Solarpark Oberschleißheim am nördlichen Berglwaldrand steht
Mit den Neuerungen in der Bayerischen Bauordnung, um den Vollzug der Energiewende zu erleichtern und voranzutreiben, sind nun beispielsweise Solarparks, die in einem 200 m breiten Streifen entlang von Autobahnen oder mehrgleisigen Schienenwegen geplant und umgesetzt werden, verfahrensfrei. Bei verfahrensfreien Bauvorhaben liegt die Verantwortung für die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben beim Vorhabensträger. Eine Baugenehmigung ist in diesen Fällen weder erforderlich noch kann sie beantragt werden. Trotzdem müssen die zuständigen Behörden eingebunden werden – insbesondere bei Schutzgebieten. In solchen Fällen sind Abstimmungen notwendig und gegebenenfalls spezielle Genehmigungen einzuholen.
Eigentümer von landwirtschaftlichen Flächen beispielsweise, können ihren Grund und Boden in oben genannter Lage zu Solarparks entwickeln, entweder selbst, oder sie verpachten ihr Grundstück an einen Projektierer, der die Entwicklung plant und umsetzt.
So geschehen am nördlichen Waldrand des Berglwaldes in Oberschleißheim. Das Grundstück befindet sich in privatem Besitz und zieht sich im vorgegebenen Abstand entlang der mehrgleisigen S1 Schienenstrecke.

Nach Aussage des Ingolstädter Grünstromerzeugers Anumar entsteht hier der “Solarpark Oberschleißheim”. Rechnerisch möchte das Unternehmen Grünstrom für mehr als 3100 Haushalte erzeugen. Die aufgeständerten Solarmodule wandeln Sonnenlicht in Strom um, der über Wechselrichter und Trafostationen ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Auf diese Weise erreicht der Strom die Haushalte und Unternehmen, wo er dann genutzt werden kann. Die Anlagenleistung beträgt im Peak (maximale Leistung der Anlage) 11,8 MW und hat noch zusätzlich einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 8,9 MWh (Megawattstunden).
Welchen Nutzen hat ein/e Grundstücksbesitzer*in von der Verpachtung an einen Entwickler?
“Mit einer Verpachtung an Anumar wird der Grund langfristig und nachhaltig rentabel genutzt”, so die Spercherin für Marketing bei Anumar, Jennifer Krebs. “Für die Grundstückseigentümer bedeutet das: finanzielle Sicherheit ohne eigenen Aufwand. Nach Vertragsabschluss übernimmt Anumar sämtliche Aufgaben – von der Planung über den Bau bis zum Betrieb der Anlage – und trägt alle damit verbundenen Kosten und Risiken. Dadurch profitieren Grundstückseigentümer nicht nur von stabilen Erträgen, sondern auch von einem verlässlichen und transparenten Partner”.
Steht die Entwicklung von Solarparks auf landwirtschaftlichen Flächen einer landwirtschaftlichen Nutzung entgegen?
“Nein, gar nicht.” Zwar könne man im Oberschleißheimer Fall nicht von einer Agri-PV-Anlage sprechen, aber eine Beweidung der Flächen durch Schafherden sei immer möglich, so die Sprecherin.

Baubeginn war Anfang September. Zwar hatten die Vorhabensträger zunächst mit einer angebohrten Wasserleitung zu kämpfen, nun aber steht die Anlage nahezu fertig da.
Der Betreiber rechnet mit einer Inbetriebnahme im Frühjahr 2026 und punktet mit der flotten Umsetzungszeit von einem guten halben Jahr bei der kommunalen Energieversorgung Oberschleißheim.
Ingrid Lindbüchl




