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Pilot­pro­jekt zur Busbe­schleu­ni­gung beschlossen

28.03.2026 | Landkreis, Aktuelles | 0 Kommentare

Regio­nal­bus­ver­kehr soll noch zuver­läs­siger und umwelt­freund­li­cher werden

Ein attrak­tiver und klima­scho­nender öffent­li­cher Nahver­kehr steht ganz oben auf der Prio­ri­tä­ten­liste des Land­kreises München. Die Beschlüsse des Kreis­tags vom Montag, 23.03.2026, setzen hierfür wich­tige Impulse im Regio­nal­bus­ver­kehr.


Pilot­pro­jekt zur Busbe­schleu­ni­gung
Busse, die im Stau stehen und gerade zu Stoß­zeiten unpünkt­lich sind, verlieren an Attrak­ti­vität. Der Kreistag hat deshalb den Weg für ein land­kreis­weites Konzept zur Busbe­schleu­ni­gung frei gemacht. Ein Pilot­pro­jekt im Korridor Unter­ha­ching soll dafür die Grund­lage schaffen und Erkennt­nisse liefern, die auf den gesamten Land­kreis über­tragbar sind.

Was bedeutet Busbe­schleu­ni­gung?
Unter Busbe­schleu­ni­gung versteht man Maßnahmen, die Fahr­zeit­ver­luste redu­zieren – etwa an Ampeln, im Stra­ßen­raum oder an Halte­stellen. Dazu zählen die Bevor­rech­ti­gung an Licht­si­gnal­an­lagen, eigene Fahr­spuren oder opti­mierte Halte­stellen. Ziel ist, Fahr­zeiten zu verkürzen, Fahr­pläne zu stabi­li­sieren und Anschlüsse zu sichern. Denn je verläss­li­cher der ÖPNV ist, desto attrak­tiver wird er.
Für das Pilot­pro­jekt wurde ein Korridor im Gemein­de­ge­biet Unter­ha­ching ausge­wählt. Hier besteht erheb­li­cher Hand­lungs­be­darf: nied­rige Geschwin­dig­keiten und hohe Verspä­tungs­quoten beein­träch­tigen die Zuver­läs­sig­keit. Gleich­zeitig nutzen täglich mehr als 17.000 Fahr­gäste die betrof­fenen Linien. Viele Verbin­dungen sind auf Anschlüsse zur S- und U‑Bahn ange­wiesen.
„Ein leis­tungs­fä­higer ÖPNV entscheidet sich im Alltag. Wenn Busse pünkt­lich und zuver­lässig fahren, steigen mehr Menschen um. Genau hier setzen wir an“, so Landrat Chris­toph Göbel.
Das Pilot­pro­jekt dient zugleich als Test­feld für ein land­kreis­weites Vorgehen. Ziel ist ein syste­ma­ti­sches Busbe­schleu­ni­gungs­pro­gramm für das gesamte Regio­nal­bus­netz.


Parallel erste Verbes­se­rungen
Unab­hängig davon sollen kurz­fristig punk­tu­elle Maßnahmen umge­setzt werden.
Die Verwal­tung wird Knoten­punkte mit beson­derem Hand­lungs­be­darf iden­ti­fi­zieren und gezielt verbes­sern.

Moderne Tech­no­logie im Einsatz
Ein Schwer­punkt liegt auf der Einfüh­rung der zukunfts­si­cheren C‑ITS-Tech­no­logie. Sie ermög­licht eine direkte, zykli­sche Kommu­ni­ka­tion zwischen Bussen und Ampeln. Fahr­zeuge über­mit­teln ihre Posi­tion und Ankunfts­zeit, sodass Ampel­schal­tungen ange­passt werden können. Das redu­ziert Warte­zeiten und erhöht die Pünkt­lich­keit deut­lich. Künftig wird diese Tech­no­logie bei der Ausstat­tung der Fahr­zeuge im Rahmen von Neuver­gaben von Verkehrs­ver­trägen verbind­lich vorge­geben.
Die Finan­zie­rung erfolgt nach dem Prinzip der Stra­ßen­bau­last: Jeder Baulast­träger trägt die Kosten für Maßnahmen auf seinen Straßen. Der Land­kreis über­nimmt die Koor­di­na­tion sowie die Einwer­bung und Abwick­lung von Förder­mit­teln.
Zugleich appel­liert der Land­kreis an den Frei­staat Bayern, die Voraus­set­zungen für eine leis­tungs­fä­hige Busin­fra­struktur weiter zu verbes­sern, insbe­son­dere durch ausrei­chende finan­zi­elle und perso­nelle Ressourcen vor allem der Staat­li­chen Bauämter für Maßnahmen an Licht­si­gnal­an­lagen und über­ge­ord­neten Straßen.


Umwelt­kri­te­rium bei Neuaus­schrei­bungen einge­führt
Ein flüs­siger Verkehrs­ab­lauf redu­ziert darüber hinaus Emis­sionen und Ener­gie­ver­brauch – ein Ziel, das der Land­kreis auch damit verfolgt, den Regio­nal­bus­ver­kehr lang­fristig voll­ständig auf emis­si­ons­freie Antriebe umzu­stellen.
Da Elek­tro­busse höhere Anschaf­fungs­kosten als Diesel­fahr­zeuge verur­sa­chen, hat der Kreistag beschlossen, für zunächst zwei Jahre ein Umwelt­kri­te­rium bei der Vergabe von MVV Regio­nal­bus­li­nien einzu­führen. Bei tech­no­lo­gie­of­fenen Ausschrei­bungen erhalten emis­si­ons­freie Antriebe dabei eine bessere Bewer­tung als fossile – mit dem Ziel, Verkehrs­un­ter­nehmen zur verstärkten Nutzung umwelt­freund­li­cher Fahr­zeuge zu moti­vieren. Die Betriebs­kosten
bleiben weiterhin klar das wich­tigste Zuschlags­kri­te­rium. Mehr­kosten sind somit zwar möglich, aber nur in geringem Umfang und klar begrenzt.
Der Land­kreis geht davon aus, dass sich emis­si­ons­freie Antriebe mittel­fristig auch wirt­schaft­lich gegen­über fossilen Tech­no­lo­gien durch­setzen werden. Das Umwelt­kri­te­rium dient daher der gezielten und tempo­rären Beschleu­ni­gung der Elek­tri­fi­zie­rung des Regio­nal­bus­ver­kehrs.

Chris­tine Spiegel, Land­ratsamt München

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