ist es, die Unter­neh­mens­grün­dung nun auch verwal­tungs­über­grei­fend noch unkom­pli­zierter zu machen, Syner­gien zu nutzen und damit unnö­tige Behör­den­gänge zu vermeiden. So schaffen wir als Staat Verläss­lich­keit und stärken das Vertrauen von Bürge­rinnen und Bürgern sowie jungen Unter­nehmen im Land“, betont Bayerns Finanz­mi­nister Albert Füra­cker.

„Wer ein Unter­nehmen gründen will, braucht Rücken­wind und keinen Papier­krieg. Eine gute Geschäfts­idee darf nicht tage- oder wochen­lang im Behör­den­dschungel hängen bleiben. Deshalb bringen wir die Unter­neh­mens­grün­dung endlich ins digi­tale Zeit­alter. Der neue Kombi­an­trag ist ein wich­tiger Schritt. Aber dabei darf es nicht bleiben. Unser Ziel ist klar: Eine Grün­dung muss in geeig­neten Stan­dard­fällen inner­halb von 24 Stunden möglich sein. Was tech­nisch auto­ma­ti­siert werden kann, muss auto­ma­ti­siert werden. Gründer sollen sich um ihr Geschäft kümmern und nicht um Formu­lare“, sagt Bayerns Wirt­schafts­mi­nister Hubert Aiwanger.

„München ist Deutsch­lands High­tech-Haupt­stadt und einer der wich­tigsten IT-Stand­orte der Welt. Wir stehen in Konkur­renz mit anderen Metro­polen welt­weit, eine schnelle und digi­tale Verwal­tung ist die Grund­lage, dass sich Gründer für München entscheiden. Ich freue mich deshalb sehr, dass München als Pilot­stadt ausge­wählt wurde. Im Ausbau der Digi­ta­li­sie­rung liegt eine große Chance, um den Service für künf­tige aber insbe­son­dere bereits ansäs­sige Unter­nehmen zu verbes­sern und den Wirt­schafts­standort wett­be­werbs­fähig zu halten. Jeder Behör­den­gang, der digital erle­digt werden kann, ist ein Schritt in die rich­tige Rich­tung. Erst im Juli hat der Münchner Stadtrat ein Maßnah­men­paket beschlossen, um Prozesse zu verschlanken und Verwal­tungs­ver­fahren effi­zi­enter und unter­neh­mens­freund­li­cher zu machen. Das Pilot­pro­jekt gibt uns weiteren Rücken­wind“, so Münchens Ober­bür­ger­meister Dominik Krause.

Der digi­tale Kombi­an­trag wird ab heute schritt­weise an den neun Pilot­stand­orten frei­ge­schaltet. Unter gruenden.gov.de ist der Antrag bereits für alle erreichbar. Parallel bereiten Bund und Länder mit dem Grün­dungs­be­schleu­ni­gungs­ge­setz die recht­li­chen Voraus­set­zungen für schnel­lere und stärker auto­ma­ti­sierte Grün­dungs­ver­fahren vor.

„Mit dem neuen Projekt­an­satz sollen Unter­neh­mens­grün­dungen zukünftig schneller und einfa­cher werden. Einmal einge­ge­bene Daten werden an verschie­denen Stellen weiter­ver­wendet. Die Grün­de­rinnen und Gründer können sich so direkt auf die Umset­zung ihrer Geschäfts­idee statt auf Verwal­tungs­ver­fahren konzen­trieren. So erleich­tern wir den Start in die Selbst­stän­dig­keit für viele Menschen – ein wich­tiger Meilen­stein für ein starkes Grün­der­land“, so Füra­cker weiter.

„Deutsch­land redet seit Jahren über Büro­kra­tie­abbau. Hier können wir konkret zeigen, dass es auch anders geht. Daten einmal eingeben statt fünfmal, Register digital abfragen statt Beschei­ni­gungen hin- und herzu­schi­cken, Stan­dard­fälle auto­ma­tisch bear­beiten statt wochen­lang liegen lassen. So stelle ich mir einen modernen Staat vor. Wenn der Pilot funk­tio­niert, muss daraus schnell ein flächen­de­ckendes Angebot werden“, ergänzt Aiwanger.

Das Bund-Länder-Projekt „G24 – Gemeinsam Schneller Gründen“ führt zwei bislang getrennte Arbeits­stränge zusammen: Die Initia­tive „Schneller Gründen“ des Bundes­mi­nis­te­riums für Digi­tales und Staats­mo­der­ni­sie­rung (BMDS) und das bislang länder­ge­führte IT-Planungs­rats­pro­jekt „Gründen in 24 Stunden“. Der erste nun umge­setzte Baustein ist der digi­tale Kombi­an­trag für Gewer­be­an­mel­dung und steu­er­liche Erfas­sung. Pilot­stand­orte sind München, Husum, Hamburg, Goslar, Aachen, Düssel­dorf, Dresden, Fulda einschließ­lich Peters­berg sowie Mann­heim.

Bund und Länder schaffen zudem derzeit die recht­li­chen und tech­ni­schen Voraus­set­zungen, um Grün­dungs­pro­zesse weiter zu beschleu­nigen. Dazu gehören einheit­liche Daten- und Schnitt­stel­len­stan­dards, auto­ma­ti­sierte Regis­ter­ab­fragen nach dem Once-Only-Prinzip, eine gemein­same Backend-Infra­struktur sowie die Vorbe­rei­tung eines Grün­dungs­be­schleu­ni­gungs­ge­setzes. Perspek­ti­visch sollen Unter­neh­mens­grün­dungen in geeig­neten Stan­dard­fällen voll­au­to­ma­ti­siert bear­beitet und damit deut­lich beschleu­nigt werden. 

Baye­ri­sches Staats­mi­nis­te­rium der Finanzen und für Heimat

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