Die landwirtschaftliche Nutzung unter Solaranlagen scheitert vorzugsweise an rechtlichen Randbedingungen. Deshalb gibt es hier nur Pilotprojekte, die immer wieder Synergieeffekte zeigen. Hochmutting ist vielleicht daran interessiert, diese Anlage vor der Haustür auch ohne Agrarförderung zu beweiden. Nein, Schäferei ist nichts, mit dem man reich werden kann.
Nach meinem Geschmack ist der Speicher viel zu klein, der kann nur einen kleinen Teil der Tagesproduktion aufnehmen. Aber ernsthaft mehr wäre finanziell nicht vertretbar, weil Akkus dafür viel zu teuer sind.
Immerhin kann die Anlage die Abendspitze abfedern, die nach einem sonnigen Tag um den Sonnenuntergang herum auftritt, mit regelmäßigen Großhandelspreisen von bis zu 400 EUR/MWh — normaler Großhandelspreis ohne Steuern, Abgaben und Durchleitungsgebühren um die 80 EUR/MWh (8 ct/kWh).
Auch dieser Anlage wird es regelmäßig passieren, dass sie gerade an sonnenreichen Tagen im Rahmen von Redispatch-Maßnahmen abgeschaltet wird. Wer sich das live ansehen will: https://www.smard.de
Gegenwärtig brauchen wir sicher keine weiteren Solaranlagen, sondern den Ausbau der Stromnetze auf allen Ebenen. Es gibt in Deutschland bereits einzelne Ortsnetze, in denen auf absehbare Zeit keine Neuanschlüsse mehr möglich sind.
Auf der Bürgerversammlung 2025 wurden mehrere weitere Solaranlagen angekündigt.
Bei der Anlage neben der Kläranlage sollte sich die Gemeinde beteiligen, um eine Notstromversorgung der Kläranlage sicherzustellen.
Wenn man das geschickt macht, kann man dann auch die bereits vorhandene Solaranlage auf dem Dach bei einem Stromausfall nutzen.
Sofern es in der Kläranlage Notstrom-Diesel geben sollte, brauchte man die dann nicht mehr ständig vorzuheizen, wie das z.B. im Wasserwerk geschieht: Die Akkus der Solaranlage übernehmen die Last für ein paar Minuten, bis die Notstrom-Diesel hochgefahren sind — sofern die im konkreten Betriebsfall überhaupt noch benötigt werden.
Ich kann nicht abschätzen, ob der Strom für die Kläranlage durch diese Kopplung billiger würde. Ich bin Ingenieur, nicht Jurist.
Eine Super-Sache! Dass ein Landwirt oder Grundstücksbesitzer auf solche Angebote eingeht kann man gut verstehen, eine normale Landwirtschaft lohnt sich aufgrund der hohen Auflagen und Kosten bald nicht mehr … und eine Verpachtung an solche Betreiber ist dann sehr lukrativ. Aber wer baut dann wie schon von Herr Mole geschrieben noch Lebensmittel an? Durch solche Anlagen werden Landwirtschaftsflächen oder Grünflächen im Grunde vollkommen weggenommen. Die noch übrigen Flächen werden dann aufgrund der hohen Nachfrage in der Pacht steigen und der Landwirt, der normal arbeiten möchte, ist mit noch höheren Kosten konfrontiert.
Jeder Grundbesitzer wird sich überlegen, ob er an einen Landwirt für einen niedrigen Preis verpachtet oder ein Angebot eines Solarparkbetreibers annimmt, wo mehr herauskommt. Für Windräder werden Wälder abgeholzt wie in Haimhausen, und für Solarparks Landwirtschaft oder Grünflächen zerstört, irgendwie ein Widerspruch, wenn es um Natur geht. Warum nimmt man nicht die vorhandenen restlichen Dachflächen für so etwas, anstatt das Ortsbild mit solchen Parks zu verschönern? Weiter ist es für Wildtiere eine weitere Lebensraumvernichtung, da diese Anlagen ja in der Regel eingezäunt werden … da wird sich kaum etwas darin aufhalten, was in der Natur lebt.
Eine Beweidung durch Schafe wäre möglich, heißt es…wird jetzt jeder Landwirt zusätzlich Schafzüchter? Man könnte zum Beispiel ohne Probleme an den Lärmschutzwänden direkt entlang der Autobahnen oder bei den Ausfahrten so etwas mehr installieren ohne weitere Grün- oder Landwirtschaftsflächen damit zu beeinträchtigen, aber dann wäre es scheinbar nicht mehr lohnend für manch einen Betreiber und Grundeigentümer.
Was auch oft etwas fragwürdig ist. ob durch solche Anlagen tatsächlich der ganze Strom eingespeist und verbraucht wird, oder die ein oder andere Anlage still steht, weil gerade zu viel Strom da ist?? Das Ganze ist im Moment nur wirtschaftlich für einen kleinen Zeitraum und nicht nachhaltig. Es geht um Subventionen und Kapital… am Ende stehen hohe Lebensmittelpreise und die Abhängigkeit von Importen … da wir keine vernünftigen Flächen mehr zur Bewirtschaftung haben. Und unsere Landschaft wird geprägt von schönen Solarparks und Windrädern, und der Strom wird auch nicht billiger! Aber gut ist ja, dass es verfahrensfrei ist, nachhaltiger Strom für eine bessere Natur ohne Natur … Hauptsache, es macht einen guten Eindruck. Manche Parteien und Menschen stehen zum Glück diesen Sachen skeptisch gegenüber.
Aha, also “eine Beweidung der Flächen” ist möglich. Immerhin. Übersetzt: Strom gibts von der Fläche jetzt, aber Nahrungsmittel nicht mehr. Die können wir ja jetzt auch aus China importieren, das wir bestimmt störungsfrei klappen, so wie bei Medikamenten.….